Anfang dieser Woche ging es mit dem Gold- und dem Silberpreis wieder etwas aufwärts. Dennoch dürfte es noch zu früh sein von einer Trendumkehr zu sprechen.

Gold- und Silberkonzerne befinden sich in arger Bedrängnis aufgrund der niedrigen Edelmetallpreise. Gewinne sind nicht mehr einfach zu erwirtschaften und es wird immer schwieriger für die Konzerne Kredite zu bekommen. Dies zeigt sich natürlich auch in den Aktienkursen. Wann es mit dem Gold- und Silberpreis wieder nachhaltig aufwärts gehen wird, ist die große Frage.

Betrachtet man die Faktoren, die für und gegen einen Preisanstieg sprechen, so denkt man beim Goldpreis einmal an die Faktoren, die für einen Preisanstieg sprechen. Das wären zum einen die immer noch hohen Goldankäufe der Zentralbanken, sowie die quantitative Lockerung seitens der Bank of Japan. Die geringeren Anleihekäufe der FED hingegen dürften mit verantwortlich für den Rutsch des Goldpreises nach unten sein. Die Ursachen für den Preisrückgang seien im starken Anstieg der Realzinsen und in einem festeren US-Dollar zu sehen. Die Experten der UniCredit Bank gehen aktuell von einem steigenden Goldpreis aus, nämlich für 2013 von 1450 und für 2014 von 1500 US-Dollar je Feinunze aus.

Aus charttechnischer Sicht spricht eine intakte Korrekturbewegung gegen den Goldpreis. Auch haben die Anleger soviel Gold wie noch nie verkauft – was wieder mehr für den Goldpreis spricht. Der erste steile Abwärtstrend ist jedoch schon gebrochen und über 1450 US-Dollar wäre auch der seit Herbst 2012 bestehende Trend auf der Kippe.

Ähnlich wirken die genannten Faktoren beim Silberpreis. Etwa 35 Prozent Verlust seit Beginn des Jahres machen den Silberkonzernen zu schaffen. Beim kleinen Bruder des Goldes erwarten die Analysten der für 2013 einen Durchschnittspreis von 24,6 und für 2014 von knapp 26 US-Dollar je Feinunze. Die Ursachen für den Rückgang sehen sie im Anstieg der Realrenditen am US-Arbeitsmarkt und in der Stärke des US-Dollars. Beim Silber spielt die industrielle Nachfrage eine sehr große Rolle. Da die Produktion steigt und die Nachfrage noch nicht angestiegen ist, sondern eher zurückgeht, hilft auch die nicht unerhebliche Investorennachfrage dem Silberpreis bisher nicht auf die Beine.

Die Anleihekäufe der Bank of Japan sind auch beim Silber positiv für eine Aufwärtsbewegung des Preises zu sehen. Zusätzlich sind die Netto-Longpositionen der Investoren so gering wie seit 10 Jahren nicht mehr. Gegen einen steigenden Silberpreis spricht die Tatsache, dass die Silberlagerbestände extrem hoch sind. Obwohl physisches Silber heiß begehrt ist, wirken die steigenden Produktionszahlen dagegen. Die Experten der UniCredit sehen daher beim Silber ein längere Konsolidierungsphase vorher.