Rohstoffaktien - Lage für Junior-Miner weiterhin schwierig

Die Kurse der meisten Rohstoffgesellschaften befinden sich weiterhin in einem Abwärtstrend. Laut dem von Ernst & Young erstellten "Canadian Mining Eye Report", gab es bei den Kursen der Bergbaugesellschaften im ersten Quartal 2013 im Mittel einen Rückgang von 13% in diesem Quartal und von 33% in den letzten 12 Monaten. Damit setzt sich der Abwärtstrend aus dem vierten Quartal 2012 fort, in dem dieser Index bereits 17% verloren hatte. Wie schwierig die Lage des Bergbausektors tatsächlich ist, zeigt sich im Vergleich zu anderen Branchen: der von der Ratingagentur Standard & Poors erhobene TSX Composite Index ist im gleichen Zeitraum um 3% gestiegen.

Entwicklung Juniorproduzenten 2012-2013

Gemäß dem Report von Ernst & Young, der Bezug auf 100 im TSX und TSX-V gelistete Rohstoffproduzenten und Juniorproduzenten nimmt, ist die anhaltende Schwäche der Weltwirtschaft die Hauptursache für den Rückgang der Rohstoffpreise und die damit verbunden schlechte Performance der Unternehmen aus diesem Segment. Trotz dieser schlechten Entwicklung sieht Ernst & Young auch Chancen in diesem Bereich, insbesondere bei Firmen, die sich rechtzeitig auf die neue Situation eingestellt haben und auf die Kostenbremse getreten sind. Auch die großen Unternehmen des Rohstoffsektors leiden unter der aktuellen Situation und versuchen, durch Einsparungsprogramme und Verkäufe von Projekten in den schwarzen Zahlen zu bleiben und sich für die weitere Zukunft besser aufzustellen.

Die größten Verlierer im ersten Quartal sind die Gold- und Silberproduzenten, die in Einklang mit den sinkenden Edelmetallpreisen bis zu 40% verloren haben. In anderen Bereichen, beispielsweise bei den Produzenten von Diamanten oder Uran, fielen die Verluste vergleichsweise gering aus, einige Unternehmen konnten hier sogar im ersten Quartal zulegen.

Die Krise schlägt auch deshalb stark auf die Bergbaubranche, weil die großen Unternehmen im Rahmen ihrer Kostenoptimierung weniger rentable Projekte abgeben wollen. Dadurch entsteht ein Überangebot an Rohstoffprojekten, was die Preise weiter fallen lässt. In diesem Umfeld wird es für die Junior-Miner künftig mühsamer, eine finanzielle Unterstützung für die Entwicklung ihrer Projekte zu finden.

Die Entscheidungen für die Manager dieser Unternehmen werden zunehmend schwieriger, gilt es doch auf der einen Seite das Überleben und die Zukunft des Unternehmens zu sichern, aber gleichzeitig nicht den Zorn der Altaktionäre und langfristig orientierten Anleger auf sich zu ziehen, welche entsprechende Kapitalmaßnahmen als schleichende Enteignung empfinden.

Es war in den letzten zehn Jahren selten so schwierig wie jetzt, sich als Juniorunternehmen oder Explorer eine Finanzierung für die Projektentwicklung zu sichern, da Anleger und institutionelle Investoren nach risikoarmen Anlagemöglichkeiten Ausschau halten.

Ein weiteres großes Risiko besteht in der aktuellen Situation von steigenden Kosten und sinkenden Erlösen. Kaum ein Projekt arbeitet in den ersten Produktionsmonaten bereits kostendeckend, und die Situation wird durch die (weiter) rückläufigen Rohstoffpreise noch verschärft. Gerade den Unternehmen mit dünnerer Kapitaldecke werden jetzt umso höhere Kraftanstrengungen abverlangt, schnellstmöglich die Kosten zu reduzieren und den Sprung in den rentablen Bereich zu schaffen.

Ihr Manuel Giesen

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