Der Bergbaukonzern Glencore Xstrata (WKN A1JAGV) wird am Dienstag die Zahlen zum ersten Halbjahr 2013 vorlegen – zum ersten Mal seit dem Zusammenschluss der beiden Firmen. Beobachter erwarten, dass dabei Abschreibungen von bis zu 7 Mrd. Dollar auf die mit der Übernahme von Xstrata geerbten Assets bekannt gegeben werden.

Von null musste Glencore bei der Prüfung von Xstratas Assets nicht anfangen, hatte man doch schon länger einen Anteil von 34% an dem Unternehmen gehalten. In den vergangenen drei Monaten aber hatte das Glencore-Management noch einmal ganz genau hingesehen.

Analysten und Branchenquellen sagten am Wochenende, dass die konzernweiten Abschreibungen, vor allem auf Xstrata-Assets, wahrscheinlich zwischen 5 und 7 Mrd. Dollar liegen würden. Dabei dürfte ein Großteil der Wertberichtigungen auf das Nickelsegment entfallen – Xstratas 5 Mrd. Dollar schwere Koniambo-Mine in Neukaledonien eingeschlossen. Denn der Nickelpreis liegt bei unter einem Drittel der Hochs aus 2007 und das Angebot übertrifft auch weiterhin die Nachfrage. Doch auch der Wert anderer Assets wie beispielsweise von Kupferprojekten, die einen großen Teil der Wachstumspipeline von Xstrata ausmachen, könnte betroffen sein.

Die Bergbaubranche wird seit Jahresbeginn von Milliarden Dollar schweren Abschreibungen erschüttert. Damit zahlt man den Preis für überteuerte Deals und extrem teure Projekte, die in den Boomjahren angegangen wurden und die bei den niedrigeren Metallpreisen deutlich an Rentabilität einbüßten. Allein Branchengigant Rio Tinto (WKN 852147) gab im Januar Abschreibungen in Höhe von 14 Mrd. Dollar in Bezug auf schlecht laufenden Kohleminen in Mosambik und das schwache kanadische Aluminiumgeschäft bekannt. Was dazu führte, dass der damalige CEO seinen Hut nehmen musste. Eine offizielle Stellungnahme von Glencore gab es bislang nicht.

Die Analysten erwarten von Glencore Xstrata in den ersten sechs Monaten dieses Jahres ein EBITDA von 5,88 Mrd. Dollar sowie einen Nettogewinn von 1,7 Mrd. Dollar.


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