Experten durchleuchten den Goldmarkt in diesen Tagen immer stärker. Weitere Gründe werden genannt, weshalb der Goldpreis so abgerutscht ist. Damit verbunden ist das Wissen, dass eine Erholung anstehen muss. Einzig der genaue Zeitpunkt ist ungewiss.

Es gibt ein weiteres Mosaiksteinchen in den Begründungen für den aktuell niedrigen Goldpreis. Der New Yorker Goldanalyst Jeff Nichols gibt Hedgefonds und anderen institutionellen Investoren eine Mitschuld an der derzeitigen Situation. Er holt jedoch auch Politiker und die Medien mit ins Boot.

Die lockere Geldpolitik der USA hat zu einem gewissen Wohlgefühl beigetragen, die Aktienmärkte sind angestiegen, allgemein wurde dies als gutes Zeichen interpretiert, die Medien haben dieses Gefühl ebenfalls übertragen, die Politiker sind darauf angesprungen. All dies hat Hedgefonds und weitere Anleger davon überzeugt, ihr Geld ebenfalls in diese Wohlfühlmärkte, die kurzfristig bessere Erträge versprachen, zu investieren. Um neues Geld zu bekommen, musste Vermögen aus Goldanlagen, vor allem den ETFs abgezogen werden. Die Erwartungen an höhere Erträge im Aktienmarkt haben somit zum Goldabstieg beigetragen.

Dabei setzt Nichols insgesamt weiter auf einen Bullenmarkt beim Gold, der unverändert intakt ist. Größere Korrekturen gab und gibt es dabei immer. Wie stark die Korrektur diesmal ausfällt, überrascht jedoch auch den langjährigen Experten. Er nennt das Minus von 35 Prozent erstaunlich und verwunderlich.

Das Gold ist jedoch nicht einfach vom Markt verschwunden, es hat dankbare Abnehmer gefunden, die sich über den günstigen Kurs gefreut haben. Bekannt ist der aktuelle Goldhunger in China, die dortige Mittelschicht wird sich nicht so schnell von den erworbenen Goldschätzen trennen, da man diese als Sicherheit für die Zukunft ansieht. Auch verschiedene Notenbanken im Osten haben damit ihre Tresore aufgefüllt. Dieses Gold wird dem Markt lange nicht zur Verfügung stehen.

Es mehren sich die Meldungen, dass auch in Argentinien die Goldnachfrage äußerst lebhaft ist. Die dortige Bevölkerung hat miterlebt, wie es sich in einer Wirtschaftskrise anfühlt, wenn das Geld fast nichts mehr wert ist. Dort ist Gold daher ein absolutes Sicherheitssymbol. In diesen Tagen wird physisches Gold in dem südamerikanischen Land mit hohen Aufschlägen gehandelt. Nach unbestätigten Meldungen sind Argentinier bereit, bis zu 1.900 Dollar je Unze zu zahlen, das ist ein Aufschlag auf den tatsächlichen Preis von fast 50 Prozent. Selbst in China, das in einigen Regionen auch schon unter einem Goldmangel leidet, liegt der Aufschlag für physisches Gold nur bei wenigen Dollar.

Goldförderer ziehen aus dem niedrigen Goldkurs erste Konsequenzen. Investitionen werden vertagt oder abgesagt, Minen werden stillgelegt, die Goldförderung sinkt. Dabei bleibt die Nachfrage hoch, auch die ETFs werden künftig wieder auf der Käuferseite stehen. Doch woher kommt dann das Edelmetall? Hier wird der Preis regulierend eingreifen müssen. Ein Kursanstieg ist somit eine logische Konsequenz. Die Frage, die derzeit aber niemand wirklich beantworten kann, lautet: Wann wird das sein?


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