Der Silberpreis konnte in den vergangen Tagen wieder an Stärke gewinnen. Was dahinter steckt und wie es weitergehen könnte, erklärt Martin Arnold, Analyst und Direktor bei ETF Securities in London.

ETF Securities ist einer der weltweit führenden Anbieter von Anlageprodukten mit Rohstoffbasis. Das Unternehmen gehört zu den ersten, die Rohstoff-Investments unter anderem in Form von Exchange Traded Commodities (ETCs) auch für private Anleger zugänglich machten. Derzeit verwaltet ETF Securities rund 23,2 Milliarden US-Dollar an Vermögenswerten für seine Anleger. Martin Arnold ist Analyst bei ETF Securities in London und ausgewiesener Rohstoffexperte. Im Interview erklärt er, warum Silber seinen Siegeszug fortsetzen dürfte.

Martin, Silber ist in den vergangenen Tagen um mehr als 15 Prozent gestiegen und erreicht aktuell rund 23 US-Dollar je Unze. Was sind die Hauptimpulse für diese Entwicklung?

Martin Arnold: Die Silber-Nachfrage ist sehr abhängig vom industriellen Gebrauch. Derzeit hat das ansteigende Investoren-Vertrauen, das den verbesserten globalen Wirtschaftsaussichten folgte, gemeinsam mit starker physischen Nachfrage den Silber-Preis nach oben gebracht. Die Verkäufe von Silber-Münzen der US-Mint hat Ende Juli auf einer kumulierten 12-Monats-Basis einen neuen Rekord erreicht. Wegen diesem positiveren Ausblick haben Investoren begonnen bearische, also auf fallende Preise setzende, Positionen aufzulösen. Das hat Momentum zur Preis-Rally hinzugefügt.

Wird diese Stärke des Silber-Preises anhalten?

Martin Arnold: Vor der aktuellen Rally hat Silber ein stark überverkauftes Niveau erreicht. Silber hat sich unter den Rohstoffen 2013 am schlechtesten entwickelt. Dies kam, weil die Anleger für Silber so negativ eingestellt waren wie seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr. Vor diesem Hintergrund kann die Silber-Rally weitergehen, solange die positive konjunkturelle Entwicklung anhält. Das betrifft insbesondere die US-Wirtschaft. Zudem sind zuletzt die Lagerbestände an der COMEX zurück gegangen, was auf eine Rückkehr der industriellen Nachfrage spricht.

Sehen Sie in den kommenden 12 Moneten den Silberpreis dann näher an 30 Dollar oder an 15 Dollar je Unze?

Martin Arnold: Unsere Grundannahme ist, dass der wirtschaftliche Schwung anhalten wird. Dies geht insbesondere von den USA und den aufstrebenden Märkten Asiens aus. Gemäß diesem Szenario wird Silber in 12 Monaten näher an 30 Dollar je Unze notieren.

Welche Edelmetalle sind Ihre Favoriten für den Rest von 2013 und auf die längere Frist?

Martin Arnold: Industrie-sensitive Edelmetalle werden sich voraussichtlich am besten entwickeln, da die wirtschaftliche Entwicklung an Fahrt gewinnt. Hinter Silber sind auch die Platinmetalle gut positioniert, um robuste Wertsteigerungen zu zeigen.

Besten Dank Martin Arnold für diese Einschätzung.