Nach fünf Jahren voller Diskussionen hat der Bergbauriese Anglo American (WKN A0MUKL) die Reißleine gezogen und gibt das umstrittene Pebble-Projekt in der Region Bristol Bay in Alaska auf. Dafür zahlt man sogar eine „Entschädigung“ in Höhe von 300 Mio. Dollar an Joint Venture-Partner Northern Dynasty Minerals (WKN 906169).

Obwohl man weiterhin der Ansicht sei, dass es sich bei Pebble um eine Lagerstätte von seltener Größe und Qualität handle, habe man die Entscheidung getroffen, sich zurückzuziehen, nachdem man die bestehende, umfangreiche Pipeline an langfristigen Projekten genau geprüft habe, so Anglo Americans CEO Mark Cutifani.

Cutifani, der den CEO-Job bei Anglo seit April innehat, hat wiederholt bekräftigt, die Kosten des Konzerns senken und die Rentabilität steigern zu wollen. Gemäß der Pressemitteilung des Unternehmens scheint der Entschluss, sich aus dem Pebble-Projekt zurückzuziehen, nur ein weiterer Schritt auf diesem Weg zur Verbesserung von Anglo Americans Performance zu sein.

Man wolle sich auf die Projekte mit dem höchsten Wert und vor allem auch dem geringsten Risiko konzentrieren, hieß es weiter, und insbesondere auch den Investitionsbedarf dieser Projekte reduzieren, solange sie in der Phase vor der Genehmigung stehen.

Die Pebble-Lagerstätte, die bis zu einer halben Billion Dollar wert sein könnte, verfügt über 55 Mrd. Pfund Kupfer, 76 Mio. Unzen Gold, 3,3 Mrd. Pfund Molybdän sowie über Silber und Palladium. Pebble sollte eine der größten Tagebauminen für Kupfer- und Gold weltweit werden, hätte aber auch zahllose Tonnen potenzial gefährlichen Abfalls produziert, was die Lachspopulation des Gebiets bedrohen könnte.

Aktivisten hatten angeführt, dass das Gebiet unter Umwelt- und Wirtschaftsgesichtspunkten zu wichtig sei, um für den Gewinn ausländischer Firmen geopfert zu werden. Demokratische Senatoren hatten sogar US-Präsident Barrack Obama gebeten, in Betracht zu ziehen, das Projekt zu blockieren.

Nun da Anglo American sich aus dem Projekt zurückzieht, fällt auch die 50%ige Beteiligung des Konzerns an Northern Dynasty. Das Unternehmen erklärte, die Entwicklung der Mine dennoch vorantreiben zu wollen.


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