Kolumne von Martin Siegel

Fed-Chef Bernanke versteht Gold nicht (Teil 1)

Tagesbericht vom 10.10.13

Der Goldpreis verliert im gestrigen New Yorker Handel leicht von 1.310 auf 1.307 $/oz. Heute Morgen gibt der Goldpreis im Handel in Shanghai und Hongkong weiter nach und notiert aktuell mit 1.302 $/oz um etwa 15 $/oz unter dem Vortagesniveau. Die Goldminenaktien fallen weltweit zurück.

Von der Weltfinanzkrise zum Crack-up-Boom (Katastrophenhausse)

Handelsblatt Online: "Zentralbanken sind schlechte Goldhändler" (Teil 1)

Auffällig ist zunächst, dass falsche Zahlen veröffentlicht werden, die trotz mehrfacher Leserhinweise nicht korrigiert werden. So werden im Artikel Goldkäufe der Zentralbanken für 2012 mit 535 Millionen Tonnen und für 2013 mit bis zu 350 Millionen Tonnen angeben. Dabei liegen die Schätzungen bei 535 Tonnen und bei 350 Tonnen.

Aus dem Artikel: Im Juli hat Ben Bernanke vor dem Bankenausschuss des US-Senats erklärt, dass "niemand den Goldpreis wirklich versteht und ich auf nicht vorgeben will, ihn wirklich zu verstehen".

Kommentar 1: Alan Greenspan, der Vorgänger Bernankes hat Gold in seinem Artikel "Gold und wirtschaftliche Freiheit" klar und deutlich erklärt: "Ohne Goldstandard gibt es keine Möglichkeit, Ersparnisse vor der Enteignung durch Inflation zu schützen. Es gibt dann kein sicheres Wertaufbewahrungsmittel mehr. Die Finanzpolitik des Wohlfahrtsstaates macht es erforderlich, dass es für Vermögensbesitzer keine Möglichkeit gibt, sich zu schützen. Das ist das schäbige Geheimnis, dass hinter der Verteufelung des Goldes durch die Vertreter des Wohlfahrtsstaates steht. Staatsverschuldung ist einfach ein Mechanismus für die "versteckte" Enteignung von Vermögen. Gold verhindert diesen heimtückischen Prozess. Es beschützt Eigentumsrechte. Wenn man das einmal verstanden hat, ist es nicht mehr schwer zu verstehen, warum die Befürworter des Wohlfahrtstaates gegen den Goldstandard sind" (Alan Greenspan 1966).

Kommentar 2: Die Deutsche Bundesbank erklärt: "Der Gesetzgeber hat der Bundesbank die deutschen Währungsreserven anvertraut. Diese bestehen aus Gold, Devisen und Sonderziehungsrechten. Die Gegenleistung ist Geldwertstabilität" (17.02.2012). Wenn der Chef der Fed, Ben Bernanke, den Goldpreis nicht versteht, Gold aber den weitaus größten Anteil an den Währungsreserven hat, die ihm anvertraut worden sind, um als Gegenleistung Geldwertstabilität zu erhalten, dann sind massive Zweifel an der Aufgabenerfüllung der Fed (und anderer Zentralbanken) angebracht.

Die Edelmetallmärkte

Auf Eurobasis gibt der Goldpreis bei einem stabileren Dollar leicht nach (aktueller Preis 31.156 Euro/kg, Vortag 31.236 Euro/kg). Am 18.07.11 hatte der Goldpreis die vorläufige Zielmarke von 1.600 $/oz überschritten und wurde damit erstmals seit über 20 Jahren wieder fair bewertet. Durch Preissteigerungen und die Ausweitung der Kreditmenge hat sich der faire Wert für den Goldpreis mittlerweile auf 1.800 $/oz erhöht. Mit der anhaltend volatilen Entwicklung an den Finanzmärkten ist nach heutiger Kaufkraft ein Preisband zwischen 1.700 und 1.900 $/oz gerechtfertigt. Unter 1.700 $/oz bleibt der Goldpreis unterbewertet, über 1.900 $/oz (nach heutiger Kaufkraft) beginnt eine relative Überbewertung. Bei einem Goldpreis von über 1.800 $/oz können viele Goldproduzenten profitabel wachsen und die Goldproduktion insgesamt längerfristig erhöhen. Bei einem Goldpreis von unter 1.700 $/oz wird die Goldproduktion mittelfristig sinken. Wegen der fehlenden Anlagealternativen empfiehlt es sich, auch zum Beginn einer zu erwartenden Übertreibungsphase voll in Gold, Silber und den Edelmetallaktien investiert zu bleiben. Mit der negativen Berichterstattung in den letzten Monaten wurden die schwachen Hände aus dem Goldmarkt vertrieben, so dass nach dem Ausverkauf bis Ende Juni wieder mit einer stabileren und ruhigeren Preisentwicklung gerechnet werden kann. In der kommenden Inflationsphase (Crack-up-Boom, Beschreibung in der Zeitschrift "Smart-Investor", Ausgabe April 2009 (http://www.smartinvestor.de/pdf/Smart-Investor-4-2009-S-44-49.pdf) wird der Zielkurs des Goldpreises deutlich angehoben werden müssen.

