Am Donnerstag ist Stichtag: Dann erreichen die Schulden in den USA die gesetzlich festgelegte Obergrenze. Und der Goldmarkt dürfte sich diese Woche stark darauf konzentrieren, ob es den Republikanern und Präsident Barack Obama gelingt, eine Einigung zu erzielen, die es erlaubt die Schuldenobergrenze anzuheben – oder eben nicht.

Gold und auch die breiteren Märkte waren schon vergangene Woche durch die anhaltenden Grabenkämpfe in der US-Politik hoher Volatilität unterworfen. Die Aktienmärkte hatten zum Wochenschluss allerdings eine deutliche Erholung verzeichnet, nachdem eine mögliche – vorübergehende – Einigung im Haushaltsstreit in den Vereinigten Staaten bekannt wurde. Dieses Angebot der Republikaner aber wurde von Präsident Obama später als unzureichend zurückgewiesen, sodass die Unsicherheit sich diese Woche fortsetzen dürfte. Zumindest bis zum Donnerstag, denn dann hat das Finanzministerium keine Berechtigung mehr neue Schulden aufzunehmen. Das könnte bedeuten, dass bestehende Verbindlichkeiten nicht bedient werden könnten.

In der vergangenen Woche jedenfalls war die Stimmung für Gold ohnehin negativ und einige Großbanken wie Goldman Sachs oder Morgan Stanley hatten darüber hinaus bearishe Prognosen für den Goldpreis abgegeben. Mehrere Marktbeobachter erklärten, dass sie solange an der Seitenlinie bleiben würden, bis es eine Einigung zwischen Republikanern und Demokraten gibt, um nicht in volatile Preisschwankungen zu geraten.

In einer Umfrage des Brancheninformationsdienstes Kitco News sagten von 26 Teilnehmern vier einen steigenden Goldpreis voraus, weitere vier Befragte rechnen mit einem Seitwärtstrend und 18 Teilnehmer erwarten einen Preisrückgang. Bei den Befragten handelt es sich um Goldhändler, Investmentbanken, Futures Trader und Chartanalysten.

Nach Ansicht der Citibank Institutional Client Group wird die Goldpreisentwicklung diese Woche auf jeden Fall davon abhängen, was in Washington geschieht. Sollte es einen Konsens geben, die Schuldenobergrenze längerfristig anzuheben, dann, glauben die Experten, könnte der Goldpreis eine Rallye hinlegen, da dann Schnäppchenjäger in den Markt kommen würden.

Sollte es aber keine Vereinbarung geben oder eine Anhebung um nur sechs Wochen beschlossen werden, würde sich die aktuelle Unsicherheit und Volatilität fortsetzen. Und zwar bis in die Thanksgiving- und Weihnachtsfeiertage, was der US-Wirtschaft schaden könnte, da dann viele US-Verbraucher wohl weniger Geld ausgeben würden.

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