Kolumne von Björn Junker

Goldaktien: Der Markt denkt viel zu pessimistisch

Es gibt einige Gründe, glauben die Analysten von Craton Capital, warum der Markt Goldaktien total falsch einschätzt. Liegen sie richtig, winken Anlegern Kursgewinne. Viel wird unter Anlegern und in der Goldbranche über die Entwicklung der Kosten und des Feinunzenpreises geredet. Während man für das Edelmetall heute deutlich weniger zahlen muss als noch 2011 oder Anfang dieses Jahres, haben sich die Kosten in den vergangenen Jahren stetig nach oben bewegt. Die Margen der Goldkonzerne erodieren, die Aktien stürzen ab, die Panik ist da.

Für die Experten bei Craton Capital begehen Anleger, Marktbeobachter & Co. aber einen entscheidenden Fehler. Man geht davon aus, dass die Kostensteigerungen struktureller Natur sind, sich also kaum beheben lassen. Dies sehen die Craton-Experten völlig anders. Man hat einen zyklischen Zusammenhang zwischen den Kosten und der Goldpreisentwicklung beobachtet. Beide weisen eine hohe Korrelation auf. Das führt die Experten zu völlig anderen Schlussfolgerungen. Man sieht die aktuelle Krise als Bereinigung, aus der die Branche insgesamt gestärkt hinaus gehen kann – wenn die Unternehmen ihre Hausaufgaben machen.

Dies sei den Goldproduzenten schon einmal gelungen, so Craton Capital mit Verweis auf die Jahre 1997 bis 2002. Im Februar 1996 startete eine lange Abwärtsbewegung der Feinunze Gold von 417,50 Dollar auf 251,50 Dollar, die im September 1999 erreicht wurden. Erst im April 2001 setzte Gold wieder zu einem Höhenflug und einer langen Hausse an. In der schweren Zeit dieses Preiseinbruchs habe sich die Goldbranche durch umfangreiche Kostensenkungen wettbewerbsfähig gehalten. Die Folge war ein enormer Sprung bei der Gewinnspanne je Unze, als die Preise sich deutlich zu erholen begannen, die Kosten aber weiter niedrig blieben.

Einen ähnlichen Kraftakt trauen die Rohstoffexperten der Branche auch diesmal zu. Dabei darf man die Goldunternehmen nicht isoliert betrachten. Die Gesellschaften stehen im Wettbewerb mit Förderern anderer Rohstoffe um Personal und viele andere Dinge. Daher haben rückläufige Investitionen in der Rohstoffbranche auch große Auswirkungen auf die Kosten. Preise für Personal, Betriebsmittel, Investitionsgüter und vieles mehr können sinken, wenn die Nachfrage zurück geht. Genau das ist zu beobachten: Viele Konzerne aus der Rohstoffbranche kürzen ihre Investitionsbudgets deutlich, sparen Personal ein und senken die Kosten an allen Ecken und Enden. Es wäre der erste, aber sehr wichtige Schritt zur Besserung.

Der Markt dagegen ist mittlerweile sehr pessimistisch, was die Goldaktien angeht. Nach Ansicht der Craton-Analysten preist man an der Börse derzeit einen Goldpreis von 1.100 Dollar und keinerlei Kostensenkungen ein. Zumindest der zweite Punkt wäre nach Ansicht von Craton Capital damit ein Irrtum, der Markt unterschätzt die Fähigkeiten der Unternehmen, unter Druck Einschnitte vorzunehmen. Gelingen nun Kostensenkungen, könnte der Markt also positiv überrascht reagieren. Und der Goldpreis liegt nach der jüngsten Erholungsbewegung rund 250 Dollar höher als die von Craton veranschlagten 1.100 Dollar. Mit anderen Worten: Liegen die Experten richtig, sind Goldaktien insgesamt viel zu billig. Doch Vorsicht: Nicht jedem Unternehmen werden die Hausaufgaben gelingen, eine Einzelwerte-Selektion durch den Anleger nach Qualität ist also nötig.


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