Kolumne von Björn Junker

Widersprüchliche Aussage: Der Goldmarkt sollte nicht nur auf Bernanke hören

Die Welt des Goldes ist derzeit zweigeteilt. Einerseits gibt es die Worte von FED-Chef Bernanke, die den Kurs regelmäßig in die Tiefe treiben. Andererseits gibt es die reale Welt, bei der die Nachfrage immer weiter steigt, das Angebot jedoch langsam zum echten Problem wird.

Die Kursentwicklung beim Gold kann man derzeit schwer nachvollziehen. Alles richtet sich auf Ben Bernanke aus, den Chef der US-Notenbank FED. Hustet er, geht der Goldpreis in die Knie. Seine Ankündigung, die lockere Geldpolitik langsam auslaufen zu lassen, hat für Schockwellen am Goldmarkt gesorgt. Doch nur wenige Tage später sieht alles schon wieder ganz anders aus. Das Protokoll der entscheidenden FED-Sitzung macht deutlich, dass ein solches Ende gar nicht sicher ist, zu viele Mitglieder des Gremiums haben zu große Bedenken. Und auch Bernanke selber spricht in den folgenden Tagen eine andere Sprache. Somit ist völlig unklar, wann die QE-Politik de Amerikaner endet. Die Schockreaktion der Märkte könnte überzogen gewesen sein.

Dies wird noch deutlicher, wenn die Nachfrage nach echtem Gold berücksichtigt wird. Vor allem chinesische Anleger sind momentan sehr heiß darauf, Gold physisch zu kaufen. Die günstigen Preise machen das Edelmetall für viele zu einem Schnäppchen. Es wird berichtet, dass sich vor Goldgeschäften in der Hauptstadt Peking lange Schlangen bilden. Schmuckhersteller in China arbeiten unter Volllast und haben 24-Stunden-Schichten eingeführt, um die Wünsche der Kunden zu befriedigen. In Hongkong haben Festlandchinesen viele Läden restlos leer gekauft. Die Maieinfuhren nach China, dem bisher zweitgrößten Importeur des Edelmetalls, liegen fast auf Rekordniveau. Seit 30 Jahren war die Nachfrage nach Gold nicht mehr so hoch.

Ähnliche Erfahrungen machen die Börsen in Hongkong und Shanghai. Aus Hongkong ist zu hören, dass man noch nie eine derartige Situation erlebt hat, dabei können einige Händler dort fast 50 Jahre zurückblicken. In Shanghai hat man aufgrund der verschärften Bedingungen sogar einen Nachthandel eingeführt. So will man einerseits die Nachfragespitzen kappen, andererseits will man von den Börsen in den USA und Europa unabhängiger werden. Die Maßnahme zeigt Erfolg. In der Vorwoche werden bis zu 600 Tonnen Gold am Tag in Shanghai gehandelt. Zum Vergleich: Der Juni kam im Schnitt auf 480 Tonnen täglich.

Auch an anderen Orten werden die Lager leer geräumt. In den USA fallen die Lagerbestände von Comex und Nymex im Juli auf 7,1 Millionen Unzen, im Februar hielt man noch 11 Millionen Unzen Gold vor. Banken und Investmenthäuser berichten von ähnlichen Entwicklungen. Innerhalb weniger Tage sinkt der Lagerbestand bei Brinks von 570.000 Unzen auf 257.000 Unzen. Nicht viel anders sieht es bei JP Morgan aus.

Die Nachfrage bleibt somit nicht nur auf einem hohen Niveau, sie wird im Juli noch größer. Das Angebot kann damit kaum noch mithalten, wie die Entwicklung in den Lagern zeigt. Bleibt nur die Frage, wann der Goldpreis entsprechend reagiert und den normalen Gesetzmäßigkeiten von Angebot und Nachfrage folgt.


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