Kolumne von Florian Grummes

pro Aurum Chartanalyse: Trendwende beim Gold

Der Point & Figure Chart für Gold ist für mich aktuell der interessanteste Gold-Chart überhaupt. Im Gegensatz zur herkömmlichen Charttechnik gibt es bei Point & Figure Charts keinen Raum für Interpretationsfreiheit, sondern nur klare Handelsanweisungen. Widerstände und Supportlevels lassen sich aufgrund der übersichtlichen Darstellung sehr einfach identifizieren.

Durch den Wegfall der horizontalen Zeitachse konzentriert sich der Fokus des Betrachters automatisch auf den Preis. So passt auch die gesamte Kursbewegung seit Oktober 2012 übersichtlich in diesen kleinen Chart.

Tatsächlich ist es dem Goldpreis nun gelungen, hier den einjährigen Abwärtstrend zu überwinden. Damit liegt ein neues Kaufsignal vor, welches nur bei Tageschlusskursen unterhalb von 1.290,00US$ neutralisiert wird. Auf der Oberseite lässt sich zunächst ein Anstiegspotential bis auf 1.430,00US$ ausmachen. Der Ausbruch hatte sich in den letzten Wochen auf diesem Chart bereits abgezeichnet.

Auch die Candlestick-Chartanalyse deutet eine Trendwende beim Gold an. Noch am vergangenen Mittwochvormittag fiel der Goldpreis kurzeitig bis auf 1.252,00US$, nur um noch am selben Tag bis auf 1.285,00US$ anzusteigen und damit ein klares intraday reversal auf das Parkett zu legen. Nachdem am frühen Donnerstagmorgen der faule Kompromiss bzgl. der amerikanische Schuldengrenze publik wurde, zog Gold weiter an und schoss innerhalb von einer Stunde um fast 50,00US$ nach oben. Damit gelang erstmals wieder der Sprung über die 21-Tagelinie (1.309,65US$), welche den Goldpreis seit Anfang September bei allen Anstiegsversuchen nach oben gebremst hatte. Weiterhin lässt sich ein Ausbruch aus einem bullischen Keil nach oben feststellen. Der bullische Keil ist eine Bodenbildungs-Formation, die am Ende eines Abwärtstrends entsteht.

Eine Zeitebene höher scheint der Goldpreis an einem Dreieck zu arbeiten. Demnach müsste nun ein Anstieg bis knapp unterhalb von 1.400,00US$ folgen, bevor Gold noch einmal Richtung 1.300,00US$ zurücksetzen könnte. Erst dann sollte der Ausbruch über 1.400,00US$ erfolgen und der Angriff auf die starke Widerstandszone um 1.500,00US$ eingeläutet werden. Alle Indikatoren bestätigen das bullische Bild.

Aufgrund des "Government Shutdowns" in den USA lagen zuletzt keine aktuelle CoT-Daten vor.

Bis Mitte letzter Woche war die dramatische Zunahme der negativen Berichterstattung über die Edelmetalle ein untrügliches Zeichen dafür, dass die Stimmung derart im Keller angelangt war, dass zumindest eine Erholung überfällig wurde. Positive bzw. bullische Analysen waren praktisch nicht mehr existent.

Mit dem "cycle of market emotions" Chart von Frank Barbera lässt sich der typische Zyklus eines jeden Investments gut darstellen.

Ich bin der Meinung, dass der scharfe Abverkauf im April noch nicht die Kapitulation war, sondern aufgrund der damals starken physischen Nachfrage (z.B. Kleinanleger in China) als Panik einzustufen ist. Vielmehr gehe ich davon aus, dass erst Ende Juni mit dem Rutsch unter die Marke von 1.200,00US$ tatsächlich eine Art Kapitulation im Goldmarkt stattfand. Nach der 180,00US$ Korrektur seit Ende August ließ sich die miserable Stimmung der letzten zwei Wochen vortrefflich mit Niedergeschlagenheit und Depression umschreiben und passt wunderbar in das Schema. Sollte es dem Goldpreis nun gelingen wieder in Richtung 1.400,00US$ anzusteigen, dürften sich langsam etwas Hoffnung breit machen.


Gold Saisonal der letzten 30 Jahre

Bis jetzt haben sich die Edelmetalle im Oktober an die negativen saisonalen Vorgaben gehalten. Der November hingegen ist statistisch betrachtet der Monat mit den zweithöchsten Kursgewinnen des Jahres. Insofern steht die Saisonalität kurz davor wieder grünes Licht zu geben.

Die wie immer komplexe fundamentale Datenlage zeichnet unterm Strich ein durchaus positives Bild.

Vor allem aus China häufen sich die Berichte über eine starke Nachfrage. Mit 1.000 Tonnen (2012: 832,18t) dürften die Chinesen in diesem Jahr erstmals Indien als den weltgrößten Verbraucher ablösen. Gleichzeitig ist die Goldproduktion in China in den ersten 8 Monaten 2013 verglichen zum Vorjahreszeitrum um 8,18% angestiegen. Laut der China Gold Association wurden insgesamt 270,17 Tonnen Gold produziert. Damit bleibt China der weltgrößte Goldproduzent.

Vor allem aus Indien war zuletzt von einem deutlichen Anziehen der Prämien auf das physische Metall zu hören. Reuters berichtete in der vergangenen Woche von Aufgelder, die auf einen neuen Rekord in Höhe von 100,00US$ je Unze geklettert sind. Das wären fast 8% über dem Londoner Fixing. Anscheinend hat die erhöhte Nachfrage zu Beginn der Festivalsaison zu einer Knappheit geführt. Hauptgrund bleibt das knappe Angebot in Indien, weil die dortige Regierung die Goldimporte massiv behindert.

Laut dem World Gold Council haben die europäischen Zentralbanken im jüngst abgelaufenen Vertragsjahr so wenig Gold wie nie zuvor seit Jahr 1999 verkauft. Lediglich Deutschland veräußerte zu Zwecken der Münzprägung 5,1 Tonnen Gold.

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