Kolumne von Björn Junker

Bergbau in Lateinamerika: Ratingagentur mit positivem Statement

Die Branche klagt, die Preise fallen, die Experten stöhnen, der Markt ist verunsichert. So stellt sich die Bergbaubranche derzeit eigentlich dar. Ganz so schlimm scheint die Situation aber nicht zu sein, wenn man die Äußerungen einer bedeutenden Ratingagentur hört.

Für Standard & Poor's ist die Bergbauwelt in Lateinamerika noch relativ in Ordnung. Für Bergbauunternehmen, die ein "Investment-Grade" haben, sehen die Experten nicht schwarz. Ihr Ausblick für diese Konzerne ist stabil, auch wenn er sich etwas abschwächt. Negative Ratings für die Zukunft mögen sie dennoch nicht ausschließen, wenn sich die Lage weiter verschlechtert.

Die sinkenden Rohstoffpreise belasten demnach den Cashflow der Förderer, haben auf die Profitabilität jedoch noch wenig Einfluss. Die Analysten verweisen dabei auf die operative Effizienz der meisten Gesellschaften, zudem sind die Cashkosten meist niedrig. Hier macht sich der vertikale Prozess bezahlt, auf den viele Unternehmen zurückgreifen. Außerdem verfügen die meisten Konzerne über sehr gute Minen mit oft hohen Reserven. All dies wirkt sich positiv auf die Profitabilität aus. Zudem liegen die aktuellen Preise für Gold, Silber, Kupfer und Co gar nicht so weit entfernt von den Erwartungen der Experten. Somit liegt ihr Modell nahe an der Realität.

Die Konzerne bemühen sich jedoch zugleich, sich der Situation anzupassen. Investitionen werden bedachter getätigt, die Dividendenzahlungen passen sich der Lage an. Damit bleibt die Liquidität kurzfristig hoch, außerdem verfügen die Gesellschaften normalerweise über ausreichende Kreditlinien. All dies sollte nach Ansicht der Experten auch höheren Finanzierungsrisiken entgegenstehen.

Der Blick auf einzelne Gesellschaften stimmt die Experten von S&P ebenfalls positiv. So ist der Ausblick für Erzgigant Vale (WKN: 897998) stabil. Das Unternehmen bleibt auf Wachstumskurs, Investitionen werden genau unter die Lupe genommen, in verschiedenen Bereichen wird gespart. So reagiert man auf die angespannte Lage am Markt. Für Vale wird es erst dann problematisch, wenn die Erznachfrage aus China deutlich nachlässt und damit der Eisenerzpreis je Tonne für längere Zeit unter 100 Dollar rutscht. Doch die günstige Kostenstruktur von Vale sollte auch dann noch für schwarze Zahlen sorgen.

Ähnliches gilt für die staatliche Codelco aus Chile. Der Kupferhersteller setzt auch in den kommenden Jahren auf Investitionen, man will geförderte Rohstoffe durch neue Explorationsarbeiten ersetzen und so die Reserven hoch halten. Dabei verlässt man sich bei den anstehenden Investitionen sowohl auf eigene Barbestände als auch auf Kredite. Die Cashkosten der Chilenen liegen unter dem Durchschnitt der Mitbewerber, was ebenfalls ein Pluspunkt ist. Erst wenn Kupfer langfristig unter 3 Dollar je Pfund fällt, müsste Codelco sich über seine Investitionspläne Gedanken machen. In diesem Fall könnte jedoch auch die Regierung in Santiago Hilfe anbieten.

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