Kolumne von Ingrid Heinritzi

Kupfer ist heiß begehrt bei Dieben

Der Diebstahl von Kupfer ist nicht neu. Die Ausmaße nehmen jedoch frappierend zu. Der Preis ist also immer noch hoch genug, dass sich der Diebstahl lohnt.

Raffen Kupfer-Diebe zusammen, was sie ergaunern können, muss folglich auch die Nachfrage nach dem Metall vorhanden sei. Deutet dies auf steigende Kupfer-Preise hin? Immerhin haben die Produzenten bei rund 6500 bis 6800 US-Dollar je Tonne bald die Schmerzgrenze für einen Großteil der Produktion erreicht.

Bereits in 2007, nachdem der Kupferpreis 3,70 US-Dollar je Pound erreicht hatte, verglichen mit einem Preis von 60 US-Cent in 2002, wurde das Entwenden des Metalls für Diebe interessant. Jetzt ist der Preis für das Industrie-Metall bereits seit längerem um 7000 Dollar je Tonne schwankend und die Diebe werden immer aktiver. Das Ganze wird mehr und mehr zu einem Problem. 200 bis 300 Fuss Kupferdraht seien übrigens der Durchschnitt eines typischen Diebstahls, ist vom Stromversorger PSE&G zu hören. Das sei ein Wert von rund 500 US-Dollar auf dem Schrottplatz. Dreiste Diebe machen nicht einmal vor Bewässerungsanlagen in den Landwirtschaftsgürteln der USA halt. Anstatt Vogelscheuchen stellen die Farmer nun in besonders brisanten Gegenden Bürgerwehren gegen Kupfer-Gauner auf.

Kupferdrähte, Kupferrohre, Dachrinnen und sogar Klimaanlagen – nichts ist mehr sicher. Wie in den USA das National Insurance Crime Bureau (NICB), das Metalldiebstähle verfolgt, berichtet, wurden von 2009 bis 2012 insgesamt etwa 25.000 Diebstähle gemeldet. Im Vergleich dazu waren es von 2006 bis 2008 nur knapp 14.000. Hochburg für den Kupfer-Klau ist in den USA vor allem Ohio, Georgia, Kalifornien und Illinois.

In der Regel taucht das Diebesgut nicht mehr auf. Dieses Dilemma hat die Stadt Sacramento in Kalifornien zum Anlass genommen ihren Namen auf die Kupfer-Teile drucken zu lassen. Immerhin musste die Stadt in den vergangenen 3 Jahren zum Beispiel mehr als 20.000 Straßenlaternen richten. Auch private Häuser, Autobahn-Baustellen und Kraftwerke werden zum Ziel der Diebe. Sogar das FBI hat sich eingeschaltet. Auf seiner Webseite spricht das FBI davon, dass die Kupfer-Diebstähle Infrastrukturen, wie Umspannstationen, Funkmasten, Telefon und Eisenbahnen bedrohen. Fast eine Milliarde US-Dollar an Schaden, so das Department of Energy, müssen US-Unternehmen jedes Jahr hinnehmen.

Vor zehn Jahren wurden Kupfer-Futures an der Chicagoer Mercantile Exchance bei 80 US-Cent pro Pfund gehandelt. Aktuell handeln sie bei etwa 3 US-Dollar pro Pfund. Das ist zwar weniger als vor sieben Jahren, aber immer noch 375 Prozent höher als 2003. Vielleicht ist die Zeit reif auf Kupfer-ETFs und fundamental gesunde Produzenten, wie beispielsweise Freeport McMoRan zu setzen.

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