Kolumne von Björn Junker

Kommentar: Champion iron Mines - Kurseinbruch übertrieben?

Ende 2010, Anfang 2011 hatte die Aktie der kanadischen Eisenerzgesellschaft Champion Iron Mines (WKN A1J3LZ) ihr absolutes Hoch bei ungefähr 3,20 CAD und auch im Februar 2012 stand noch ein Kurs von rund 2,00 CAD zu buche. Vielleicht war das eine Übertreibung – doch unserer Ansicht nach ist auch der aktuelle Abverkauf der Champion-Aktie eine Überreaktion.

Sicher, der Eisenerzpreis war letztes Jahr gewaltig unter Druck gekommen, was Champion wie viele andere Aktien des Sektors belastete. Doch ist hier mittlerweile bereits wieder eine deutliche Erholung erfolgt, sodass der Eisenerzpreis unserer Ansicht nach nur noch bedingt als Rechtfertigung für den niedrigen Kurs von Champion taugt.

Und sicher, Champion musste zuletzt melden, dass die geschätzten Kosten für eine mögliche eigene Bahnverbindung zum Hafen von Sept Iles erheblich gestiegen sind. Kurz gefolgt von der Nachricht, dass die kanadische Bahngesellschaft die Fertigstellung einer Machbarkeitsstudie zu einer von mehreren Firmen zu nutzenden Bahnlinie auf unbestimmte Zeit verschiebt.

Doch steht dem gegenüber, dass Champion Iron Mines mit seinem Hauptprojekt Fire Lake North, und auf seinen Fermont-Liegenschaften insgesamt, enorme Fortschritte gemacht hat. So liegen mittlerweile die Ressourcen aller Fermont-Projekte des Unternehmens bei 564,1 Mio. Tonnen in den Kategorien gemessen und angezeigt mit einem Eisengehalt von 35 bzw. 30,5% und bei 4,136 Mrd. Tonnen mit 27,3% Gesamteisengehalt in der Kategorie geschlussfolgert. Das meldete das Unternehmen erst im Juli 2012 – und schon damals stand der Kurs nur noch bei etwas mehr als einem kanadischen Dollar.

Seitdem hat Champion nicht nur erfolgreiche metallurgische Tests für Fire Lake North durchgeführt, die bestätigen, dass ein marktfähiges Produkt hergestellt werden kann, sondern auch für das im Joint Venture betriebene Attikamagen-Projekt eine erste Ressourcenschätzung melden können. Hinzu kam eine positive Umweltstudie zu den Lagerstätten East und West auf Fire Lake North sowie ein Ressourcenupdate für diese beiden Vorkommen, welches die gemessenen und angezeigten Ressourcen verdoppelte und die geschlussfolgerte Ressource um immerhin noch 10% steigen ließ.

Ganz zu schweigen davon, dass das Unternehmen mittlerweile eine Vormachbarkeitsstudie nur für die beiden Lagerstätten East und West auf Fire Lake North präsentiert hat, die allein diesen einen Nettobarwert von rund 3,3 Mrd. Dollar bescheinigt und eine Produktion von 9,3 Mio. Tonnen Eisenerzkonzentrat pro Jahr über fast 20 Jahre in Aussicht stellt. Unter Berücksichtigung der zusätzlichen Ressourcen des konsolidieren Fire Lake North-Projekts wäre sogar eine Produktion von 20 Mio. Tonnen pro Jahr über mehr als 20 Jahre möglich.

Und natürlich ist das Projektrisiko mit der Fertigstellung dieser Studie, der bald eine endgültige Machbarkeitsstudie folgen soll, ganz erheblich gesunken.

Wie schon erwähnt kämen für den Bau der Mine allerdings auch erhebliche Kosten auf Champion Iron Mines zu. In der Vormachbarkeitsstudie werden die Aufwendungen dafür 1,394 Mrd. Dollar geschätzt und die Kosten für eine Schienenverbindung zum Hafen von Sept Iles würden noch einmal 1,334 Mrd. Dollar verschlingen – auch wenn Champion diese nicht allein errichten und nutzen will und so wahrscheinlich nur einen Teil der Kosten selbst tragen müsste.

War ein Kurs von mehr als 3,20 CAD im Rückblick also übertrieben? Wahrscheinlich, auch wenn einige Analysten immer noch höhere Kursziele ausstehen haben. Ist der Kurseinbruch auf aktuell 0,355 CAD und damit eine Marktkapitalisierung von nur noch 42,36 Mio. CAD also gerechtfertigt? Unserer Ansicht nach jedenfalls nicht. Eine faire Bewertung würde, glauben wir, wie sooft irgendwo in der Mitte liegen.

Aktuell aber, in der allgemeinen Unsicherheit um die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft und die schwierige Finanzierungssituation für Junior-Gesellschaften des Bergbausektors, dürfte die Champion-Aktie nicht so schnell wieder auf die Beine kommen.

Wir glauben, dass es dazu einer annehmbaren Kooperationsvereinbarung mit einem großen Bergbauunternehmen oder auch Stahlhersteller bedarf – zum Beispiel aus Indien oder China –, wie sie schon einige andere Unternehmen in der Region, in der Champion tätig ist, abgeschlossen haben.

Schon vor den jüngsten Kursverlusten haben die Analysten von Desjardins Securities die Meinung geäußert, dass Champion Iron Mines der wahrscheinlichste Kandidat aus der Region für ein China- Joint Venture sein dürfte. Wenn es dem Unternehmen gelingt – und man befindet sich nach eigener Aussage bereits in betreffenden Gesprächen – einen guten Deal mit einem solchen strategischen Partner auszuhandeln, dann könnte nach unserer Ansicht nach wieder Schwung in die Aktie kommen und der richtige Zeitpunkt sein, bei Champion einzusteigen oder nachzulegen.

Eine Option – allerdings nur für sehr Risiko freudige Anleger, die einen Totalverlust ihrer Position verschmerzen könnten – wäre es, vor einem solchen, möglichen Deal zuzugreifen. Aber wie gesagt wäre das eine sehr spekulative und riskante Vorgehensweise.
 

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