China bleibt der dominierende Produzent für Seltene Erden. Obwohl die Exporte aus dem Land im vergangenen Jahr deutlich eingebrochen sind, ist diese Stellung unverändert geblieben. Laut U.S. Geological Survey kamen im vergangenen Jahr 86 Prozent der Weltmarktförderung aus dem Land, kleinere Beiträge haben die USA, Australien und Indien beigesteuert.

Um die Seltenen Erden hat sich in den vergangenen Jahren ein handfester politischer Streit entwickelt. Die 17 Rohstoffe, allesamt Metalle, die unter dieser Bezeichnung zusammengefasst sind, spielen vor allem in vielen Hightechanwendungen eine wesentliche Rolle – Autoteile, Laser, LEDs, LCD- und Plasmabildschirme, Magnete und Medizintechnik sind nur Beispiele für die Anwendungen. China versucht, seine dominierende Position auszunutzen. Die Exporte werden restriktiv gehandhabt, was die Industrieländer in Bedrängnis bringt und das Problem auf höchste politische Ebenen gebracht hat.

Doch die belasteten Handelsbeziehungen zum Ausland und eine geringere Nachfrage haben die Preise für Seltene Erden stark unter Druck gebracht, teils sind diese regelrecht eingebrochen. Zugleich sind 2012 die Exportvolumen stark zurück gegangen. Ein Trend, der sich nun aber drehen könnte, wie neue Zahlen zeigen.

Laut Angaben von offiziellen chinesischen Stellen wurden im bisherigen Jahresverlauf bis Ende April etwa 6.112 Tonnen Seltene Erden aus China exportiert. Allein auf den April entfallen davon 2.196 Tonnen, so die chinesischen Angaben. Gegenüber dem Vormonat steigen die Exporte damit um mehr als ein Viertel, gegenüber dem April 2012 haben sie sich sogar vervielfacht. Als Importeur bleibt dabei vor allem die japanische Industrie bedeutend.

Beobachter warnen allerdings davor, aus dem deutlichen Exportplus im laufenden Jahr bereits eine Trendwende bei der Nachfrage zu machen. Der Blick auf die Zahlen zeigt, dass die Exportvolumen im Vergleich zu anderen Materialien klein ausfallen. Dieser Umstand kann die Statistik bisweilen verzerren, wenn vor allem japanische Unternehmen ihre wohl weitgehend geleerten Lagerbestände zu den stark gefallenen Preisen wieder deutlich aufstocken. Nach einer Phase verstärkter Einkäufe fallen diese Adressen anschließend mit ihrer Nachfrage aber aus, was den chinesischen Export von Seltenen Erden auch schnell wieder zurückwerfen kann. Das Nachfrageverhalten dürfte sich auch entscheidend auf die Preisentwicklung für die Gruppe von Metallen auswirken.

Langfristig dürfte China ohnehin Marktanteile verlieren, die man derzeit noch eisern zu verteidigen versucht. Seltene Erden sind weltweit zu finden, allerdings lohnt sich ein Abbau wirtschaftlich gesehen nur selten. Dennoch bemühen sich viele westliche Industrieländer um eine eigene Förderung bzw. den Ausbau der Kapazitäten. Die australische Lynas und der US-Konzern Molycorp gehören dabei zu den Unternehmen, die bereits abbauen und den Chinesen erste größere Konkurrenz machen können. So hat Molycorp im ersten Quartal 2013 rund 3.274 Tonnen an Seltenen Erden verkauft, allerdings zu deutlich geringeren Preisen als noch im vergangenen Jahr, in dem über das gesamte Jahr 9.223 Tonnen an Material veräußert wurden.