Noch flutet die amerikanische Zentralbank FED den Markt mit frischem Geld. Doch die Spendierhosen könnten bald enger werden. Die Verantwortlichen der FED sitzen derzeit in Washington (USA) zusammen, um über wichtige Aspekte zu diskutieren. Wird das Programm des „quantative easing“ in der bisherigen Form fortgeführt oder nicht? Jeden Monat pumpt die FED derzeit bis zu 85 Milliarden Dollar in den Markt, um Anleihen zu kaufen. Am Abend will sich FED-Chef Ben Bernanke nach einer zweitägigen FED-Sitzung erklären. Große Überraschungen werden noch nicht erwartet.

Dabei sind die eigentlichen Ziele der FED längst erreicht. Die Inflation ist niedrig, die Arbeitslosenrate gibt keinen großen Grund zur Sorge. Seit den Zeiten von US-Präsident John F. Kennedy haben die USA keine so niedrige Inflation mehr ausgewiesen. Die Erwartungen der Experten werden derzeit regelmäßig unterboten.

Für den April gibt es bei den Verbraucherpreisen, exklusive Ernährung und Energie, ein Plus von nur 1,1 Prozent. So tief stand der Index zuletzt vor 50 Jahren. Auch die Arbeitslosenquote von 7,6 Prozent ist alles andere als besorgniserregend. Bis zum vierten Quartal soll diese, so die Meinung von Analysten, sogar auf 7,4 Prozent fallen.

Ziel der FED ist eine langfristige Inflationsrate von 2 Prozent. Für 2012 hatte die FED eine Inflationsrate von 1,7 Prozent bis 1,9 Prozent erwartet. Letztlich lag der Wert nur bei 1,4 Prozent. Für das laufende Jahr liegt die bisherige FED-Prognose bei 1,6 Prozent bis 1,9 Prozent. Die aktuellen Daten der ersten Monate kommen hingegen nur auf 1,1 Prozent. Ob die Inflationsrate in den kommenden Monaten steigt, muss zumindest angezweifelt werden. Zwar kommen wieder mehr Personen in Arbeit, was die Nachfrage ankurbelt und somit auch die Inflationsrate beeinflusst. Andererseits gibt es derzeit eine Reihe von Preissenkungen in wichtigen Branchen, die inflationsschonend sind. Bestes Beispiel ist die Preispolitik des Supermarktriesen Wal Mart. Dort sinken die Preise für viele Lebensmittel, einzig Fleisch wird etwas teurer.

Damit ist der Weg frei für eine neue Strategie der FED. Diese muss marktschonend eingeführt werden, da es sonst zu Überreaktionen kommen könnte. Allgemein wird erwartet, dass das FED-Treffen Ende Oktober eine Veränderung bringen könnte. Dann könnte das monatliche Kaufvolumen für Anleihen auf 65 Milliarden Dollar reduziert werden. Der Markt wäre darauf vorbereitet.

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