Silber gibt leicht nach (aktueller Preis 21,99 $/oz, Vortag 22,27 $/oz). Platin verliert (aktueller Preis 1.381 $/oz, Vortag 1.395 $/oz). Palladium entwickelt sich relativ stabil (aktueller Preis 704 $/oz, Vortag 708 $/oz). Die Basismetalle entwickeln sich uneinheitlich. Kupfer fällt 1,9 % zurück.

Der New Yorker Xau-Goldminenindex erholt sich nach einer schwächeren Eröffnung und schließt mit einem Verlust von 0,2 % oder 0,1 Punkten bei 88,8 Punkten. Bei den Standardwerten erholt sich Yamana um 2,1 %. Bei den kleineren Werten brechen Carpathian um 33,3 % und Pretium um 30,5 % ein. Carpathian meldet die Verschiebung des Beginns der Goldproduktion im RDM Projekt auf das Dezemberquartal und massive Finanzierungsprobleme. Besonders bitter ist eine Kapitalerhöhung über 19,4 Mio $, die im September bei 0,14 $ abgeschlossen wurde bei einem aktuellen Aktienkurs von 0,09 $. Bei Pretium hat die Firma Strathcona die Überprüfung der Bohrergebnisse der Firma Snowden ohne Begründung abgebrochen, was eine extreme Unsicherheit über die hochgradige Ressourcen des Brucejack und Snowfield Projekts zur Folge hat. Bei den Silberwerten geben United 10,0 %, Sabina 7,8 % und Aurcana 6,0 % ab.

Die südafrikanischen Werte entwickeln sich im New Yorker Handel stabil. DRD können 4,2 % und Anglogold 2,6 % zulegen.

Die australischen Goldminenaktien entwickeln sich heute Morgen schwächer. Bei den Produzenten fallen St Barbara 9,1 %, Teranga 8,6 % und Regis 7,3 %. Millennium erholt sich um 5,6 %. Bei den Explorationswerten fallen Mutiny 13,9 % und Drake 11,1 %. Die Metallwerte zeigen sich wenig verändert.

Stabilitas Fonds

Der Stabilitas Pacific Gold+Metals Fonds (A0ML6U) verbessert sich um 1,1 % auf 57,00 Euro. Die besten Fondswerte sind heute Millennium (+5,6 %), DRD (+4,2 %) und Veris (+3,6 %). Belastet wird der Fonds durch die Kursrückgänge der St Barbara (-9,1 %), Teranga (-8,6 %) und Medusa (-6,5 %). Der Fonds dürfte heute gegen den Xau-Vergleichsindex nachgeben.

In der Auswertung zum 30.09.13 verliert der Fonds mit 9,5 % weniger als der Xau-Vergleichsindex, der um 12,6 % zurückfällt. Der Verlust seit Jahresbeginn erhöht sich damit auf 48,2 % und nähert sich dem Verlust des Xau-Vergleichsindex (-43,0 %) an. Das Fondsvolumen reduziert sich durch Kursverluste und Abflüsse von 12,3 auf 9,6 Mio Euro.

Verlust im Jahr 2008: 63,5 %
Gewinn im Jahr 2009: 131,1 % (bester Goldminenfonds)
Gewinn im Jahr 2010: 81,3 % (zweitbester Goldminenfonds)
Verlust im Jahr 2011: 22,3 %
Verlust im Jahr 2012: 14,0 %
Verlust im Jahr 2013: 48,2 %

Im Januar 2013 erhält der Fonds zum dritten Mal in Folge den Fund Award der Zeitschrift Euro/Euro am Sonntag – für das Jahr 2012 als zweitbester Goldminenfonds im 3-Jahreszeitraum.

Hinweis: Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein Indikator für zukünftige Ergebnisse.

Der Stabilitas Silber & Weissmetalle (A0KFA1) verliert 3,0 % auf 25,84 Euro. Der Fonds wird heute durch die Kursrückgänge der Sabina (-7,8 %), Aurcana (-6,0 %) und US-Silver (-5,5 %) belastet und dürfte stärker als der Hui-Vergleichsindex nachgeben.

