Kolumne von Martin Siegel

Journalismus am Boden

Tagesbericht vom 14.10.13

Der Goldpreis wird am Freitag innerhalb von wenigen Minuten von 1.285 auf 1.265 $/oz gedrückt und kann sich heute Morgen im Handel in Shanghai und Hongkong nur mühsam auf 1.270 $/oz erholen. Damit notiert der Goldpreis aktuell um etwa 21 $/oz unter dem Niveau vom Freitag. Die Goldminenaktien geben weltweit nach.

Von der Weltfinanzkrise zum Crack-up-Boom (Katastrophenhausse)

Handelsblatt Online: "Zentralbanken sind schlechte Goldhändler" (08.10.13)

Die Welt: "Zentralbanken haben mit Gold 545 Mio. Dollar Verlust kassiert" (08.10.13)

Cash: "Milliardenverluste für Notenbanken wegen Gold" (12.10.13)

Kommentar: Das Niveau des Journalismus erreicht einen neuen Tiefpunkt. Nicht nur, dass die Propagandameldung von Bloomberg übernommen wird. Es werden zudem bei der Übersetzung zudem noch Fehler eingebaut, die unkritisch übernommen werden und falsche Zahlen abgeschrieben.

Während in der Bloomberg-Meldung steht, dass die Zentralbanken in diesem Jahr 350 t und 2012 535 t Gold kaufen bzw. gekauft haben, schreiben das Handelsblatt, die Welt und Cash übereinstimmend von 350 Millionen Tonnen und von 535 Millionen Tonnen. In allen 3 Artikeln werden die Zahlen trotz mehrfacher Leserhinweise bis heute nicht korrigiert.

Die Welt verharmlost den angeblichen "Verlust" der Zentralbanken von 545 Milliarden Dollar auf 545 Mio. Dollar.

Die Wertgewinne der Goldbestände zwischen 1999 und 2011 in Höhe von 1.671 Mrd Dollar werden in der Bloombergmeldung wie in allen anderen Artikeln unterschlagen.

Die vom Handelsblatt, der Welt und Cash übernommene Übersetzung unterscheidet sich nicht nur in den Millionen-Tonnen Angaben über die Goldkäufe der Zentralbanken. Ganze Absätze werden weggelassen und andere Inhalte eingefügt. Die im Zusammenhang mit der Goldpreisentwicklung von der Fed in Minneapolis vorgenommene Berechnung, dass der Goldpreis unter Berücksichtigung der Inflation nur noch die Hälfte dessen wert ist, was es 1980 mit 850 Dollar wert war, wird in allen 3 deutschen Artikeln übernommen.

Die Edelmetallmärkte

Auf Eurobasis gibt der Goldpreis bei einem unverändert labilen Dollar nach (aktueller Preis 30.145 Euro/kg, Vortag 30.661 Euro/kg). Am 18.07.11 hatte der Goldpreis die vorläufige Zielmarke von 1.600 $/oz überschritten und wurde damit erstmals seit über 20 Jahren wieder fair bewertet. Durch Preissteigerungen und die Ausweitung der Kreditmenge hat sich der faire Wert für den Goldpreis mittlerweile auf 1.800 $/oz erhöht. Mit der anhaltend volatilen Entwicklung an den Finanzmärkten ist nach heutiger Kaufkraft ein Preisband zwischen 1.700 und 1.900 $/oz gerechtfertigt. Unter 1.700 $/oz bleibt der Goldpreis unterbewertet, über 1.900 $/oz (nach heutiger Kaufkraft) beginnt eine relative Überbewertung. Bei einem Goldpreis von über 1.800 $/oz können viele Goldproduzenten profitabel wachsen und die Goldproduktion insgesamt längerfristig erhöhen. Bei einem Goldpreis von unter 1.700 $/oz wird die Goldproduktion mittelfristig sinken. Wegen der fehlenden Anlagealternativen empfiehlt es sich, auch zum Beginn einer zu erwartenden Übertreibungsphase voll in Gold, Silber und den Edelmetallaktien investiert zu bleiben. Mit der negativen Berichterstattung in den letzten Monaten wurden die schwachen Hände aus dem Goldmarkt vertrieben, so dass nach dem Ausverkauf bis Ende Juni wieder mit einer stabileren und ruhigeren Preisentwicklung gerechnet werden kann. In der kommenden Inflationsphase (Crack-up-Boom, Beschreibung in der Zeitschrift "Smart-Investor", Ausgabe April 2009 (http://www.smartinvestor.de/pdf/Smart-Investor-4-2009-S-44-49.pdf) wird der Zielkurs des Goldpreises deutlich angehoben werden müssen.

