Im vergangenen Jahr sind in den oberen Etagen der Bergbaukonzerne die Köpfe gerollt. Der Markt hofft, dass die neuen Chefs aus den Fehlern der Vorgänger gelernt haben. Kaum ein CEO der großen Bergbaukonzerne hat sich 2012 im Amt halten können. Rio Tinto (WKN: 852147), BHP Billiton (WKN: 850524), Anglo American (WKN: A0MUKL), Barrick Gold (WKN: 870450) – überall wurde die Vorstandsspitze ausgetauscht. Aktionäre waren mit der Entwicklung der Konzerne nicht zufrieden. Die Manager haben Fehler gemacht, die den Wert der Gesellschaften drückten. Abschreibungen wurden nötig, Zukäufe erfolgten auf viel zu hohem Niveau, Bauprojekte ließen die Kosten explodieren, die Gewinne rutschten in den Keller.

Zu den wenigen Chefs, die am Ruder blieben, zählt Ivan Glasenberg. Der CEO von Glencore (WKN: A1JAGV) hofft, dass die neuen Macher aus den Fehlern der alten Vorstandsvorsitzenden gelernt haben. Man muss nicht um jeden Preis neue Minen bauen, weil man als Bergbaukonzern Minen errichten soll. Stattdessen sollte man auf die Nachfrage und auf das Angebot am Markt achten.

Die jüngste Bauentwicklung hat fähige Arbeitskräfte verknappt, daraufhin wurde der Faktor Arbeit deutlich teurer. Auch die Kapitalkosten sind angestiegen, der Bauboom fordert seinen Preis.

Die Vielzahl neuer Projekte sorgt dafür, dass es bei einigen Rohstoffen inzwischen ein Überangebot gibt, was den Preis drückt. Dazu zählt Kokskohle, Aluminium, Nickel und Zink. Bei Gold und Kupfer sieht die Situation hingegen anders aus.

Die neue Generation sollte daraus lernen, dass man nicht unbedingt bauen muss. Man sollte mehr Wert auf Gewinne und Dividenden legen, um die Aktionäre zufrieden zu stellen. Einige CEOs haben dies bereits erkannt. So will man sich bei Barrick mehr um die Profitabilität kümmern. Neue Minen werden vorerst zurückgestellt. Andere lassen zumindest alle laufenden und anstehenden Projekte überprüfen, auch hier scheint sich etwas zu tun.

Bei Glencore fährt man eine andere Strategie. Dort wächst man durch Zukäufe. Zuletzt wurden Viterra (WKN: A0NHDE) und Xstrata (WKN: 552834) integriert. Bei Zukäufen setzt Glasenberg vor allem auf solche Projekte, die schon eine gewisse Historie haben. Projekte, die ganz am Anfang auf der grünen Wiese entstehen sollen, dauern hingegen länger und kosten meist mehr, zudem sind die Risiken dort höher. Mit dieser Strategie hat Glasenberg die jüngsten Verwerfungen in der Branche gut überstanden.
 

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