Ausgezeichnetes geologisches Potenzial, erfahrene Bergbaudienstleister und -arbeiter sowie Minen freundliche Rahmenbedingungen – dies finden Bergbaukonzerne nur mehr in wenigen Ländern vor. Mexiko gehört dazu. Neil Maedel, Chairman von Pan American Goldfields, zeigt die Vorteile und das Potenzial auf.

Seit rund 500 Jahren besitzt Mexiko eine große Bergbautradition. Insbesondere die Silberminen sind über die Grenzen bekannt. Viele Milliarden Unzen Silber wurden seit den Zeiten der spanischen Eroberer dort aus dem Boden geschürft. Doch auch die Goldproduktion nimmt dort zu. Einige aufstrebende Minengesellschaften wie Pan American Goldfields (ISIN: US6978441086) entwickeln bereits neue Projekte, die in den kommenden Jahren in kommerzielle Produktion gehen dürften. Pan American verfügt derzeit über rund 33 Millionen Unzen Silber- und gut 474.000 Unzen Gold-Ressourcen und lässt bereits eine Probeproduktion von 24.000 Unzen Goldäquivalent laufen. Konzernchef Neil Maedel (Chairman) steht Rede und Antwort zum aktuellen Goldpreis, Mexiko und den Entwicklungschancen von Pan American.

Frage: Neil, Sie haben über viele Jahre sehr große Erfahrungen im Gold- und allgemein im Rohstoffsektor aufgebaut. Ist der 12 Jahre alte Gold-Boom nun zu Ende oder werden wir bald neue Allzeithochs beim Goldpreis erleben?

Neil Maedel: Zu diesem Thema gibt es sehr viele Punkte zu bedenken. Alle können wir hier sicherlich nicht behandeln. Doch sowohl technische wie fundamentale Grundlagen um positiv gestimmt zu bleiben, sind weiter vorhanden. Die kurze Antwort lautet: Was wir derzeit sehen ist eine zyklische Korrektur in einem mehrere Jahrzehnte andauernden Bullenmarkt. Dieser ist untermauert durch das Heranwachsen einer neuen Mittelschicht in Länder wie Indien und China. Doch das aktuelle Korrekturpotenzial geht noch bis 1470 Dollar. Da die Investoren für Gold bereits sehr pessimistisch sind, bleibt die Frage, wer noch verkaufen könnte.

Von der Angebotsseite kommen langfristig ebenfalls eher positive Impulse für den Goldpreis. Denn es sind keine drastischen Steigerungen zu erwarten. Denken Sie nur an Barrick Gold, dessen Produktion um 15 Prozent in den vergangenen 7 Jahren zurück ging, obwohl sie rund 20 Milliarden Dollar in neue Projekte gesteckt haben.

Frage: Ja, wie sieht es denn dann bei Goldminen aus?

Maedel: Derzeit sind die meisten Investoren geschockt von den Entwicklungen der Kurse. Nicht zu Unrecht: So erwartet der US-amerikanische Experte John Kaiser, dass mehr als 25 Prozent der Unternehmen an der TSX Venture Börse in den nächsten Monaten aufgeben müssen. Ich denke dennoch, dass die Zeit reif ist, um anzufangen einige fundamental starke Unternehmen einzusammeln, die einen guten Cash-flow besitzen, über genügend Bargeld-Reserven verfügen und starke Projekte vorweisen. Diese sollten in der nächsten Aufwärtswelle besonders stark zulegen.

Frage: Das Hauptprojekt von Pan American Goldfields liegt in Mexiko. Aber Sie hatten ebenfalls Aktivitäten in Argentinien und der Mongolei. Was sind die Vorteile von Mexiko im Vergleich zu den anderen Gebieten?

Maedel: In Mexiko war schon immer unsere Hauptaktivität. Und da die Entwicklung dort unsere anfänglichen Hoffnungen sogar noch übertroffen hat, stoppten wir unsere Aktivitäten in Argentinien und der Mongolei. Der Vorteil von Mexiko ist, dass die Region sehr Minen freundlich ist. Ich denke die Tradition geht bis in das 15. Jahrhundert zurück. Die Steuern sind annehmbar und die Regularien sind übersichtlich und fair. Zudem ist die Regierung kooperativ. Das macht Mexiko zu einer der Top 5 unter den Minen freundlichsten Ländern der Erde.

Frage: Ihre Mine, Cieneguita, liegt in der Sierra Madre. Wie sieht dort das Potenzial aus?

Maedel: Ja, unser Projekt liegt in der Sierra Madre von Chihuahua, wo historisch mehr als 2 Milliarden Unzen Silber und 40 Millionen Unzen Gold produziert worden sind. Dennoch gilt das Gebiet als wenig erkundet. Wir sind von produzierenden Minen umgeben. Im Süden ist Goldcorps El Sauzal-Mine und im Norden liegt die Palmajero-Mine von Coeur d'Alene. Weitere Minen sind unter anderen Ocampo, die vom mexikanischen Konzern Minera Frisco für rund 750 Millionen Dollar gekauft wurde, und La India, für die Agnico Eagle Mines zirka 260 Millionen Dollar zahlte.

Frage: Vor kurzem haben Sie die Cieneguita-Mine besucht. Was werden die nächsten Schritte dort sein?

Maedel: Derzeit laufen dort starke Aktivitäten ab. Es sind etwa 120 Arbeiter dort. Die Probeproduktion erreicht neue Rekorde und wir finden immer weitere Gebiete, die die Größe des Deposits ausweiten. Unsere anfängliche Erwartung war, eine Produktion von zirka 100.000 Unzen pro Jahr aufzubauen. Die operativen Kosten schätzten wir auf 500 Dollar je Unze. Ich denke, die Chancen sind gut, dass diese Erwartungen übertroffen werden. In den kommenden Wochen werden wir mehr Klarheit bekommen. Derzeit produziert die Anlage 24.000 Unzen. Aber da sie von unserem Partner betrieben wird, erhalten wir nur 35 Prozent des Umsatzes. Sobald die Produktion voll läuft, werden wir 80 Prozent des Projekts besitzen. Das bedeutet bei den aktuellen Metallpreisen und einer Produktion von 100.000 Unzen zirka 80 Millionen Dollar pro Jahr für Pan American. Das reicht, um unsere Investitionen mehr als abzudecken. Eine weitere Verwässerung der Altaktionäre durch Kapitalerhöhungen ist dadurch wohl nicht mehr nötig.

Die PEA-Studie wird von dem renommierten Unternehmen M3 Engineering erstellt. Diese haben über die vergangenen 20 Jahre rund die Hälfte aller neuen Minen in Mexiko mit entwickelt. Daher werden die Ergebnisse sehr ernst genommen. Sobald die Studie heraus ist, werden wir eine Vormachbarkeitsstudie für eine vergrößerte Produktion angehen. Ich denke umso weiter wir mit unseren Studien kommen, umso attraktiver werden wir als Akquisitions-Ziel für mittelgroße Konkurrenten wie Coeur d'Alene oder Agnico Eagle.

Frage: Wird Pan American zusätzlich in andere Projekte diversifizieren?

Maedel: Nein. Die Resultate unseres Cieneguita-Projekts sind so, dass wir entschieden haben, uns voll darauf zu konzentrieren, da wir sie als einen Home-Run ansehen.