Uruguay: Auf dem Weg in die Top-Ten der Eisenerzlieferanten

Uruguay: Auf dem Weg in die Top-Ten der Eisenerzlieferanten

Wenn sie im Bekanntenkreis herum fragen, was man mit Uruguay verbindet, wird sicherlich der Fußball genannt werden. Während die Kicker des Landes reichlich Talent in die Wiege gelegt bekommen haben, hat die Natur das Land im Gegensatz zu Staaten wie Chile oder Peru bei den Bodenschätzen nicht gerade reich ausgestattet. Im Gegenteil, Uruguay gilt als sehr arm an Rohstoffen. Den Bergbau dürfte daher unter ihren Bekannten nur mit Uruguay assoziieren, wer sich detailliert mit der Branche beschäftigt.

Tatsächlich ist das kleine südamerikanische Land am Atlantik auf der Bergbau-Landkarte bisher weitgehend ein weißer Fleck. Diverse Rohstoffe werden abgebaut, die in der Produktion von Baustoffen wie zum Beispiel Zement eine Rolle spielen, der Rest ist bisher weitgehend bedeutungslos. Dennoch könnte es Uruguay nun schaffen, in den Fokus der Minenbetreiber zu kommen. Der Grund hierfür ist ein großes Eisenerzvorkommen. Wird dieses ausgebeutet, gehört der Staat aus dem Stand zu den "Top Ten" der Eisenerzförderer.

Den Eisenerzreichtum hat man in einer der ärmsten Regionen des Landes gefunden. Ganz neu sind die Erkenntnisse nicht, eigentlich sind sie seit der spanischen Kolonialzeit bekannt. Doch lange Zeit lohnte der Abbau nicht, er wäre unwirtschaftlich gewesen. Das hat sich geändert. Seit mehreren Jahren ist dort die Zamin Group über die Tochtergesellschaft Aratiri aktiv. Zamin operiert von der Zentrale in Dubai aus und ist weltweit in einer Vielzahl von Bergbauprojekten engagiert.

Das Projekt, um das sich alles dreht, heißt Valentines. Für 20 Jahre will Zamin dort Eisenerze abbauen. 250 Kilometer von der uruguayischen Hauptstadt Montevideo entfernt liegt, bewertet nach JORC-Richtlinien, ein Vorkommen mit 2,5 Milliarden Tonnen Reserven. 2015, zwei Jahre später als eigentlich geplant, will der Konzern aus Dubai mit dem Abbau der Erze starten. Diese sollen mit einer 212 Kilometer langen Pipeline zur Verschiffung in einem Hafen transportiert werden. Experten erwarten eine durchschnittliche jährliche Ausfuhr im Wert von 1,4 Milliarden Dollar während der 20-jährigen Förderzeit.

Doch das Projekt ist im Land umstritten, worauf auch die zweijährige Verzögerung zurückzuführen ist. Einerseits verweisen Politiker wie zum Beispiel Präsident Jose Mujica auf die positiven Auswirkungen des Projektes für die Wirtschaft des Landes. Immerhin müssten geschätzte 3 Milliarden Dollar von Zamin investiert werden, hinzu kommen die erwarteten jährlichen Exporte. Das Projekt von Valentines könnte der armen Region, in der es liegt, eine neue Perspektive geben. Andererseits gibt es erhebliche Bedenken gegen das Projekt, für das immer noch nicht alle Genehmigungen erteilt wurden. Manche halten es angesichts der Umweltrisiken in einem sensiblen Ökosystem für absurd, ein solches Projekt zu starten, denn nach dem Ende von Valentines dürfte der Bergbau in dem Land ohnehin wieder in der Bedeutungslosigkeit versinken.

So war auch das jüngst in Uruguay verabschiedete neue Gesetz umstritten, das solche großen Minenprojekte regeln wird. Die Paragraphen setzen unter anderem härtere Umweltvorgaben und Regeln für die Schließung von Bergwerken fest. Zudem regelt das Gesetz, wie viel des Reichtums aus dem Boden in der Staatskasse landet. Zugleich ist damit die Bühne für weitere Gespräche der Regierung in Montevideo mit Zamin bereitet. Trotz aller Widerstände ist Uruguay damit weiter unterwegs in die "Top Ten" der Eisenerzförderer.

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