Einer der größten Uranproduzenten weltweit, die kanadische Cameco Corp. (WKN 882017) verschiebt die Eröffnung ihres Cigar Lake-Projekts in Saskatchewan – schon wieder. Statt noch 2013 wird die erste Produktion jetzt im ersten Quartal 2014 erwartet.

Der Konzern erklärte, man habe zusätzliche Arbeiten identifiziert, die während der Kommissionierung der Untertageaktivitäten in der Mine durchgeführt werden müssten. Diese Änderungen kommen auf „den allerletzten Drücker”, da der Bau der Mine bereits zu 97% abgeschlossen und die Kommissionierung der Abbausysteme bereits weit fortgeschritten ist.

Darüber hinaus wurde Cameco vom Joint Venutre-Partner Areva SA (WKN A1H9Y2) mitgeteilt, dass weitere Modifikationen an der Mühle durchgeführt werden müssen. Es sei nicht davon auszugehen, dass die Anlage vor Ende des zweiten Quartals 2014 Erz von Cigar Lake verarbeiten kann, hieß es.

Es handelt sich dabei um eine relativ geringe Verzögerung, die keine größeren Auswirkungen auf die Kosten des Projekts haben sollte. Allerdings ist es eine weitere Frustration für die Anleger, die bereits sehr lange Verzögerungen bei Cigar Lake hinter sich haben. Denn die Mine sollte schon vor mehreren Jahren in Produktion gehen, doch nach einer verheerenden Überflutung 2006 musste der ursprüngliche Zeitplan über den Haufen geworfen worden.

Die Sanierung nahm sehr viel Zeit in Anspruch und Cameco erlitt auch einige Rückschläge dabei. In den letzten paar Jahren gelang es dem Konzern, das Projekt wieder voran zu bringen und im Juni erhielt man dann eine Abbaulizenz von der Canadian Nuclear Safety Commission. Nach Ansicht von Camecos CEO Tim Gitzel gehört Cigar Lake zu den technisch anspruchsvollsten Minenprojekten weltweit, doch mache man solide Fortschritte. Man halte gemeinsam mit Partner Areva auf jeden Fall daran fest, Cigar Lake sicher und „nachhaltig” in Produktion zu bringen.

Die Analysten von TD Securities wiesen ebenfalls auf die technische Schwierigkeit und die Komplexität des Projekts hin. Cigar Lake wird zu einer der wichtigsten neuen Uranquellen der Welt werden. Das Projekt verfügt über Reserven von 216 Mio. Pfund Uran und die Gehalte liegen teilweise um das Hundertfache über dem Branchendurchschnitt.

Das Timing für die Eröffnung der Mine ist allerdings denkbar ungünstig. Der Markt und der Uranpreis befinden sich auch rund dreieinhalb Jahre nach der Nuklearkatastrophe in Japan immer noch in einer sehr schwachen Phase. Der Spotpreis ist mittlerweile auf einem Mehrjahrestief angekommen und die Analysten der kanadischen BMO weisen darauf hin, dass die Verzögerung bei Cigar Lake sogar helfen könnte, den Preis zu stützen, da die Anleger sich so weniger Sorgen um ein Überangebot machen müssten.

BMO geht auch davon aus, dass die Verzögerung keine größeren Auswirkungen auf den Gewinn von Cameco im Jahr 2014 haben sollte. Die Analysten rechnen damit, dass Cameco kurzfristig über genug Material verfügt, um seinen Verpflichtungen, die mit der Produktion von Cigar Lake zusammenhängen auch so nachzukommen.

Cameco hält 50,025% an dem Projekt, Arevas Beteiligung liegt bei 37,1%, während die restlichen Anteile bei Idemitsu Canada Resources (7,875%) und Tepco Resources (5%) liegen.

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