Tansania ist der südliche Nachbar von Kenia, es liegt am Indischen Ozean, welcher die natürliche Grenze im Osten bildet. An der Westgrenze liegen mit Ruanda, Burundi und der Demokratischen Republik Kongo drei Staaten, die zu den ärmsten Ländern der Welt gehören und unter jahrelangen Bürgerkriegen zu leiden hatten. Bei den Bürgerkriegen ging es nicht nur um Rivalitäten zwischen den dort ansässigen Bevölkerungsgruppen, sondern auch um den Zugriff auf die wertvollen Rohstoffe wie Gold, Diamanten und Coltan bzw. Tantal. Im Südenwesten bildet der Malawi-See eine natürliche Grenze, im Süden grenzt Tansania an Mosambik. Während der östlich Ast des Ostafrikanischen Grabens mitten durch Tansania verläuft, bildet der westliche Ast, welcher auch als zentralafrikanischer Graben bezeichnet wird, die Grenze zur DR Kongo. Nördlich des Malawisees vereinen sich die beiden Äste und führen als ein gemeinsamer Ast weiter bis zur Mündung des Sambesi nach Süden. Dieses Grabensystem ist das Resultat einer besonders dünnen und brüchigen tektonischen Platte, welche an den Gräben droht auseinanderzubrechen.

Besonders gut zu beobachten sind diese geologischen Bruchzonen durch die zahlreichen und riesige Krater und Vulkane, wie beispielsweise den Mount Meru und den höchsten Berg Afrikas, den Kibo im Kilimandscharo Massiv. Auf dem Staatsgebiet von Tansania liegen drei der größten, aber auch tiefsten Seen Afrikas: Im Norden der Viktoriasee, im Westen der Tanganjikasee und im Süden der Malawisee. Eine wahrhaft beeindruckende Kulisse, aber viel mehr noch ein (fast) idealer Ort, um nach Bodenschätzen zu suchen, welche sich überproportional an Bruchlinien und magmatischen Schloten aus dem Erdinnern finden lassen.

Zu den bedeutenden Wirtschaftszweigen gehören neben der Landwirtschaft, in der Cashewnüsse, Kaffee und Baumwolle zu den wichtigsten Exportgütern zählen, auch der Bergbau und der Tourismus, wobei sich der Tourismus auf die Küstenregionen und Safaris durch die Serengeti im nördlichen Grenzgebiet zu Kenia beschränkt. Trotz der Fortschritte in der jüngsten Vergangenheit und einem Wirtschaftswachstum von 6-7% gehört Tansania wie seine Nachbarstaaten weiterhin zu den ärmsten Ländern der Welt, das durchschnittliche Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner liegt bei knapp 500 USD/Jahr. Die Lebenserwartung der etwas mehr als 40 Mio Menschen in Tansania liegt mit ca. 54,5 Jahren deutlich unter der Lebenserwartung in den entwickelten Nationen. Durch die Armut sind Arbeitskräfte sehr günstig und die Arbeitsbedingungen sind bei weitem nicht mit europäischen Standards zu vergleichen. Der Bergbau ist daher Segen und Fluch zugleich, denn trotz zahlreicher Unfälle in den vielen illegalen aber geduldeten Schächten sehen die Einwohner hier eine Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Der Rohstoff-Reichtum hat auch ausländische Investoren in das Land gelockt, ein sehr erfolgreiches Goldprojekt ist das Bulyanhulu Projekt von African Barrick Gold, einer Tochter des weltgrößten Goldproduzenten Barrick Gold. African Barrick Gold baut hier seit dem Jahr 2001, als der Goldpreis noch bei ca. 300 – 350 USD/Unze lag, sehr erfolgreich Gold ab. Die Lagerstätte im Norden des Landes, ca. 50km südlich des Victoriasees gehört mit einer Resource von mehr als 12 Mio Unzen und einen jährlichen Förderung von 260.000 Unzen zur Topliga in der Goldbranche. Neben dieser Weltklasse Liegenschaft versuchen einheimische, meist Ein-Mann-Unternehmen, mit primitiven Mitteln Gold zu gewinnen.

In der unmittelbaren Nachbarschaft von African Barrick Golds Bulyanhulu Mine haben nun mit Redhill Resources und Tembo Gold zumindest zwei weitere Unternehmen angefangen, ein Explorationsprogramm zu starten und nach weiteren Goldvorkommen zu suchen. Gerade Tembo Gold beeindruckt hier mit der Intensität, mit der das Projekt vorangetrieben werden soll. Während bei anderen Projekten mit ein oder zwei Bohrgeräten erste Erkundungsbohrungen in den Boden getrieben werden, hat Tembo Gold angekündigt, mit nicht weniger als 9 Bohrgeräten ein sehr ambitioniertes Bohrprogramm mit 27.000m an Diamant-Kernbohrungen und weiteren, umfangreichen Rückspülbohrungen im Umfang von ca. 60.000m voranzutreiben, um noch im Laufe diesen Jahres eine erste Resourcenschätzung vorlegen zu können.

Auch wenn die Rohstoffe entlang der Grabenlinien natürlich nicht gleichmäßig verteilt sind, und die Nachbarschaft zu einer großen Resource nicht automatisch zu positiven Bohrergebnissen führt, könnte ich mir deutlich schlechtere Orte für eine Explorationstätigkeit vorstellen. Es bleibt abzuwarten, ob sich die großen Hoffnungen, welche seitens Tembo Gold in diese Liegenschaften gesetzt werden, erfüllen. Die Bohrergebnisse der nächsten Monate werden uns zeigen, wie erfolgreich die Suche verläuft.

Ihr Manuel Giesen

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