Der jüngste Kurseinbruch bei Gold und Silber war ein Angriff auf deren Glaubwürdigkeit als 'Safe Haven'-Währungen

„Mein größter Fehler war es, am Goldmarkt nicht zu intervenieren”, sagte Paul Volcker, der frühere Chef der US-Notenbank. Dieses sprechende Zitat haben wir unser kritisch analysierenden Nachlese des jüngsten massiven Preiseinbruchs bei Gold und Silber im Rahmen einer kurzfristig anberaumten SOLIT-Onlinekonferenz vorangestellt. Unser Fazit: Die Notwendigkeit, Edelmetalle zur Vermögensabsicherung zu verwenden, wird immer sichtbarer; daran können auch die Marktmanipulationen weniger Big Player am Terminmarkt nicht dauerhaft etwas ändern. Wir sehen die Gold Story ungebrochen und steigende Preise für Gold und Silber im 3. Quartal. Unsere Empfehlung lautet daher, das derzeitige günstige Kursniveau zum Auf- und Ausbau von Positionen zu nutzen.

An nur drei Tagen, vom 12. bis 15. April, sahen die US-amerikanischen Terminmärkte als Folge massiver Transaktionen Kurseinbrüche von 12,9 % beim Gold und 16,6 % beim Silber – bei einem Umsatz von 2.336 Tonnen Gold an der US-Terminbörse COMEX allein am Montag, den 15. April. Dies entspricht 82 % der globalen Jahresproduktion des gelben Metalls! In krasser Gegenreaktion des physischen Marktes entwickelte sich eine geradezu explodierende Nachfrage nach Gold und Silber im Edelmetallhandel, die bereits zu sichtbaren Produktengpässen und Lieferverzögerungen, z. B. bei klassischen Bullionmünzen, geführt hat.

Ursächlich für den Crash von Gold und Silber am Terminmarkt sind massive Kursmanipulationen durch wenige, international tätige Großbanken, deren Absicht es ist, Gold und Silber als 'Safe Haven'- Alternative zum ungedeckten, durch das globale Gelddrucken der Notenbanken immer weiter entwertete Papiergeld zu diskreditieren. Begünstigt wurde die Manipulation durch die saisonal bedingte Schwäche des Goldmarktes, eine gleichzeitig veröffentlichte enttäuschende Wachstumsprognose Chinas, aber auch die auf politischen Druck der Geldgeber des internationalen Rettungspaketes für Zypern zeitgleich geforderte Veräußerung zyprischen Staatsgoldes zur Schuldentilgung. Tatsächlich ist die Goldmenge des Inselstaates mit rund 13,9 Tonnen und die vertraglich vereinbarten Goldverkäufe von rund 400 Millionen Euro viel zu gering, um nachhaltige Turbulenzen auf dem Goldmarkt zu bewirken. Auch die kolportierte Mitwirkung von Goldproduzenten am Verfall des Gold- und Silberpreises am Terminmarkt hält kritischer Analyse nicht stand. Vielmehr haben führende Hedgefonds-Manager ETF-Bestände veräußert und zu dem bankenunabhängigen Wertelogistiker Brinks umgelagert, während beim Silber trotz Kursverfalls an den Terminmärkten die ETFs auf sehr hohem Niveau verharrten.

Die Gold Story ist auch weiterhin ungebrochen. Die Notwendigkeit, Edelmetall als Vermögensschutz zu besitzen, wird angesichts einer immer schneller wachsenden Geldmenge, die die Politik als zusehends dringlicher werdendes Instrument zur (vermeintlichen) Krisenlösung mittels Stimulanzien nutzt, sichtbarer. Der Goldpreis korreliert mit der Geldmengenausweitung durch die Notenbanken bei gleichzeitig stagnierender Goldförderung; eine Goldblase als solche sehen wir daher nicht. Silber, stets im Gleichlauf mit seinem 'großen Bruder' und wie dieser auch jetzt in seinen Chartmustern am Terminmarkt zerstört, ist zum Gold mit 1:61,7 historisch niedrig bewertet und wird aufschließen müssen. Wir sehen daher deutlich steigende Preise bei Gold und Silber ab dem 3. Quartal 2013, da dann die saisonbedingte globale Schmucknachfrage stark ansteigt. Unsere Empfehlung lautet daher, die jetzigen günstigen Kurse zum weiteren Ausbau der physischen Bestände an beiden Edelmetallen zu nutzen.

Aufzeichnung der SOLIT-Onlinekonferenz vom 24. April 2013 kostenfrei abrufbar:

Zum Inhalt der Onlinekonferenz:

  • Die Genese des Crashs
  • Die Rolle des Terminmarktes
  • Starke Signale vom physischen Markt
  • Konsequenzen für den Markt und für Investoren