Das Wirtschaftswachstum in China mag sich zwar in den letzten Monaten abgeschwächt haben, aber scheinbar hält dies den Eisenerzpreis nicht davon ab, wieder in Richtung alter Höchststände zu klettern. Der Preis für Eisenerz mit einem Eisengehalt von 62% ist am letzten Mittwoch auf 133,10 USD/t geklettert, der höchste Stand in den vergangenen drei Monaten. Damit ist der Eisenerzpreis zwar noch ein ganzes Stück von seinen Höchstständen während des Baubooms in China entfernt, als der Preis sich der 200 USD/t Marke näherte, aber weiterhin über dem mehrjährigen Mittelwert.

Obwohl die Nachfrage nach Eisenerz im bisherigen Jahresverlauf eher lustlos war, gab es jüngst Anzeichen, dass sich die Nachfrage aus China wieder verstärken könnte. Die Nachfrage aus China ist entscheidend für die Handelspreise, da ca. 60% des globalen Eisenerzhandles über China laufen und China auch weiterhin der wichtigste Konsument von Eisenerz bleiben wird. Dies wird unter anderem darauf zurückgeführt, dass die Stahlhersteller ihre Eisenerzlager weitestgehend geleert hätten und jetzt wieder verstärkt auf der Nachfrageseite aktiv werden.

So haben Experten des österreichischen Stahlherstellers die Prognose abgegeben, dass die Stahlpreise im vierten Quartal 2013 wieder ansteigen dürften, da auch die Lagerbestände bei den Stahlherstellern bis dahin weitestgehend reduziert wären.

Auch auf Unternehmensseite gibt es inzwischen wieder vermehrt positive Nachrichten. So verkündete die australische Gindalbie Metals vor ca. einer Woche, dass sie mit der Produktion von 68-prozentigem Eisenerzkonzentrat auf ihrer Kararamine in West-Australien begonnen hätte. Diese Mine ist ein Joint-Venture mit dem Chinesischen Stahlhersteller Ansteel.

Die Eurasian Natural Resources teilte am Mittwoch mit, dass ihre Eisenerzproduktion im zweiten Quartal gestiegen ist, wobei die Eisenerzproduktion inzwischen an der Kapazitätsgrenze laufe. Dabei habe sich die Eisenerzproduktion im zweiten Quartal um 9,9 Prozent auf 10,9 Millionen Tonnen erhöht. “Unsere Minen in Kasachstan und Afrika erlebten ein sehr gutes Quartal” sagt der CEO Felix Vulis in einer Kurzmitteilung. Die Produktionslevel in allen wichtigen Rohstoffbereichen hätten sich signifikant erhöht, wobei die Eisenerzproduktion das beste Quartal in den letzten drei Jahren markiert habe.

Der schweizerische Rohstoff-Gigant Glencore Xstrata wird hingegen seine Eisenerz-Produktion in Australien aufgrund der schwachen Nachfrage aus China und den gestiegenen Produktionskosten ab Mitte August vorrübergehen drosseln oder ganz aussetzen. Xstrata hatte die Produktion von Eisenerz auf der Ernst Henry Mine in der Nähe von Mt. Isa, Queensland erst vor zwei Jahren begonnen. Das ursprünglich geplante Szenario, wonach die Eisenerzproduktion einen signifikanten Beitrag zu den Gewinnen der Ernst Henry Mine liefern sollte, lasse sich unter den aktuellen Rahmenbedingungen nicht realisieren.

Die kanadische Champion Iron Mines teilte ihren Aktionären letzte Woche mit, dass man mit Baotou Chen Hua Investments Limited, einer Gesellschaft mit Sitz in Hong Kong, einen Partner gefunden habe, der bereit ist, sich mit 3 Millionen USD an der weiteren Entwicklung des Projektes zu beteiligen. Darüber hinaus habe Baotou sich verpflichtet, einen strategischen Partner für die weitere Entwicklung und den Aufbau der Produktionsanlagen zu suchen, wobei Baotou durch Champion Iron Mines eine zusätzliche Provision erhält, sollten diese Anstrengungen innerhalb der nächsten 18 Monate zu einem Erfolg führen.

Die Lage am Eisenerzmarkt scheint sich zu entspannen, auch wenn die großen Konzerne teilweise immer noch mit den Fehlern der jüngeren Vergangenheit zu kämpfen haben.

Ihr Manuel Giesen

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