Kleinstbergbau könnte den Lebensstandard für Millionen Menschen steigern!

Bislang wurde der handwerkliche Kleinstbergbau von Regierungen und Unternehmen, welche ihre Rohstoff-Projekte entwickeln wollen, als Problem bzw. Risikofaktor angesehen, da dieser Kleinstbergbau meist unkontrolliert und ohne Genehmigungen erfolgt. Aus einer Studie des Internationalen Instituts für Umweltschutz und Entwicklung (IIED) aus London geht hervor, dass gerade dieser Kleinstbergbau für viele Menschen in den ärmsten Regionen eine nachhaltige Quelle und Lebensgrundlage für ein besseres Leben seien könnte.

In der Studie des IIED zeigt sich, dass es erhebliche Wissenslücken bezüglich des Sektors des Kleinstbergbaus gibt. Ziel ist es, der Politik zu zeigen, wie der Kleinstbergbau die Lebensbedingungen verbessern kann, während die lokale Umwelt hinreichend geschützt bleibt. "Der Sektor erscheint als Paradoxon", heißt es in dem Bericht, "Der Kleinstbergbau ist produktiv, aber deutlich unterbewertet und sozial für die jeweiligen Regionen durchaus bedeutend".

Aus dem Bericht geht weiter hervor, dass der Kleinstbergbau etwa 85% der weltweiten Edelsteinproduktion und ca. 20% der weltweiten Goldproduktion hervorbringt. Er bietet für 20 bis 30 Millionen Menschen in den weltweit ärmsten Regionen Arbeitsplätze und ein sicheres Einkommen und unterstützt die Lebensgrundlage von fünf Mal so viele Menschen, die indirekt vom Kleinstbergbau leben. Insgesamt geht es hier also um die soziale Entwicklung von mehr als 100 Millionen Menschen.

Der arbeitsintensive Kleinstbergbau beschäftigt weltweit etwa zehnmal so viele Menschen wie die großen Bergbaubetriebe. Jedoch befinden sich diese Arbeitsplätze meist in sehr abgelegenen Gebieten, und ist nicht nur berüchtigt für schwere Umweltverschmutzungen (beipspielsweise durch den Einsatz von Quecksilber in der Gold-Gewinnung), sondern auch durch extreme Arbeitsbedingungen, unter denen auch Frauen und Kinder leiden.

Laut Informationen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), sind in afrikanischen Kleinstbergbau-Betrieben 30-50% Kinder unter 18 Jahren beschäftigt. Aufgrund der Armut ermutigen die Eltern ihre Kinder sogar, in den Minen zu arbeiten, um sich mit Nahrung und Kleidung zu versorgen. Diese Fakten veranlassten die IIED Mitarbeiter dazu, einen Plan zu erstellen, wie die Politik auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene die Lebensqualität der Bergbau-Mitarbeiter verbessern kann.

Der Kleinstbergbau kann eine Antriebsquelle für Verbesserungen sein, genauso wie die Landwirtschaft, aber momentan findet der Kleinstbergbau eher im Verborgenen statt. Ziel der IIED ist es, die Herausforderungen zu bewältigen, die dem Kleinstbergbau im Weg stehen, um sein ganzes Potenzial zur Verbesserung der Lebensverhältnisse beizutragen. In der Vergangenheit hat die Entwicklung aus Sicht der nationalen Regierungen eine unbedeutende Rolle gespielt, da man sich eher auf die Großprojekte der internationalen Großkonzerne konzentriert hatte.

Als Konsequenz ergibt sich, dass die Kleinstbetriebe mit großen Schwierigkeiten bezüglich der Rechtssituation, der Technologie sowie der Möglichkeit, sich am Finanzmarkt zu bedienen, zu kämpfen hatten. "Die meisten Kleinstbetriebe arbeiten illegal, und diese mehr oder minder erzwungene Illegalität hat den kompletten Sektor in Verruf gebracht", ist dem Report zu entnehmen.

Im letzten Jahr veröffentlichte das IIED eine Zehn-Jahres-Studie, bei der herauskam, dass auf dem Gebiet der Kleinstbergbau-Betriebe in den letzten zehn Jahren nur wenige Fortschritte erzielt worden konnten. Ein neues Zehn-Jahres-Programm soll nun die wichtigsten Punkte an die Politik richten und sicherstellen, dass dieses Defizit in den nächsten zehn Jahren beseitigt wird.

Ihr Manuel Giesen

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