Im Bergbauland Südafrika wird die Rohstoff-Ausbeute immer geringer. Daran ändern auch gute Juli-Zahlen nicht viel. Nur der Abbau von Kohle und Eisenerz kann dem Dilemma noch trotzen. Platin und Gold werden dagegen weniger.

Vor 43 Jahren buddelten die südafrikanischen Goldgräber rund 80 Prozent der weltweiten Goldproduktion aus ihrer heimischen Erde. Diese Jahr dürften es gerade noch 6 Prozent der Weltproduktion werden. Bis zum nächsten Jahrzehnt könnte die südafrikanische Goldproduktion sogar unter 100 Tonnen pro Jahr fallen. Dann würde Südafrika sogar auf den 7. Platz der Goldfördernationen unserer Erde zurückfallen, hinter Kanada.

Insgesamt sieht es im südafrikanischen Bergbau nicht gerade rosig aus. Daran ändert sich auch nicht viel, dadurch dass im Juli 2013 gegenüber Juni 2013 rund 3,2 Prozent mehr Ausstoß erreicht wurde, was gegenüber Juli 2012 immerhin eine Steigerung um 0,6 Prozent bedeutet. Doch das langfristige Gesamtbild sieht verheerend aus. Nicht nur dass die Goldproduktion von Juni 2012 bis Juni 2013 um 14,1 Prozent zurückging. Vor allem die Förderung von metallischen Mineralien brach um 38 Prozent ein, die Diamantenförderung ließ um 22,9 Prozent nach und von den Platinmetallen Platin, Palladium und Rhodium wurde 18,9 Prozent weniger aus dem Boden geholt. Gäbe es nicht die Kohle- und vor allem Eisenerzgruben, wäre es um den südafrikanischen Bergbau extrem schlecht bestellt. Kohle ist derzeit der wichtigste Rohstoff für die südafrikanische Minenbranche. Platinmetalle liegen auf Platz 2 und Eisenerz verdrängte in den vergangenen 12 Monaten Gold auf Platz 4.

Gerade der Edelmetall-Bergbau ist für Südafrika jedoch sehr wichtig. Denn ein gutes Stück des Bruttoinlandsprodukts wird in dem stark von Rohstoffen abhängigen Land durch die Branche erwirtschaftet. Und das nicht nur direkt: An jedem Arbeitsplatz hängen einige weitere im Handel und bei Dienstleistungen.

Gründe für den Einbruch beim Gold- und Platinmetall-Bergbau sind zum einen bei den Querelen rund um Lohnverhandlungen, die oft in Streiks und sogar kämpferischen Auseinandersetzungen eskalieren, zu suchen. Zum anderen sind die tief liegenden Goldvorkommen nur unter immer höheren Kosten auszubeuten und schließlich sind die Preise der Edelmetalle seit ihren Hochs deutlich zurück gefallen.

Bleiben erstens die Gewerkschaften bei ihren Lohnforderungen – bis zu Verdopplungen der Gehälter werden gefordert – standhaft, steigen zweitens die Edelmetallpreise nicht wieder und fallen drittens die weiteren Bergbaukosten (zum Beispiel für Energie) nicht, dürften viele Goldgräber Schwierigkeiten bekommen. Denn lange kann kein Konzern mit Minus arbeiten. Stilllegungen von Minen wären wohl die Folge, was die Edelmetallproduktion in Südafrika noch schneller nach unten treiben würde.

Dennoch gibt es einige unter den großen Goldproduzenten am Kap der guten Hoffnung, die noch relativ gut aufgestellt sind. Insbesondere, wenn der Goldpreis wieder anziehen würde. Die Analysten des Investmenthauses J.P. Morgan Cazenove schätzen Gold Fields und Sibanye Gold mit „overweight“ ein, für Harmony Gold und DRD Gold vergeben sie „neutral“ und AngloGold Ashanti erhält ein „underweight“. Dabei erscheint insbesondere Sibanye Gold derzeit günstig zu sein. Das Verhältnis von Aktienkurs zu diskontiertem Cash-flow liegt bei gerade einmal 0,5. Auch das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt deutlich unter dem Durchschnitt der südafrikanischen Produzenten. Gold Fields verfügt dagegen über die günstigsten operativen Kosten. Sie betrugen nach J.P. Morgan Prognosen im ersten Quartal 2013 rund 819 US-Dollar je Unze. Das sei sogar unter dem weltweiten Durchschnitt von 832 US-Dollar je Unze.