Dass die Zahlen nicht spektakulär ausfallen würden, war allgemein erwartet worden. Ein derartiges Minus ist jedoch eine sehr negative Überraschung – trotz aller Produktionsrekorde.

Noch nie hat der Rohstoffgigant Vale (WKN: 897998) in einem Quartal so viel Gold, Kupfer und Kohle aus dem Erdreich geholt wie im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres. 63.000 Unzen Gold (+72 Prozent), 91.000 Tonnen Kupfer (+30 Prozent) und 2,37 Millionen Tonnen Kohle (+25 Prozent) werden gefördert. Doch all das hilft nichts. Die sinkenden Rohstoffpreise sowie starke Währungseffekte drücken Umsatz und Gewinn der Brasilianer.

Der Umsatz sinkt um 11,5 Prozent von 12,47 Milliarden Dollar auf 11,03 Milliarden Dollar. Der Konsens lag bei 11,6 Milliarden Dollar und wird somit klar verfehlt. Noch deutlicher ist die Enttäuschung beim Gewinn. Hier meldet der Konzern 424 Millionen Dollar nach 2,64 Milliarden Dollar im Vorjahr. Umgerechnet bleiben 0,08 Dollar je Aktie übrig, während es vor einem Jahr noch 0,52 Dollar waren. Die Analysten hatten mit 2,46 Milliarden Dollar Gewinn gerechnet. Hier stehen somit einige Analysen vor der Überarbeitung, der Konsens für das Gesamtjahr ist vermutlich nicht mehr haltbar. Es könnte zu Abstufungen oder neuen Kurszielen kommen.

Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen fällt von 5,5 Milliarden Dollar auf 4,96 Milliarden Dollar zurück, während der Marktkonsens bei 5,28 Milliarden Dollar lag.

Die Gesellschaft versucht mit allen Mitteln, dem negativen Trend entgegenzusteuern. So hat man die Ausgabe im Jahresverlauf um 1,6 Milliarden Dollar reduziert. Entsprechend zeigt man sich bei Vale optimistisch. Der heftige Gewinneinbruch wird mit Einmaleffekten und Währungseffekten begründet, die operativen Zahlen seien deutlich besser. Ähnlich sehen dies auch Analysten in Brasilien. Dort wird der Gewinneinbruch relativ entspannt gesehen. Man glaubt, dass die schwache brasilianische Währung im kommenden Quartal auf das operative Geschäft sogar positive Auswirkungen haben könnte.

Im ersten Halbjahr steigt die Kupferförderung bei Vale um fast 27 Prozent auf 181.000 Tonnen an. Die Erzförderung sinkt hingegen um 6,5 Prozent auf fast 141 Millionen Tonnen. Für das Gesamtjahr geht man von einer Förderung von 306 Millionen Tonnen aus. Auch die Silberförderung verringert sich. Ein Minus von 16 Prozent bedeutet, dass Vale 972.000 Unzen gefördert hat. Das derzeit in aller Munde befindliche Kali kann ebenfalls nicht zulegen. Die Produktion verringert sich von Januar bis Juni um rund 5 Prozent auf 233.000 Tonnen.

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