Das 52-Wochen-Hoch beim Gold steht bei fast 1.800 Dollar je Unze. Noch vor drei Monaten mussten annähernd 1.700 Dollar je Unze Gold bezahlt werden. Inzwischen freut man sich, dass die 1.400 Dollar wieder erreicht sind. Doch das Tal der Tränen muss nicht ewig dauern. Warum der Goldpreis in den vergangenen Tagen so dramatisch abgestürzt ist, vermag niemand mit absoluter Sicherheit zu sagen. Eine Reihe von Gründen wird immer wieder angeführt. Sie können, müssen aber nicht die einzigen Auslöser für den Absturz gewesen sein. Vieles ist Psychologie, auch charttechnische Aspekte spielen eine Rolle.

Die Experten der VP Bank glauben, dass der deutliche Absturz des Goldes nicht gerechtfertigt ist. Eine Konsolidierung hatte sich bereits seit einiger Zeit angedeutet und ist auch in Ordnung, ein derart massiver Verfall ist jedoch aus ihrer Sicht zu krass. Entsprechend gehen die Liechtensteiner davon aus, dass es wahrscheinlich wieder zu einer Preiserholung kommen wird.

Sie verweisen darauf, dass der Goldkurs in den vergangenen zehn Jahren im Schnitt um 14 Prozent pro Jahr zugelegt hat. Diese Spirale kann sich nicht endlos drehen. Jetzt sind verschiedene Faktoren gleichzeitig aufgetreten, die für eine Verkaufswelle gesorgt haben. So hat es eine Verkaufsempfehlung von Goldman Sachs gegeben. Die dortigen Analysten glauben, dass der Kurs je Unze am Jahresende bei 1.450 Dollar liegt. Zudem gibt es immer wieder Gerüchte, dass die Geldpolitik der USA wieder gestrafft werden könnte. Ferner will Zypern einen Teil seines Goldschatzes verkaufen. Dieser ist jedoch so klein, dass sich unter normalen Umständen niemand darüber aufregen würde. Doch die Zeiten sind nicht normal.

Grund zur Panik sehen die VP-Experten jedoch nicht. Sie raten Anlegern, die bereits im Gold investiert sind, dieses zu halten. Man solle sich nicht beirren lassen. Für andere Investoren könnten sich bei den aktuellen Preisen sogar Einstiegschancen ergeben. Dabei soll man jedoch nicht alles aufs Gold setzen. Für die Analysten ist eine Goldquote von 5 Prozent im Portfolio eine ausgewogene Größe. Andere Beobachter halten bis zu 10 Prozent für sinnvoll.

Die Experten aus dem kleinen Alpenland sehen Hinweise darauf, dass sich der Goldpreis wieder erholen wird. Beispielsweise zeigt man sich bei der Notenbank von Sri Lanka daran interessiert, Gold zu kaufen. Auch andere Notenbanken in Asien könnten zu Käufern werden, da viele noch immer einen relativ geringen Goldbestand ausweisen. Hilfreich für die Goldpreisentwicklung ist zudem die sehr expansive Geldpolitik in Japan. Hier fließen große Geldmengen in den Markt, das hilft traditionell den Sach- und Realwerten, also auch dem Gold. Der Absturz beim Goldpreis sollte somit nicht auf alle Ewigkeiten festgeschrieben sein – im Gegenteil!

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