Studie zu Juniors: Die Insolvenzwelle ist bisher ausgeblieben

Studie zu Juniors: Die Insolvenzwelle ist bisher ausgeblieben

Es ist gerade einmal wenige Monate her, da herrschte am Markt die große Panik um die Zukunft vieler Junior-Bergwerksunternehmen. Von einem drohenden Massensterben war die Rede. Die verschlossenen Taschen bei Investoren haben die Gesellschaften von einem dringend benötigten Gut ferngehalten: Kapital. Die langjährige Erkundung von Rohstoff-Lagerstätten kostet Geld – und genau dies war aufgrund der Branchenkrise kaum verfügbar. Es war für viele Unternehmen schlicht nicht möglich, Kapital einzuwerben.

Experten schlugen daraufhin Alarm und warnten, dass vielen Juniors das Geld ausgehen werde. Eine Insolvenzwelle drohe, hieß es, was die Abwärtstendenz bei vielen Aktien noch verstärkt hat. Heute, einige Monate später, weiß man, dass die Panik zumindest bisher völlig unbegründet ist. Eine Studie des Consultingunternehmens PwC zeigt: Das prognostizierte Junior-Massensterben hat bisher nicht stattgefunden, obwohl das Neufinanzierungsvolumen gegenüber dem Vorjahr um drastische 41 Prozent eingebrochen ist. Recherchen von Mining.com unterstreichen dies. Tatsächlich gab es in den vergangenen drei Monaten an der TSX Venture Exchange, der wichtigsten Börse für Junior-Bergwerksunternehmen, kaum Delistings, weil die jeweilige Gesellschaft nicht mehr die Anforderungen der Börse erfüllen konnte. Tatsächlich ist die Zahl der Delistings, so die Studie, sogar geringer als in Jahren, in denen der Zugang zu frischem Kapital für die Juniors wesentlich einfacher war.

Dass die dramatische Situation bisher nicht eingetreten ist, heißt aber noch nicht, dass Entwarnung gegeben werden kann. Die Lage ist weiter alles andere als einfach für die Branche. Noch immer ist es für Juniors schwer, an neue Finanzierungen zu kommen. Da diverse Kosten aber weiter laufen und ohne Rohstoffförderung die Einnahmen fehlen, schmelzen die Cashbestände des Sektors weiter. Kurzfristig wird hier keine Entlastung zu verspüren sein, Investoren dürften kaum über Nacht in Scharen an den Markt zurück kehren.

Rohstoff-Juniors haben auf die Krise längst reagiert

Doch viele Branchenvertreter haben sich vorbereitet. Kosten wurden gesenkt, teils drastisch, man dreht den Penny lieber ein Mal zu viel als zu wenig um, bevor man ihn ausgibt. Auch die kanadische Börse hat reagiert, leistet Hilfestellung wo es nur geht und ermöglicht den Gesellschaften nun unter anderem mehr Flexibilität bei Kapitalmaßnahmen. Dass die TSX Venture nun auch in Chile eine auf Juniors spezialisierte Börse einrichten will, könnte mittelfristig weitere Verbesserungen für den Sektor bringen. Mit den zuständigen Behörden ist man bereits in fortgeschrittenen Verhandlungen.

Der Rat der Experten an die Konzernlenker ist daher auch eindeutig: Haltet so viel Cash wie möglich und seid geduldig. Denn selbst wenn der Markt für Rohstoffaktien aus seinem tiefen Tal heraus kommt, bleibt die Lage für Juniors wahrscheinlich zunächst angespannt. Der Erfahrung nach steigen Investoren zunächst vor allem bei den etablierten Gesellschaften ein, die überschaubare Risiken und starke Bilanzen aufweisen. Erst anschließend werden nach und nach auch die stärker risikoreichen Nischen der Rohstoffbranche von einem Aufschwung profitieren, sprich die Juniors.

Es ist also durchaus möglich, dass die Warnungen vor einer Insolvenzwelle unter den Juniors sich noch als angemessen erweisen. Investoren sollten daher auf der Hut sein und vor allem die Bilanzen der Unternehmen im Auge behalten. Für die vor einigen Monaten noch geschürte Panik besteht aber kein Anlass.