Silber gibt nach (aktueller Preis 21,10 $/oz, Vortag 21,61 $/oz). Platin verliert (aktueller Preis 1.368 $/oz, Vortag 1.386 $/oz). Palladium entwickelt sich stabil (aktueller Preis 711 $/oz, Vortag 708 $/oz). Die Basismetalle geben leicht nach.

Der New Yorker Xau-Goldminenindex verliert 2,0 % oder 1,8 auf 86,8 Punkte. Bei den Standardwerten fallen Eldorado 4,8 % sowie Barrick und New Gold jeweils 3,9 %. Bei den kleineren Werten geben Volta 11,1 %, Lydian 9,5 % und Gold Canyon 9,2 % nach. Aura erholt sich um 11,8 %. Bei den Silberwerten fallen Silver Bull 10,0 %, Aurcana 8,4 % und Bear Creek 7,2 %.

Die südafrikanischen Werte entwickeln sich im New Yorker Handel nachgebend. Gold Fields verliert 3,6 %.

Die australischen Goldminenaktien entwickeln sich heute Morgen schwächer. Bei den Produzenten fallen Dragon 18,6 %, Tanami 8,2 % und Alacer 6,7 %. Hill End können 20,0 % und Ramelius 5,8 % zulegen. Bei den Explorationswerten gibt Northern Mining 11,8 % ab. Gold Road können 16,7 %, Bassari 14,3 % und Mutiny 9,4 % zulegen. Bei den Metallwerten verliert Oz Minerals 9,2 %.

Stabilitas Fonds

Der Stabilitas Pacific Gold+Metals Fonds (A0ML6U) verliert 3,1 % auf 54,88 Euro. Die besten Fondswerte sind heute Gold Road (+16,7 %) und Ramelius (+5,8 %). Belastet wird der Fonds durch die Kursrückgänge der Veris (-6,9 %), Papillon (-6,9 %) und Alacer (-6,7 %). Der Fonds dürfte sich heute zum Xau-Vergleichsindex stabil entwickeln.

In der Auswertung zum 30.09.13 verliert der Fonds mit 9,5 % weniger als der Xau-Vergleichsindex, der um 12,6 % zurückfällt. Der Verlust seit Jahresbeginn erhöht sich damit auf 48,2 % und nähert sich dem Verlust des Xau-Vergleichsindex (-43,0 %) an. Das Fondsvolumen reduziert sich durch Kursverluste und Abflüsse von 12,3 auf 9,6 Mio Euro.

Verlust im Jahr 2008: 63,5 %
Gewinn im Jahr 2009: 131,1 % (bester Goldminenfonds)
Gewinn im Jahr 2010: 81,3 % (zweitbester Goldminenfonds)
Verlust im Jahr 2011: 22,3 %
Verlust im Jahr 2012: 14,0 %
Verlust im Jahr 2013: 48,2 %

Im Januar 2013 erhält der Fonds zum dritten Mal in Folge den Fund Award der Zeitschrift Euro/Euro am Sonntag – für das Jahr 2012 als zweitbester Goldminenfonds im 3-Jahreszeitraum.

Hinweis: Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein Indikator für zukünftige Ergebnisse.

Der Stabilitas Silber & Weissmetalle (A0KFA1) verliert 0,2 % auf 25,53 Euro. Der Fonds wird heute durch die Kursverluste der Aurcana (-8,4 %), Bear Creek (-7,2 %) und US-Silver (-5,8 %) belastet und dürfte etwas stärker als der Hui-Vergleichsindex nachgeben.

