Kolumne von Ingrid Heinritzi

Diggers & Dealers "Down Under"

In Kalgoorlie findet die jährliche Minenkonferenz statt. Das Diggers & Dealers-Treffen steht unter dem Bann der schwachen Märkte für Goldaktien. Doch es kann auch positive Überraschungen geben.

Vom 4. bis 7. August treffen sich – wie jedes Jahr Anfang August – Hunderte Minenvertreter, Broker, Analysten und Investoren zur Diggers & Dealers-Konferenz im Bergbau-Städtchen Kalgoorlie. Die westaustralische Goldsucher-Metropole ist seit mehr als 100 Jahren ein Dorado für Glücksritter. Auch heute noch steht der Super-Pit, eine der größten Tagebau-Goldminen der Erde für den Edelmetall-Reichtum des Gebiets. Bei einer Ausdehnung von 1500 Metern Breite, 3500 Metern Länge und derzeit fast 600 Metern Tiefe werden dort von Barrick Gold und Newmont Mining in einem Gemeinschaftsunternehmen jährlich rund 850.000 Unzen Gold produziert.

Auf den ersten Blick scheint auch neben so einer erfolgreichen Goldmine wie dem Open-Pit die diesjährige Diggers & Dealers-Konferenz unter keinem guten Stern zu stehen. Denn auch die westaustralischen Gold- und Rohstoffkonzerne zeigen Schwierigkeiten wie ihre Konkurrenten weltweit. So kommt es nahezu durch die Bank bei den Juni-Quartalsabschlüssen zu teils großen Abschreibungen auf die Projekte. Beispiele sind Silver Lake Resources (320 Mio. bis 370 Mio. Aust-Dollar), Western Areas (90 – 100 Mio.), Evolution Mining (400 Mio.), Kingsgate (320 Mio.), Resolute Mining (70 Mio.), Ramelius Resources (58 Mio.) und Oz Minerals (200 – 240 Mio.). Abschreibungs-Krösus dürfte Open-Pit-Partner Newmont Mining mit 2,3 Milliarden Australischen Dollar werden.

In diesem Umfeld ist es kein Wunder, dass die Aktien der australischen Minenkonzerne Federn lassen mussten. So fiel seit der letzten Diggers & Dealers-Konferenz der australische Index für kleine Branchenvertreter (ASX Small Resources) um 32 Prozent und der Goldminen-Index (S&P/ASX Gold) um sogar 46 Prozent. Da könnte es schon den ein oder anderen wundern, dass die Indizes der führenden Minengesellschaften wie der ASX 100- und ASX 200-Resources dagegen leichte Kursgewinne vorweisen. Ein gewichtiger Grund dafür ist der schwache Australische Dollar. Durch ihn wird auf Austral-Dollar-Basis aus einem starken Verfall der Goldpreises in US-Dollar in den vergangenen 12 Monaten ein nur moderater Abschlag von 4 Prozent. Bei Kupfer bekommen die Gesellschaften in Aust-Dollar heute sogar mehr als im August 2012, wogegen der US-Dollar-Preis im Minus liegt.

Die 2013er Diggers & Dealers-Konferenz dürfte vor allem auf der Suche nach den Perlen der Minenbranche sein. Eventuell werden auch für Aktionäre lukrative Übernahmen und Zusammenschlüsse in die Wege geleitet. Die Stars der Zusammenkunft sind dieses Jahr auf jeden Fall Peel Mining und Sirius Resources. Denn wer diese beiden – oder auch nur eine – bei der Diggers & Dealers-Konferenz 2012 in sein Depot gehoben hat, kann einige Pleiteunternehmen gut wegstecken. Denn die Peel-Aktie hat mehr als 400 Prozent Plus seitdem erreicht und Sirius kommt immerhin auf zirka 340 Prozent Plus, jeweils in Australischen Dollar gerechnet. Grund waren extrem gute Explorationserfolge. So fand Peel Mining in New South Wales ein großes Kupfervorkommen, das Mallee Bull-Projekt. Sirius Resources konnte ein Nickel-Vorkommen in Westaustralien, Bollinger, entdecken, nachdem sie bereits im Jahr davor das Nova-Nickelprojekt gefunden hatten.

Doch welche Unternehmen könnten die Stars der Diggers & Dealers-Konferenz 2014 werden? Die Vorträge und Hintergrundgespräche von Sonntag bis Mittwoch auf der 2013er Konferenz dürften erste Aufschlüsse geben und zu vielen Spekulationen führen. Wer auf einige Namen im Vorfeld spekulieren möchte, könnte dies zum Beispiel mit Chesser Resources, Hot Chili und Orbis Gold tun. Keiner der dreien ist zwar in Australien auf der erfolgreichen Suche nach Rohstoffen, doch gehören sie zu den dieses Jahr wohl am meisten beachteten Diggers & Dealers-Teilnehmern.

Orbis Gold ist einer von den vielen Goldsuchern in Westafrika. Das Unternehmen besitzt das Natougou-Projekt in Burkina Faso. In den kommenden Wochen dürften die Australier mit einer Ressourcen-Schätzung heraus kommen. Diese könnte durchaus positiv überraschen. Zusammen mit einem möglicherweise guten Update von chemischen Mineralien-Tests könnte die zu einer guten Stimmung für die Aktie führen. Chesser Resources besitzt dagegen ein sehr interessantes Gold-Projekt in der Türkei. Ein großes Bohrprogramm könnte eine größere Ressourcen-Ausweitung bringen.

Weitere Gold-Unternehmen, die 2013 überzeigen sollten, sind Regis Resources und Beadell Resources, die beide über eine vergleichsweise günstige Kostenstruktur verfügen. Evolution Mining könnte dagegen auf Interesse stoßen, wenn von einem steigenden Goldpreis in Australischen Dollar ausgegangen wird. Denn dann haben Aktionäre von Evolution einen höheren Hebel als diejenigen von zum Beispiel Beadell. Doch auch das Risiko ist höher falls der Goldpreis nach unten tendiert.

Weitere interessante Namen, die auf der Diggers & Dealers-Konferenz 2013 auf sich aufmerksam machen könnten sind BC Iron, Windward Resources, Sheffiled Resources, Buxton Resources und Matsa Resources. Außer BC Iron handelt es sich über kleine Rohstoff-Sucher, die im Gebiet wo Sirius fündig wurde, ihr Glück versuchen. Finden diese etwas Vergleichbares, sind wieder einige Hundert Prozent Plus drin. Doch auch ein Totalverlust ist durchaus möglich, wenn ihnen das Explorations-Glück nicht hold ist. Alles auf nur ein Pferd zu setzen könnte daher für Investoren fatal ausfallen. Das Ergebnis wird auf der Dealers & Diggers-Konferenz 2014 zu sehen sein.

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