Phosphate: Kaum bekannt und doch so unendlich wichtig!

Phosphate: Kaum bekannt und doch so unendlich wichtig!

Die Düngemittelsparte gilt als eine der weltweiten Wachstumsbranchen. Das hat gute Gründe: Einer steigenden Zahl von Menschen auf der Erde stehen zunehmend schrumpfende Ackerflächen gegenüber. Der Vormarsch der Wüsten und die zunehmende Verstädterung kosten Anbauflächen. Zugleich nehmen die Ernährungsbedürfnisse in der Weltbevölkerung zu – hier hinterlässt vor allem der starke wirtschaftliche Aufschwung in Asien seine Spuren. Hinzu kommt die wachsende Konkurrenz zu den Rohstoffen für Biotreibstoffe.

Kein Wunder, dass die Düngemittelsparte heiß umkämpft ist. Die Turbulenzen, die jüngst um die russische Uralkali, den Konkurrenten des DAX-notierten deutschen Konzerns K+S, ausgebrochen sind, zeigen die Machtkämpfe um den milliardenschweren und wachstumsstarken Kalimarkt. Doch nicht nur Kali-Verbindungen als Düngemittel sind wichtig für Pflanzen, auch andere Stoffe haben ihre Bedeutung, unter anderem Phosphor, ein essentieller Bestandteil zum Beispiel von DNA. Das Element ist zwar reichlich im Boden vorhanden, allerdings weitgehend gebunden und damit für Pflanzen nicht nutzbar. Die Folge: Um den Ertrag zu verbessern, müssen phosphorbasierte Düngemittel ausgebracht werden. Die Folge ist ein jährliches Nachfragewachstum nach solchen Phosphaten im kleineren einstelligen Prozentbereich.

Kein Wunder also, dass sich Experten längst Gedanken um den Stoff machen, während die Börse den Bodenschatz selbst bisher nicht in das Zentrum des Geschehens gestellt hat. Dabei ist der Rohstoff durchaus spannend, denn er weist einige Besonderheiten auf. Die wichtigste: Keiner weiß so recht, wie viel Phosphor bzw. Phosphate eigentlich noch abbaubar vorhanden sind. Das bringt große Unsicherheiten für die langfristige Versorgung mit dem Rohstoff mit sich. Hinzu kommt, dass das Land Marokko bei der Förderung eine ähnliche Rolle einnimmt wie China bei den Seltenen Erden, zumindest was den Marktanteil bei den Rohstoffreserven angeht. In dem nordafrikanischen Land sollen laut U.S. Geological Survey rund drei Viertel der weltweiten Phosphorvorräte liegen. Das Land ist derzeit aber nur Nummer drei im weltweiten Abbau des Bodenschatzes, Marktführer ist China.

Die Verteilung der Phosphorvorräte birgt durchaus Sprengstoff, denn vor allem Europa und die Nummer zwei in der Phosphorförderung, die USA, deren Vorräte aber zur Neige gehen, werden auf Importe angewiesen sein. Diese allerdings kommen aus oftmals instabilen Gebieten, zu nennen sind hier insbesondere die Westsahara, aber auch Syrien, das über rund 3 Prozent der weltweiten Reserven verfügen soll. Hinzu kommt, dass sich die Versorgung des Weltmarktes mit der essentiellen Düngemittel-Basissubstanz zu rund drei Vierteln in der Hand von vier Ländern befindet: China, Vereinigte Staaten von Amerika, Marokko und Russland.

Kein Wunder also, dass man sich weltweit Gedanken um das zukünftige Phosphorangebot macht. Manche Experten fordern, dass die Politik den so wichtigen Markt reguliert. Eine durchaus nachvollziehbare Forderung, wenn man die Bedeutung des Rohstoffes für die Ernährung kennt. Andere Ansätze gehen dahin, den Rohstoff aus Recyclingprozessen zu gewinnen, um somit vom Bergbau unabhängiger zu werden. Wissenschaftler tüfteln unter anderem an Prozessen, wie man das Element bzw. Phosphate aus Schlachtabfällen oder wässrigen Lösungen gewinnen kann. Auch die Politik, unter anderem die Europäische Union, hat sich längst in den Forschungsprozess eingeschaltet. Nun sollen die vielen verschiedenen Forschungsvorhaben koordinierter ablaufen. Bis zu einem Durchbruch dürfte aber noch Zeit vergehen.

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