Die jüngste Korrektur der Aktienmärkte, Schnäppchenjäger und die Tatsache, dass sich der Goldpreis wieder deutlich von seinem Juni-Tief entfernt hat, führen Experten als Faktoren an, die dazu beigetragen haben, dass die Goldbestände der Gold-ETFs (Exchange Traded Funds) nicht mehr fallen – zumindest im Moment nicht.

Um genau zu sein, meldete der größte Gold-ETF der Welt, der SPDR Gold Shares für die vergangene Woche sogar einen Mittelzufluss – und damit den ersten Wochenanstieg seit November vergangenen Jahres. Seit Ende 2012 bis zum 8. August dieses Jahres waren die Goldbestände des SPDR von 1.350,82 auf 909,33 Tonnen eingebrochen. Diese scheinbar endlosen Mittelabflüsse wurden oft als ein Grund für den Einbruch des Goldpreises im ersten Halbjahr genannt.

Doch in der vergangenen Woche stiegen die Bestände des SPDR wieder und liegen nun bei 915,32 Tonnen. Allein am Freitag kamen 2,4 Tonnen hinzu. Das ist natürlich im Vergleich zu den Abflüssen zuvor minimal, für die Goldbefürworter aber ein Schritt in die richtige Richtung.

Laut den Analysten der Bank of America Merrill Lynch ist der direkte Verkaufsdruck für ETF-Halter derzeit gering. Der Goldpreis sei schließlich derzeit rund 180 USD von seinem Tief Ende Juni entfernt, was bedeute, dass weniger Anleger unter Druck stehen würden, verlustbringende Positionen zu schließen.

Nach Ansicht der Experten von TD Securities hat auch die Korrektur der Aktienmärkte geholfen, die Gold-ETF zu stabilisieren. Der S&P 500 fiel am Montag auf 1.651,63 Punkte zurück, nachdem Anfang August noch ein Rekordhoch von 1.709,67 Punkten erreicht wurde. Als Aktien im ersten Halbjahr den größten Teil der Zeit stiegen, wiesen Analysten auf eine Umschichtung vieler westlicher Anleger von Rohstoffen wie Gold in Aktien hin. Andere Experten sprechen davon, dass einige Investoren nach dem starken Preisrückgang im zweiten Quartal nun bereit seien, vorsichtig wieder bei Gold-ETFs einzusteigen.

Insgesamt sei der Goldpreis durch die Schmuck- und Münzkäufe in China und Indien sowie die anhaltenden Unruhen in Ägypten gestützt worden, hieß es weiter. Auch der zuletzt schwächere US-Dollar habe seinen Teil beigetragen. Zudem seien auf dem aktuellen Niveau einige Schnäppchenjäger unterwegs.

Die Analysten von Barclays erklärten in einem Researchbericht, dass der Bestand aller börsengehandelten Produkte auf Gold weltweit in der vergangenen Woche um 4,1 Tonnen gestiegen sei. Allerdings stünden die Abflüsse für August damit immer noch bei 20,2 Tonnen, sodass sie sich im bisherigen Jahresverlauf auf rund 655 Tonnen summieren würden, so die Bank.

Metall-ETFs werden wie Aktien gehandelt, folgen aber dem Rohstoffpreis (abzüglich einer kleinen Verwaltungs- und Lagergebühr). Metall wird eingelagert, um die Anteile zu hinterlegen. Das bedeutet aber auch, dass das Metall auf den Markt kommt, wenn die Anleger ihre Position in den ETFs auflösen.

Ein großer Teil dieses Goldes aber sei durch Käufe physischen Goldes in Asien aufgenommen worden, erklärte kürzlich der World Gold Council. Der WGC meldete zudem, dass die ETF-Bestände im zweiten Quartal um 402,2 Tonnen fielen. Gleichzeitig aber sei die chinesische um 85 und die indische Goldnachfrage um 71% gestiegen, da die Käufer von den niedrigen Preisen profitieren wollten.

Nach Ansicht von Marcus Grubb vom WGC sollte nun der größte Teil der Positionsauflösungen bereits erfolgt sein. Bleibt nun abzuwarten, welche Signale die US-Notenbank in nächster Zeit in Bezug auf ihr Stimulusprogramm für die US-Wirtschaft (QE3) sendet. Erfolgt schon bald eine Reduzierung? Oder doch noch nicht? Das auf jeden Fall dürfte die Goldpreisentwicklung entscheidend beeinflussen.


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