Der Goldpreis notiert auch heute noch über der Marke von 1.400 USD pro Unze, wenn auch knapp. Am gestrigen Dienstag hatte er diese Hürde überwunden, nachdem bekannt wurde, dass US-Präsident Barack Obama die Unterstützung einflussreicher Kongressabgeordneter für einen begrenzten Militärschlag gegen Syrien gewinnen konnte.

Obama sicherte sich den Rückhalt der Republikaner John Boehner und Eric Cantor bei seinem Aufruf zu – begrenzten – Angriffen auf syrische Ziele, mit denen Präsident Bashar al-Assad für den Einsatz von Giftgas gegen Zivilisten bestraft werden soll. Dass das Regime für den Einsatz der chemischen Waffen verantwortlich ist, davon sind die Amerikaner überzeugt.

Führende Mitglieder des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten des US-Senats erklärten, man sei zu einer Einigung in Bezug auf einen Entwurf für die Autorisierung der Anwendung militärischer Gewalt in Syrien gekommen. Dieser gibt Präsident Obama allerdings einen wesentlich geringeren Handlungsspielraum als dieser ursprünglich verlangt hatte. Das Komitee könnte nun am heutigen Mittwoch über diesen Entwurf abstimmen.

Der Goldpreis, der den gestrigen Handelstag bei 1.412,30 USD pro Unze beschloss, notiert derzeit bei rund 1.405 USD. Ein Barrel der Erdölsorte Brent kostet aktuell 115,40 USD, während es für die Sorte WTI (West Texas Intermediate) 107,97 USD sind.

Experten sind der Ansicht, dass es am Markt recht ruhig zugehen wird, bis weitere Entwicklungen in Bezug auf Syrien bekannt werden. Bis dahin sollte der Goldpreis in einer sehr engen Handelsspanne bleiben, hieß es weiter. Derzeit könne sich der Goldpreis in beide Richtungen entwickeln, doch die Spannungen in Bezug auf Syrien dürften Unterstützung bieten, so Beobachter. Steigende geopolitische Spannungen führen in der Regel dazu, dass Gold als „Sicherer Hafen“ gesucht wird. Viele Anleger verkaufen stattdessen riskantere Anlageklassen wie beispielsweise Aktien.

Das sehen auch die Analysten der HSBC so. Ihrer Ansicht nach ist ein zusätzlicher, wichtiger Grund für einen möglichen weiteren Goldpreisanstieg, dass ein Angriff der USA auf Syrien oder eine Ausweitung des Konflikts in der Region zu Unterbrechungen im Erdölangebot führen könnten. Denn Gold wird auch als Absicherung gegen Inflationsdruck durch steigende Ölpreise betrachtet.

Auch dass die südafrikanischen Goldminenarbeiter nun in den Streik getreten sind (Wir berichteten.) könnte den Goldpreis stützen. Die Gold National Union of Mineworkers, die zwei Drittel der Arbeiter in den Goldminen Südafrikas vertritt, will so höhere Löhne durchsetzen.

Hingegen ging der Goldbestand des SPDR Gold Trust, des größten mit Gold hinterlegten börsennotierten Fonds (ETF) am Dienstag um 1,8 auf 919,23 Tonnen zurück. Damit lag der Wert aber immer noch rund 10 Tonnen über dem Vierjahrestief, das Anfang August verzeichnet wurde.

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