Kolumne von Björn Junker

Ein Mythos wird zerlegt: Die Seltenen Erden und die Asteroiden

Es klingt nach Hollywood, aber es soll Realität sein. Wenn man genauer hinsieht, bleibt von allen Träumen aber nicht sehr viel über. Seit einigen Monaten geistern Meldungen durch die Medien, dass verschiedene Unternehmen die Grenzen des Weltalls aufheben wollen. Sie stören sich daran, dass der Rohstoffreichtum auf der Erde begrenzt ist. Vor allem die Seltenen Erden werden immer wieder gerne angeführt. Diese Gesellschaften haben eine neue Quelle für die begehrten Rohstoffe gefunden: Im Weltall herumfliegende Asteroiden.

Es gibt Schätzungen, dass solche Asteroiden nicht nur Seltene Erden, sondern auch andere Rohstoffe, von Nickel über Kupfer bis hin zu Gold, beinhalten könnten. Dabei wird prognostiziert, dass einzelne Weltraumfelsbrocken einen Wert im dreistelligen Milliardenbereich haben könnten. Allerdings hat noch niemand vor Ort irgendwelche Boden- oder Gesteinsproben genommen, niemand hat auf einem Asteroiden wirklich nachgesehen, was sich im Innern befindet. Mehrere Konferenzen haben sich aber bereits dem Thema gewidmet und intensiv über eine künftige Rohstoffförderung im All diskutiert.

Seriöse Experten können darüber nur den Kopf schütteln. Sie verweisen solche Pläne ins Reich der Märchen der Gebrüder Grimm oder zeigen in Richtung Hollywood. Zu viele Probleme lassen entsprechende Pläne für jetzt und lange Zeit einfach unrealistisch erscheinen. Das fängt beim Druck und der Schwerkraft an. Temperaturen, Strahlungen und fehlende Energie sind weitere Argumente gegen die künftigen Weltraumbergbauer. Hier warten extreme technische Herausforderungen auf die Pioniere, deren Lösungen mehr als schwierig erscheinen. Selbst die US-Weltraumbehörde NASA, die Weltraumplänen meist offen gegenübersteht, ist in diesem Fall wenig überzeugt. Mindestens 30 Jahre würde es demnach brauchen, bis all das gelöst sein könnte.

Dabei sind noch nicht einmal die Grundbedingungen erfüllt. Keiner hat bisher Proben auf einem Asteroiden genommen, die Frage nach dem "wie" ist unbeantwortet. Dann müssen diese Proben sicher zur Erde zurückkehren und ausgewertet werden. Schließlich schweben Asteroiden nicht einfach neben der Erde her, sie haben ihre eigenen Wege, die sie oft sehr weit von unserem Planeten entfernt durch das Weltall fliegen lässt. Über solche extreme Entfernungen müssten dann die geförderten Mengen heil zur Erde zurückkehren. Wie auf einem solchen Asteroiden ein Bergwerk, am besten ohne Menschen, aufgebaut werden könnte? Die Antwort muss eigentlich gar nicht gegeben werden.

Bleibt ein finanzieller Aspekt. Derzeit kostet der Transport von einem Kilogramm Material in Richtung Mond rund 100.000 Dollar. Die Wege zu den Asteroiden sind meist sehr viel weiter, der Preis würde also steigen. Und welcher Rohstoff kostet auf der Erde 100.000 Dollar pro Kilogramm? Spätestens hier platzen die schönsten Träume.

Da sollte man doch lieber auf der Erde die Suche nach den Seltenen Erden intensivieren. Zu finden sind sie problemlos. Es dauert nur seine Zeit, bis ein entsprechendes Bergwerk steht. 20 Jahre sollten einkalkuliert werden.

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