Die größten Energie- und Minenfirmen Australiens dürften im kommenden Jahr erheblich höhere Gewinne erzielen, da die Anzeichen sich mehren, dass der Abschwung, der die Berichtssaison des vergangenen Monats so bitter ausfallen ließ, kurzlebig sein dürfte. Zu diesem Schluss jedenfalls kommt die Wirtschaftszeitung The Australian.

The Australian nämlich analysierte die Gewinne von Australiens 20 größten Rohstoffgesellschaften, was, wie nicht anders zu erwarten, einen substanziellen Rückgang der Rentabilität aufzeigte. In der gesamten Branche hohe Kosten und die gleichzeitig gesunkenen Rohstoffpreise wirkten sich sehr negativ auf die Gewinne aus und führten zu Abschreibungen von Milliarden Dollar, hieß es.

Doch, so The Australian weiter, diese Analyse deutete auch auf einen wesentlich positiveren Ausblick für die nahe Zukunft hin. Denn der Untersuchung zufolge dürften die Gewinne der 20 größten australischen Bergbaufirmen und Öl- und Gasproduzenten, beruhend auf den bisher veröffentlichten Prognosen, im kommenden Jahr sogar die Zahlen in den Schatten stellen, die vor dem Rückgang der Rohstoffpreise erzielt wurden.

Die tiefen Einschnitte des vergangenen Jahres, sich stabilisierende Rohstoffpreise und insbesondere auch der schwächelnde australische Dollar dürften laut The Australian im kommenden Jahr zu einem deutlichen Anstieg der Gewinne im Rohstoffsektor führen. Zudem locke ein wiedererstarktes Vertrauen in die Entwicklung der chinesischen Wirtschaft wieder verstärkt Anleger in Rohstoffaktien, hieß es weiter.

Der ASX 200 Resources-Index jedenfalls ist seit dem 25. Juni bereits wieder um mehr als 20% gestiegen und hat damit zumindest einen Teil der Verluste aus der ersten Jahreshälfte wieder wettgemacht. Das half auch mit, den breiten ASX All Ordinaries-Index am gestrigen Donnerstag auf den höchsten Schlusstand seit 2008 zu schicken.

Die Analyse von The Australian stellte fest, dass die Gewinne der 20 größten Rohstofffirmen des Landes von zusammen 25,7 Mrd. AUD vor einem Jahr auf nun noch lediglich 7,3 Mrd. AUD fielen. Vor allem die gewaltigen Abschreibungen von Branchengrößen wie Rio Tinto (WKN 852147) und Newcrest Mining (WKN 873365) belasteten das Ergebnis.

Allerdings besagen von Bloomberg zusammengestellte Analystenprognosen, dass diese 20 Gesellschaften im kommenden Jahr insgesamt Gewinne von knapp 36 Mrd. AUD ausweisen dürften. Dazu soll vor allem der wiedererstarkte Eisenerzpreis beitragen. Der ist gegenüber dem Vorjahr um mehr als 58% gestiegen und hat in australischen Dollar seit Juni um 26,8% zugelegt. Was Firmen wie BHP Billiton (WKN 908101), Rio Tinto und Fortescue Metals (WKN 121862) in die Karten spielen dürfte.

Allein BHP und Rio dürften den Prognosen zufolge mit den nächsten Jahreszahlen einen Gewinn von zusammen 26 Mrd. AUD melden. Die Analysten gehen zudem davon aus, dass Fortescue Öl- und Gasproduzenten Woodside Petroleum (WKN 855377) als drittgrößten Gewinnerzieler überholen wird.


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