Auf Sicht der letzten 3 Jahre platziert sich der Fonds auf dem 11. Rang von 88 Fonds http://www.onvista.de/fonds/performance.html?TIME_SPAN=3Y&DIA=ABS&TYPE_FUND=72&FOCUS=5584&SELECTED_ID=EUR

In der Auswertung zum 30.09.13 verliert der Fonds mit 15,7 % stärker als der Hui-Vergleichsindex, der um 12,6 % nachgibt. Dennoch kann sich der Fonds seit dem Jahresbeginn mit einem Verlust von 42,6 % gegenüber dem Hui-Vergleichsindex (-47,8 %) noch relativ gut behaupten. Das Fondsvolumen fällt durch die Kursverluste und Rücknahmen von 25,1 auf 20,0 Mio Euro zurück.

Verlust im Jahr 2008: 75,6 %
Gewinn im Jahr 2009: 47,9 %
Gewinn im Jahr 2010: 60,3 % (zweitbester Rohstofffonds 2010, Euro und Euro am Sonntag)
Verlust im Jahr 2011: 27,3 %
Verlust im Jahr 2012: 3,7 %
Verlust im Jahr 2013: 42,6 %

Hinweis: Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein Indikator für zukünftige Ergebnisse.

Der Stabilitas Gold+Resourcen (A0F6BP) verliert 2,3 % auf 21,94 Euro. Die besten Fondswerte sind heute Gold Road (+16,7 %) und Ramelius (+5,8 %). Belastet wird der Fonds durch die Kursrückgänge der Veris (-6,9 %), Detour (-5,8 %) und St Barbara (-5,4 %). Der Fonds dürfte heute weniger als der Xau-Vergleichsindex nachgeben.

In der Auswertung zum 30.09.13 verliert der Fonds mit 8,4 % deutlich weniger als der Xau-Vergleichsindex, der um 12,6 % zurückfällt. Der Jahresverlust nähert sich mit 45,1 %, dem Verlust des Xau-Vergleichsindex (-43,0 %) weiter an. Das Fondsvolumen fällt durch die Kursverluste von 2,9 auf 2,7 Mio Euro zurück.

Verlust im Jahr 2008: 64,4 %
Gewinn im Jahr 2009: 12,4 %
Gewinn im Jahr 2010: 21,8 %
Verlust im Jahr 2011: 30,9 %
Verlust im Jahr 2012: 20,1 %
Verlust im Jahr 2013: 45,1 %

Hinweis: Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein Indikator für zukünftige Ergebnisse.

Der Stabilitas Gold & Resourcen Special Situations (A0MV8V) verliert 1,4 % auf 21,76 Euro. Die besten Fondswerte sind heute Gladiator (+25,0 %), Gold Road (+16,7 %) und Mt Magnet (+10,0 %). Belastet wird der Fonds durch die Kursrückgänge der Timmins (-8,9 %), St Barbara (-5,4 %) und Resolute (-5,4 %). Der Fonds dürfte sich heute zum TSX-Venture Vergleichsindex stabil entwickeln.

In der Auswertung zum 30.09.13 kann der Fonds um 4,5 % zulegen und entwickelt sich damit freundlicher als der TSX-Venture Vergleichsindex, der sich um 1,6 % verbessert. Der Verlust seit dem Jahresbeginn reduziert sich auf 41,7 %, bleibt aber immer noch deutlich hinter dem TSX-Venture Vergleichsindex, der seit dem Jahresbeginn um 24,9 % nachgibt. Das Fondsvolumen erhöht sich parallel zu den Kursgewinnen von 1,1 auf 1,2 Mio Euro. Zum Stichtag, den 30.09.13 hat der Stabilitas Gold& Resourcen Special Situations den Stabilitas Growth Small Cap steuerneutral übernommen.

Verlust im Jahr 2008: 73,9 %
Gewinn im Jahr 2009: 73,1 %
Gewinn im Jahr 2010: 87,4 % (bester Rohstoff- und Energiefonds, Handelsblatt)
Verlust im Jahr 2011: 22,3 %
Verlust im Jahr 2012: 37,1 %
Verlust im Jahr 2013: 41,7 %

Hinweis: Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein Indikator für zukünftige Ergebnisse.

Der Stabilitas Growth-Small Cap (A0LF6K) wurde am 30. September 2013 vom Stabilitas Gold + Resourcen Special Situations steuerneutral übernommen.

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