Der nach Marktkapitalisierung derzeit größte Goldproduzent der Welt Goldcorp (WKN 890493) schließt neue Übernahmen und sogar kapitalintensive Großprojekte trotz des niedrigen Goldpreises nicht aus – ganz im Gegensatz zum Rest der Branche. Das erklärte CEO Chuck Jeannes gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters gestern auf dem Denver Gold Forum.

Der Einbruch des Goldpreises und der branchenweite Anstieg der Produktionskosten drücken genau wie bei der Konkurrenz auch bei Goldcorp auf den Cashflow. Doch der Konzern hat die Exzesse bei Akquisitionen und Projektkäufen in der jüngeren Vergangenheit zum großen Teil nicht mitgemacht und verfügt so über eine vergleichsweise starke Bilanz.

Und, so Jeannes weiter, „Wachstum“ sei schließlich kein Schimpfwort, auch wenn ein Großteil der Branche derzeit so tue. Goldcorp werde sich zwar hauptsächlich darauf konzentrieren, die drei bestehenden Projekte zu errichten, die die Goldproduktion in den kommenden fünf Jahren steigen lassen sollen, man schaue sich aber gleichzeitig nach neuen Möglichkeiten um, so der CEO weiter. Und wenn die Konkurrenz sich zurückhalte, stünden die Chancen vielleicht sogar besser, führte Jeannes aus.

Barrick Gold (WKN 870450), der nach Ausstoß größte Goldproduzent der Welt, hat unmissverständlich erklärt, dass man angesichts des schwierigen Umfelds keine Pläne habe, neue Minen zu bauen. Zumal einige Investoren immer noch über Deals verärgert sind, die Barrick während des Rohstoffbooms abgeschlossen hat – insbesondere die 7,3 Mrd. CAD schwere Übernahme des auf Afrika ausgerichteten Kupferproduzenten Equinox im Jahr 2011. Und auch die Kostenexplosion auf Barricks Pascua-Lama-Projekt stößt den Aktionären sauer auf.

Goldcorp selbst hatte einige operative Probleme auf der Peñasquito-Mine in Mexico und 2012 zwangen Genehmigungsprobleme den Konzern, das El Morro-Projekt in Chile auf Eis zu legen. Dennoch überholte man Barrick nach Marktkapitalisierung, obwohl Goldcorp weniger des gelben Metalls produziert.

Jeannes räumt ein, dass die Investoren Projekten mit hohem Kapitalbedarf skeptisch gegenüberstehen, doch sehe Goldcorp sich nach qualitativ hochwertigen Assets um, die gute Renditen versprechen. Dabei berücksichtige man natürlich auch Kosten, Größe, Minenleben und die Lage des Sektors. Sollte hierbei alles stimmen, aber die geschätzten Kosten hoch ausfallen, sei das letzteres kein Faktor, der Goldcorp davon abhalte, weiter voranzuschreiten, so Jeannes.

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