Kolumne von Ingrid Heinritzi

Nickel und Gold hui, Erdöl pfui

Nicht jeder Rohstoff dürfte vom weiter günstigen Fed-Geld gleich profitieren. Unterbewertete Rohstoffe besitzen dabei die besseren Chancen. Zu diesem Kreis zählen die Analysten der Credit Suisse Agrar-Produkte wie Zucker und Kaffee, doch vor allem Nickel und Gold.

"Yes, we can," könnte Ben Bernanke gedacht haben, als er die Marktreaktionen sah. Der US-Notenbank Chef hatte zuvor erklärt, dass keine Bremsmanöver in der Geldschöpfung probiert werden. Die Kurse vieler Aktienbörsen und einiger Rohstoffe gingen daraufhin stark nach oben. So legte zum Beispiel Gold den stärksten Anstieg der vergangenen 15 Monate hin.

Eigentlich wäre es ja gar keine gute Vorgabe, wenn die US-Notenbank Fed weiter Geld in die Wirtschaft pumpen muss. Immerhin bedeutet dies, dass die US-Wirtschaft nicht auf den eigenen Beinen stehen kann – noch nicht. Das limitiert natürlich auch die Nachfrage nach Rohstoffen. Doch auf der anderen Seite erwarten die Investoren nun, dass gerade wegen des nicht versiegenden Geldregens die Pflänzchen der US-Wirtschaft sprießen werden. Zudem bedeuten die Anleihekäufe der Fed weiter günstiges Geld für andere Teile der Erde. Auch dort wird damit die Konjunktur angeregt.

Doch das bedeutet nicht, dass mit florierender Konjunktur auch jeder Rohstoff zulegen muss. Die Rohstoff-Experten der Schweizer Großbank Credit Suisse gehen jedoch insgesamt davon aus, dass die einsetzende Wachstumsstabilisierung in den Schwellenländern positiv für Rohstoffe ist. Doch die Analysten erkennen nicht bei jedem Rohstoff Chancen. Es gibt eine ganze Reihe von Produkten, die aus heutiger Sicht stark überbewertet sind. Das bedeutet, dass diese sich in nächster Zeit eher verbilligen dürften.

Spitzenreiter aus diesem Kreis ist Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI). Nach den Berechnungen der Credit Suisse-Experten ist WTI unter den beobachteten Rohstoffen am stärksten überbewertet. Hier dürfte also der Preis eher nach unten gehen. Nicht ganz so stark, aber dennoch überbewertet befinden die Analysten Rohöl der Sorte Brent, US-Erdgas, Zinn , Sojabohnen, Mais und Blei. Vor allem die Überbewertung der als Brennstoff für die Konjunktur notwendigen Energieträger ist dabei nicht unbedingt schlechte Kunde. Denn kommt es zu einer Preisabschwächung wäre dies ein zusätzliches Konjunkturprogramm. Rund um den Globus würde dies in der Wirtschaft dankbar angenommen.

Wiederum weitergedacht, würde also ein Preisnachlass bei Öl und Gas die Nachfrage nach Metallen – und natürlich Öl, Gas und Kohle – antreiben. Die Preise könnten dann zulegen. Da konjunkturabhängige Metalle wie Nickel, Kupfer, Aluminium, Zink, Platin und Palladium ohnehin in der Berechnung der Credit Suisse unterbewertet sind, scheint derzeit ein Investment in diese Rohstoffe weniger risikoreich als in Öl.

Interessant ist auch, dass die Edelmetalle Silber und vor allem Gold als unterbewertet gelten. Das bedeutet demzufolge derzeit gute Chancen seine Goldbestände aufzustocken. Da die Aktionen der amerikanischen Notenbank ja auch inflationäre Tendenzen hervorbringen könnten, bleibt Gold als Absicherung weiter eine Lösung. Physisch in Form von Euwax- oder Xetra Gold-Zertifikaten (ETCs) oder in kleinerem Rahmen in Goldmünzen bedeutet immer eine gute Grundabsicherung.

Da das günstige Fed-Geld zudem die Aktienbörsen positiv anregt, könnte nun auch die Zeit der Goldminen-Aktien kommen. Fundamental starke Titel sind als erster Baustein zu bevorzugen. Doch für Anleger, die etwas Nervenkitzel lieben, halten auch kleinere Produzenten und sogar reine Explorations-Unternehmen sehr gute Chance-Risiko-Ralationen bereit.

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