Auf Sicht der letzten 3 Jahre arbeitet sich der Fonds auf den 10. Platz von 88 Fonds nach oben: http://www.onvista.de/fonds/performance.html?TIME_SPAN=3Y&DIA=ABS&TYPE_FUND=72&FOCUS=5584&SELECTED_ID=EUR

In der Auswertung zum 30.09.13 verliert der Fonds mit 15,7 % stärker als der Hui-Vergleichsindex, der um 12,6 % nachgibt. Dennoch kann sich der Fonds seit dem Jahresbeginn mit einem Verlust von 42,6 % gegenüber dem Hui-Vergleichsindex (-47,8 %) noch relativ gut behaupten. Das Fondsvolumen fällt durch die Kursverluste und Rücknahmen von 25,1 auf 20,0 Mio Euro zurück.

Verlust im Jahr 2008: 75,6 %
Gewinn im Jahr 2009: 47,9 %
Gewinn im Jahr 2010: 60,3 % (zweitbester Rohstofffonds 2010, Euro und Euro am Sonntag)
Verlust im Jahr 2011: 27,3 %
Verlust im Jahr 2012: 3,7 %
Verlust im Jahr 2013: 42,6 %

Hinweis: Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein Indikator für zukünftige Ergebnisse.

Der Stabilitas Gold+Resourcen (A0F6BP) verliert 0,5 % auf 22,62 Euro. Die besten Fondswerte sind heute Lake Shore (+7,0 %), DRD (+4,2 %) und Veris (+3,6 %). Belastet wird der Fonds durch die Kursrückgänge der Intern. Tower Hill (-11,8 %), St Barbara (-9,1 %) und Evolution (-6,4 %). Der Fonds dürfte heute stärker als der Xau-Vergleichsindex nachgeben.

In der Auswertung zum 30.09.13 verliert der Fonds mit 8,4 % deutlich weniger als der Xau-Vergleichsindex, der um 12,6 % zurückfällt. Der Jahresverlust nähert sich mit 45,1 %, dem Verlust des Xau-Vergleichsindex (-43,0 %) weiter an. Das Fondsvolumen fällt durch die Kursverluste von 2,9 auf 2,7 Mio Euro zurück.

Verlust im Jahr 2008: 64,4 %
Gewinn im Jahr 2009: 12,4 %
Gewinn im Jahr 2010: 21,8 %
Verlust im Jahr 2011: 30,9 %
Verlust im Jahr 2012: 20,1 %
Verlust im Jahr 2013: 45,1 %

Hinweis: Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein Indikator für zukünftige Ergebnisse.

Der Stabilitas Gold & Resourcen Special Situations (A0MV8V) verliert 0,5 % auf 22,21 Euro. Die besten Fondswerte sind heute Indo Mines (+17,8 %), Millennium (+5,6 %) und Indophil (+3,2 %). Belastet wird der Fonds durch die Kursrückgänge der Pacific Ore (-16,7 %), St Barbara (-9,1 %) und Evolution (-6,4 %). Der Fonds dürfte heute gegen den TSX-Venture Vergleichsindex nachgeben.

In der Auswertung zum 30.09.13 kann der Fonds um 4,5 % zulegen und entwickelt sich damit freundlicher als der TSX-Venture Vergleichsindex, der sich um 1,6 % verbessert. Der Verlust seit dem Jahresbeginn reduziert sich auf 41,7 %, bleibt aber immer noch deutlich hinter dem TSX-Venture Vergleichsindex, der seit dem Jahresbeginn um 24,9 % nachgibt. Das Fondsvolumen erhöht sich parallel zu den Kursgewinnen von 1,1 auf 1,2 Mio Euro. Zum Stichtag, den 30.09.13 hat der Stabilitas Gold& Resourcen Special Situations den Stabilitas Growth Small Cap steuerneutral übernommen.

Verlust im Jahr 2008: 73,9 %
Gewinn im Jahr 2009: 73,1 %
Gewinn im Jahr 2010: 87,4 % (bester Rohstoff- und Energiefonds, Handelsblatt)
Verlust im Jahr 2011: 22,3 %
Verlust im Jahr 2012: 37,1 %
Verlust im Jahr 2013: 41,7 %

Hinweis: Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein Indikator für zukünftige Ergebnisse.

Der Stabilitas Growth-Small Cap (A0LF6K) wurde am 30. September 2013 vom Stabilitas Gold + Resourcen Special Situations steuerneutral übernommen.

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