Kohle: China konsolidiert den Bergwerkssektor

Kohle: China konsolidiert den Bergwerkssektor

China ist in Sachen Kohle in mehrerlei Hinsicht ein Superlativ. Das Land ist weltweit der größte Nachfrager des Rohstoffes, der vor allem bei der Energieerzeugung und der Stahlproduktion zum Einsatz kommt. Große Teile des Anstiegs der weltweiten Kohlenachfrage gehen auf den asiatischen Staat zurück. Doch man darf das Wort Superlativ nicht allein positiv verstehen, denn der Kohlesektor Chinas verursacht große Probleme. In erster Linie sind hier wohl die Umweltverschmutzung und die horrend hohen Unfallzahlen in den Kohlegruben des Landes zu nennen.

Für die eklatant schlechte Sicherheit der Bergwerksmitarbeiter wird China seit vielen Jahren kritisiert. Von den Rekordunfallzahlen aus dem Jahr 2002 hat sich das Land mittlerweile deutlich entfernen können. Dennoch betragen die Unfallzahlen pro eine Million Tonnen geförderter Kohle immer noch ein Vielfaches der Werte, die in anderen Nationen zu sehen sind. China hat hier immer noch enorm viel Nachholbedarf, zumal die Dunkelziffer hoch ist. Experten gehen davon aus, dass die offiziell gemeldeten Todeszahlen der vergangenen Jahre viel zu niedrig sind. Der Grund hierfür sind unter anderem viele Gruben, die sich der Kontrolle der Regierung entziehen oder sogar komplett illegal betrieben werden.

China bemüht sich, die Zahl der Bergwerke weiter zu reduzieren. Rund 12.000 Kohlegruben sollen es in dem Land sein. Bis Ende 2015 will die Staatsregierung rund 2.000 dieser Minen schließen, wie nationale Medien am Wochenende gemeldet haben. Dabei wird es vor allem kleine Bergwerke treffen, die ohnehin Probleme haben dürften, sich unter "normalen" Bedingungen am Markt zu behaupten. Aus Kostengründen sind in solchen Stollen oftmals horrend schlechte Sicherheitsstandards zu finden, schlechte Bezahlung ist ohnehin an der Tagesordnung.

Von der anstehenden Schließungswelle werden vor allem Kohlebergwerke betroffen sein, die weniger als 90.000 Tonnen pro Jahr fördern. Schlechte Karten haben vor allem solche Gruben, die hohe Unfallzahlen aufweisen oder Kohle mit unterdurchschnittlicher Qualität fördern. Hier dürften bevorzugt Schließungen erfolgen. Bei den Neuzulassungen von Bergwerksprojekten im Kohlesektor will Peking ebenfalls restriktiver vorgehen. Kohleminen unter 300.000 Tonnen jährlicher Kapazität sollen Regierungsangaben zufolge keine Genehmigungen mehr erhalten. Fördert man schlechte Qualität aus den Flözen, wird es sogar unterhalb von 900.000 Tonne wohl keine Genehmigungen mehr geben.

Die neue Genehmigungspolitik Chinas im Kohlesektor könnte sich auch auf den Weltmarkt auswirken. Bereits zuvor hat die Regierung begonnen, den Sektor zu konsolidieren und zu modernisieren. Trotz einer sinkenden Zahl von Kohlegruben konnte die Produktion im Land 2012 gesteigert werden. Die zahlreichen Zechenschließungen, die bis 2015 anstehen, bedeuten also nicht, dass sich dieser Trend ändert.

Doch die Lage ist unklar: Einerseits will China nämlich durchaus die Abhängigkeit von Rohstoffimporten verringern. Andererseits hat sich in dem Land die Marktlage bei der Kohle in den vergangenen Jahren gründlich verändert: Durch den starken Anstieg des Kohleverbrauchs ist das Land von einem Exporteur zu einem Importeur geworden und saugt enorme Mengen der Kohleproduktion im Ausland auf, unter anderem aus den riesigen Kohlerevieren Australiens. Viel wird also darauf ankommen, was schneller wächst: Chinas Kohleverbrauch oder die Förderung des Rohstoffes, insbesondere solcher Vorkommen mit guter Qualität.

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