Seltene Erden und Uran sind begehrte Rohstoffe. Sie werden in vielen Hightechanwendungen gebraucht, die Stromerzeugung aus Atomkraft wäre ohne sie nicht möglich. Mit dem Boom von Handys, Atomkraft und vielem mehr unter anderem in China und Indien wird sich die zukünftige Nachfrage nach den Rohstoffen noch deutlich erhöhen. Ein zunehmend größer werdender Kuchen, von dem sich nun auch Grönland seinen Teil sichern will.

Nur rund 57.000 Einwohner leben auf der größten Insel der Erde, deren Eispanzer zunehmend geringer wird. Die Folge der Erderwärmung ermöglicht in Grönland nun den Abbau vieler Rohstoffe, die bisher nicht erreichbar waren. Den Insulanern kommt das ganz recht, denn es verspricht eine stärkere finanzielle Unabhängigkeit von Dänemark. Grönland ist politisch ein autonomer Teil des nördlichen deutschen Nachbars. Einen wichtigen Schritt hierfür haben Grönlands Politiker nun getan. Mit hauchdünner Mehrheit hat das Parlament ein Förderverbot für Uran gekippt, das rund 25 Jahre in Kraft war.

Ob damit auch bereits ein Export zukünftig geförderter Uranvorkommen möglich ist, bleibt abzuwarten. Grönland selbst hat für den Rohstoff keinen Bedarf, allerdings könnte die Regierung in Kopenhagen dem Vorhaben noch einen Riegel vorschieben. Der Grund ist, dass Grönland nicht alle Fragen unabhängig von Dänemark entscheiden kann. Kopenhagen hat sich im Bereich von sicherheitspolitischen und außenpolitischen Fragen Mitspracherechte gesichert – und es dürfte feststehen, dass sensible Exporte von Uran und auch der Hightechmaterialien aus der Gruppe der Seltenen Erden diese beiden Bereiche betreffen. Zudem kommt Kritik von Umweltverbänden an der geplanten Förderung der radioaktiven Rohstoffe.

Großer Reichtum an diversen Rohstoffen

In Grönland wird die Erschließung der zahlreich vorhandenen Rohstoffvorkommen als in vieler Hinsicht wichtig angesehen. Der Bergbau soll nicht nur die Finanzlage Grönlands verbessern, das von Zuschüssen Dänemarks in großem Maße abhängig ist. Zudem erhoffen sich die Grönländer neue Arbeitsplätze und Impulse für die Wirtschaft. Neben den rechtlichen und politischen Hürden, die der Rohstoffabbau derzeit noch hat, blockiert momentan vor allem eins: Es fehlt Geld. Grönland wäre auf umfangreiche Auslandsinvestitionen angewiesen, um die Infrastruktur für einen Abbau von Bodenschätzen im größeren Stil bereitzustellen. Zudem dürfte der Abbau in dem Land aufgrund der besonderen Bedingungen alles andere als kostengünstig sein. Entsprechend muss das Preisniveau am Markt stimmen.

Die Investitionen aber dürften sich lohnen: Die Rohstoffvorkommen in Grönland sind vielfältig und gehen weit über Öl und Gas hinaus, das bisher bei Erkundungsarbeiten der Branche im Fokus stand. Reiche Ressourcen dürften unter anderem im Bereich der Industrierohstoffe wie Eisenerz, Kupfer und Zink vorhanden sein. Ebenso werden Edelmetall- und Edelsteinvorkommen wie zum Beispiel Gold und Rubine dort vermutet. Und eben Seltene Erden und Uran, für die aufgrund ihrer politischen Brisanz die höchsten Hürden bestehen dürften, bis es im einzigartigen Ökosystem des Landes zu einer Förderung im großen Stil kommt.

Bereits jetzt allerdings untersucht schon eine Reihe von Unternehmen aussichtsreiche Projekte. Dutzende von Lizenzen sind vergeben. Zudem bestehen bereits erste kleine fördernde Minen, andere sollen in den kommenden zwei bis drei Jahren starten. Völlig am Anfang steht man in Grönland also bei Weitem nicht.