Der gesunkene Goldpreis hat viele Produzenten gezwungen, drastische Veränderungen an ihren Betriebsplänen vorzunehmen. Unternehmen mit einer gesunden Bilanz und niedrigen Kosten aber sollten in der Lage sein, sich ohne große Probleme anzupassen, glauben Experten. Für Firmen mit kaum profitablen Projekten oder schwachen Bilanzen allerdings sieht es schlechter aus.

Viele Edelmetallgesellschaften haben in den letzten Wochen bereits Kostensenkungsmaßnahmen, Projektverschiebungen und andere Initiativen angekündigt, da der Goldpreis weiterhin unter 1.300 USD pro Unze notiert. Und es wird zahlreiche solche Ankündigungen geben, wenn die großen und mittelgroßen Goldproduzenten ab der kommenden Woche ihre Quartalszahlen vorlegen.

Am gestrigen Dienstag lieferte Eldorado Gold (WKN 892560) eine Blaupause für Maßnahmen ab, wie sie auch die Konkurrenz wahrscheinlich vornehmen wird. Das kanadische Unternehmen setzte zwei Projekte aus, verschob ein weiteres und senkte die Investitions- und Explorationsbudgets für das laufende Jahr um insgesamt 287,5 Mio. USD oder 37%. Eldorado erklärte zudem, dass man die Dividendenpolitik überdenken werde, ohne allerdings direkt eine Senkung der Ausschüttungen bekanntzugeben.

Analysten und Anleger begrüßten diese Schritte als vernünftig, da sie es dem Unternehmen erlauben würden, das vorhandene Kapital zu bewahren und gleichzeitig doch zu wachsen. Die Analysten von BMO Capital Markets jedenfalls bezeichnen die Maßnahmen als umsichtig, da sie Eldorado helfen würden, sich bilanzielle Flexibilität zu erhalten. Die Experten gehen davon aus, dass angesichts des niedrigen Goldpreises weitere Goldgesellschaften diesem Trend folgen werden.

Eldorados CEO Paul Wright erklärte in einem Interview, dass die „guten“ Firmen keine Probleme haben sollten sich dem schwierigen Umfeld anzupassen. Der aktuelle sei kein schlechter Goldpreis, so Wright. Wer ein qualitativ hochwertiges Geschäft in einer guten Region mit niedrigen Kosten aufgezogen habe und eine gesunde Bilanz aufweise, für den sei die aktuelle Lage kein großes Beschwernis.

Unglücklicherweise für die Anleger erfüllen viele Goldgesellschaften diese Kriterien nicht. Produzenten mit einem hohen Verschuldungsgrad und hohem Investitionsbedarf wie zum Beispiel Barrick Gold (WKN 870450) wurden von den Anlegern hart bestraft – genauso wie Firmen, die auf Minen mit hohen Kosten setzen. Und Gesellschaften, die sofort frisches Geld benötigen, werden am heftigsten abgestraft. Am Montag beispielsweise brachen die Aktien von Colossus Minerals (WKN A0MVYG) um 50% ein, nachdem das Unternehmen mitteilte, dass man weiteres Kapital benötige, um den Bau der Goldmine Serra Pelada abschließen zu können. (Wir berichteten.)

Laut Herrn Wright sind die Probleme, denen sich diese Unternehmen gegenübersehen, nicht neu. Sie würden jedes Mal auftreten, wenn Gold in einen Bärenmarkt übergehe. Es handle sich dabei um ein geradezu klassisches Muster, das sich seit Jahrzehnten wiederhole. Sollte der Goldpreis auf dem aktuellen Niveau von rund 1.290 USD pro Unze verweilen, so Eldorados CEO weiter, werde es viele angeschlagene Unternehmen geben, die nur noch darauf hoffen könnten, dass sich die Marktlage wieder bessert. Sollte der Goldpreis aber auf 1.000 USD je Unze fallen, so Wright weiter, dürften viele Unternehmen nicht in der Lage sein, ausreichende Anpassungen vorzunehmen und einfach vom Markt verschwinden.

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