Kolumne von Ingrid Heinritzi

Der Zinn-Preis profitiert von Angebotsengpässen

Weltweite Konjunktursorgen drücken die Preise der Industriemetalle. Doch gerade bei Zinn dürfte dies nicht langfristig anhalten. Corey Nolan, Managing Direktor des australischen Konzerns Elementos erwartet mittelfristig Angebotsengpässe und damit hohe Preise. In einem Interview erklärt Nolan die Situation.

Elementos ist ein noch kleines spekulatives australisches Gold- und Kupfer-Explorationsunternehmen. Die Projekte von Elementos lagen bisher vor allem in den südamerikanischen Ländern Chile und Argentinien. Doch Unternehmenschef Corey Nolan will nun verstärkt auf die Chancen bei Zinn setzen. Dazu übernimmt Elementos das Cleveland-Projekt auf der australischen Insel Tasmanien. Da die Projekte in Südamerika nach ersten Explorations-Erkenntnissen gute Mineralisierungsqualitäten besitzen, bedeuten diese ebenfalls noch einen Wert für Elementos. Da im derzeitigen unsicheren konjunkturellen Umfeld die Börsen kleine Explorationsgesellschaften eher vernachlässigen, wird die Zukunft von Elementos davon abhängen, wie das Management das neue Zinn und Wolfram haltige Projekt weiterentwickeln und vor allem finanzieren kann. Wie Nolan den Zinn-Markt und das weitere Vorgehen des Konzerns sieht, erklärt der Managing Direktor von Elementos in einem Exklusivinterview.

Frage: Elementos konzentriert sich jetzt auf Zinn, nicht mehr auf Gold. Was denken Sie, welchen Zinnpreis wir in einem Jahr sehen werden?

Corey Nolan: Der Preis für Zinn liegt an der London ME liegt derzeit bei rund 21.000 US-Dollar. Der aktuell etwas schwache Preis hängt mit den Sorgen über das Wirtschaftswachstum in China und den niedrigen Rohstoffpreisen zusammen. Ich gehe davon aus, dass dies zwar kurzfristig so weiter geht. Jedoch dann werden wir eine Rückkehr in das Vertrauen in die Rohstoffmärkte sehen. Auch die Weltwirtschaft wird bezüglich Wachstum wieder Fahrt aufnehmen. Wesentlicher Preistreiber bei Zinn wird mittel- bis langfristig das Angebot sein. Die Zinn-Produktion geht in den wichtigsten Produktionsländern wie Indonesien und China zurück. In 2017 oder 2018 werden zudem die Reserven der San Rafael-Mine in Peru erschöpft sein. Dies wird zu einer Verknappung des Angebotes führen, denn aus dieser Mine kommen rund 10 Prozent des weltweiten Zinns.

Frage: Das neue Zinn-und Wolfram-Projekt von Elementos liegt in Tasmanien. Welche Art der Geologie herrscht dort vor und welches Potenzial könnten die Ressourcen haben?

Corey Nolan: Beim Cleveland-Projekt tritt Zinn- und Kupfer-Mineralisierung in einer Reihe von Sedimentgesteinen, die zur Hall-Formation gehören auf. Diese lagert auf Sandstein und darüber liegt vulkanisches Gestein. Mineralisation in den Sedimentgesteinen kam durch geschmolzenen Granit (Meredith Granit) in der Tiefe zustande. Diese Mineralisierungen wurden dann durch Spalten transportiert und verteilt.

Bekannte Zinn- und Kupfervorkommen treten in semi-massiven Sulfid-Mineralisierungen in Adern innerhalb der Halle-Formation auf. Die Adern gehen mehr oder weniger vertikal nach unten und sind linsenförmig. Die Abmessungen sind in der Länge bis zu 550 Meter, der Dicke bis zu 30 Metern und in die Tiefe bis zu 800 Metern. Wolfram ist in kleineren Adern um die Mineralisierungen vorhanden. Unsere neueste Präsentation für Investoren hat einige nützliche Darstellungen zur Erläuterung der Geologie. Wir sind sehr optimistisch, was das Potenzial der Ressourcen sowohl bei Zinn wie auch Wolfram angeht. Die Zinn-Adern sind in der Länge und in der Tiefe offen. In der Präsentation für Investoren präsentieren wir ein starkes Argument, dass sich die Adern weiter in die Tiefe erstrecken, was die Erfahrungen der nahe gelegenen Renison Bell-Zinn-Mine zeigen, die sich 1,8 Kilometer nach unten erstreckt. Die Cleveland Mineralisierung erstreckt sich gegenwärtig auf 500 Meter unter die Oberfläche. Das Wolfram-Vorkommen hat ein erhebliches Potenzial in der Tiefe und wir hoffen, es könnte ein unterirdischer Massenabbau möglich sein.

Frage: Werden Sie die Gold-und Kupfer-Projekte in Südamerika weiter halten oder verkaufen?

Corey Nolan: Der primäre Fokus von Elementos ist nun das Zinn-Projekt in Tasmanien zu entwickeln. Wir werden zudem Wege suchen, die Werte der südamerikanischen Projekte freizusetzen, eventuell durch einen Verkauf oder durch Joint Ventures. Doch wir sind davon überzeugt, dass wir vom Zinn-Projekt den größten Nutzen ziehen. Denn die Aktienmärkte geben derzeit reinen Explorations-Projekten keinen Wert und dies dürfte noch einige Zeit so bleiben.

Frage: Wie wird Elementos den Aufbau des tasmanischen Zinn Projekt finanzieren?

Corey Nolan: Wir werden zusätzliches Kapital durch Ausgabe von Aktien aufnehmen müssen. Doch der Bargeld-Bedarf für das Cleveland-Projekt dürfte dieses Jahr nicht sehr hoch sein, da wir erst einmal eine Vormachbarkeitsstudie anfertigen wollen. Mittel- bis langfristig untersuchen wir verschiedene Möglichkeiten, um das Cleveland-Projekt zu finanzieren. Dabei wollen wir die Verwässerung der Altaktionäre so gering wie möglich halten. Dies kann durch Abnahmeverträge für das Zinn mit Kunden, Streaming- und Lizenzgebühren oder auch strategische Partnerschaften auf Projekt- oder Unternehmensebene verwirklicht werden. Auch eine teilweise Bank-Finanzierung ist durchaus vorstellbar.

Frage: Was sind die nächsten Schritte?

Corey Nolan: Kurzfristig liegt unser Fokus darauf, der Investmentgemeinde die große Chance des Cliveland-Projektes für Investoren näher zu bringen. Wir besitzen damit einen riesigen Wert und das Unternehmen wird sehr niedrig bezüglich Wert je Tonne Zinn an der Börse gehandelt. Bevor wir zu viel neues Eigenkapital über Aktien aufnehmen, müssen wir den Wert des Unternehmens nach oben bringen.

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