Der Blick auf den Nickelpreis zeigt eine üble Marktlage. Im laufenden Jahr ist die Notierung des Industriemetalls deutlich unter Druck geraten. Seit Februar hat der Preis für die Tonne des Rohstoffes von 18.774 Dollar auf bis zu 13.363 Dollar nachgegeben, eine zwischenzeitliche Erholung in den vergangenen Wochen auf 14.908 Dollar wurde mittlerweile zum großen Teil wieder abverkauft.

Nickel chart 30082013

Der große Druck auf den Nickelpreis in der ersten Jahreshälfte 2013 resultiert vor allem aus einem gewaltigen Überangebot am Markt. Allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres lasteten mehr als 74.000 Tonnen Angebotsüberhang auf dem Markt, zeigen die Zahlen der International Nickel Study Group. Bei einem erwarteten Jahresüberhang von 90.000 Tonnen ist dies eine gewaltige und vor allem deutlich größer als erwartete Menge, die da den Markt belastete.

Kein Wunder also, dass die Kurse für den Rohstoff stark ins Trudeln gerieten, wobei die Abwärtsbewegung durch die Konjunktursorgen vieler Profis noch verstärkt wurde. Nickel gilt als konjunktursensitiver Rohstoff, seine wichtigste Verwendung ist im Stahlsektor zu finden. Hier wird das Metall zur Veredelung von Stahl genutzt, es steigert den Korrosionsschutz. Entsprechend gehört China zu den wichtigsten Konsumenten, und gerade um dieses Land drehten sich zuletzt viele der Konjunktursorgen.

Doch der trübe langfristige Ausblick für den Nickelpreis könnte sich durch eine Sondersituation deutlich verbessern, zumindest für einige Zeit. Der Grund hierfür sind indonesische Politiker. Das asiatische Land plant eine Exportsperre für nicht verarbeitete Nickelerze. Über eine solche Sperre wird seit längerem spekuliert, doch nun scheint sie Realität werden zu können. Aus dem Management des russischen Konzerns Norilsk Nickel ist zu hören, dass Pläne bestehen, diesen Exportbann im kommenden Jahr mit harten Regularien in Kraft zu setzen. Das würde dem Markt reichlich Nickelangebot entziehen, denn Indonesien gehört laut Zahlen des US Geological Service zusammen mit den Philippinen zu den Marktführern bei der Förderung des Metalls.

Eine solche Situation könnte also zumindest für die kommenden Monate für eine gänzlich andere Ausgangslage am Nickelmarkt sorgen. Wird der Angebotsüberhang abgebaut, sollte sich auch die desaströse Kursentwicklung des Metalls wieder deutlich verbessern. Doch noch ist das ein spekulatives Szenario für den Rohstoff. Offiziell ist aus Indonesien nichts über einen Exportbann zu vernehmen, was allerdings nicht erstaunlich wäre. Marktbeobachter rechnen zudem nicht damit, dass ein solcher Exportbann eine lange Lebensdauer hätte. Ohnehin dürften die indonesischen Politiker damit vor allem versuchen, die Nickelförderer zu mehr Investitionen in die Wertschöpfungskette innerhalb des Landes zu drängen, statt diese die Erze unverarbeitet in Richtung China transportieren zu lassen.

Nickel chart 02_30082013

Hier winkt also keine lange, aber möglicherweise eine sehr interessante Spekulation rund um den Nickelpreis. Noch ist für diesen der Weg nach oben aber nicht frei. Anleger sollten daher neben den Berichten aus Indonesien vor allem auf zwei charttechnisch relevante Zonen achten. Zum einen ist dies eine Unterstützung um 13.363/13.632 Dollar, zum anderen ein Widerstand bei 14.900/15.270 Dollar. Wird diese Zone überwunden, wäre aus charttechnischer Sicht eine Trendwende nach oben möglicherweise perfekt. Zumindest eine spürbare Kurserholung wäre dann zu erwarten.