Kolumne von Ingrid Heinritzi

Gold zwischen Hoffen und Bangen

Mit den Feiertagen des chinesischen Neujahrs trocknete der Goldmarkt dieser Tage etwas ein. Die Gold-Bären nutzten die Gunst der Stunde und drückten den Goldpreis unter wichtige Unterstützungen. Doch die Hoffnung der Gold-Bullen lebt.

Rund 30 Dollar oder fast zwei Prozent hat der Goldpreis in nur drei Tagen verloren. Zum wiederholten Mal fiel der Goldpreis damit auch durch die psychologisch wichtige 200-Tage-Linie. Denn diese stellt eine Unterstützung dar, solange der Preis darüber notiert. Sie fungiert jedoch als Widerstand, wenn der Preis darunter notiert. Seit Dezember fiel der Goldpreis viermal unter die Durchschnittslinie. Dreimal erholte er sich wieder.

Auch dieses Mal besteht noch Hoffnung. Denn der Tagestiefpunkt lag bei dem aktuellen Ausflug nach unten deutlich über dem Tiefpunkt am 4. Januar 2013. Vor gut einem Monat fiel der Goldpreis intraday auf immerhin 1625,85 US-Dollar je Unze. Das Tief dieser Tage lag bei 1639,45 Dollar. Dieser Vergleich zeigt, dass auch ein 10 Dollar niedrigerer Goldpreis noch kein endgültiges Indiz gewesen wäre, dass Gold schlussendlich den Bach runter geht.

Dennoch wäre es gut, wenn sich der Goldpreis bis Freitag Abend hin zu seiner 200-Tage-Linie erholen könnte. Denn sonst dürfte diejenigen verkaufen, die auf die Wochenschlusskurse schauen. Das könnte ohne die chinesischen Käufer dann doch noch den endgültigen Bruch der Unterstützung bedeuten.

Welches Szenario ist nun wahrscheinlich?

Die größte Wahrscheinlichkeit besitzt eine weitere Seitwärtsbewegung mit Schwankungen um die 200-Tage-Linie, die derzeit bei 1664 Dollar verläuft.

Vorsicht ist jedoch geboten, da sich die Indikatoren in letzter Zeit verschlechtert haben. Der Relative Stärke Index ist unter 50 Prozent gefallen, was ein negatives Zeichen bedeutet. Und beim MACD deutet sich ein Verkaufssignal an. Damit ist das Szenario eines auf die nächste starke Unterstützung fallenden Goldpreises am zweit wahrscheinlichsten. Diese Unterstützung liegt bei rund 1550 Dollar.

Das angesehene Research-Institut BCA aus Montreal geht von dem Szenario eines fallenden Goldpreises aus. Die Marktexperten begründen ihre Meinung jedoch fundamental. Denn mit verbesserter weltweiter Konjunktur und niedriger Inflation ist ihrer Meinung nach die Notwendigkeit Gold als Absicherung zu halten nicht gegeben. BCA vergleicht die Phase, in die Gold derzeit eingetreten ist mit den langen Perioden nach dem Ende der Depression der 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts sowie nach der Rezession aufgrund der Ölkrisen ab 1980. Beide Male ging der Goldpreis sukzessive über mindestens 20 Jahre zurück.

Sicherlich sind die Voraussetzungen aufgrund der immensen Notenbankaktivitäten diesmal etwas anders. Daher könnte der im Verhältnis zu den anderen Asset-Klassen relativ kleine Goldmarkt neben diesen auch noch ein florierendes Nischendasein bekommen. Doch dies hängt insbesondere von den zukünftigen Inflationserwartungen und dem ansteigenden Wohlstand in den aufstrebenden Märkten sowie der begrenzten Förderung des gelben Edelmetalls ab.

Doch zurück zu den Szenarien. Optimisten geben dem dritten Szenario eine Chance: Der Goldpreis erobert schnell die 200-Tage-Linie zurück. Anschlusskäufe mit Unterstützung der aus den Ferien heimkehrenden Chinesen treiben den Preis weiter nach oben. Ein Ausbruch aus den kurzfristigen Konsolidierungsdreieck bei 1700 Dollar gelingt. Dann wäre auch der Weg zum alten Hoch bei 1921 Dollar möglich.

Für Anleger bedeutet dies, nun besonders gut aufzupassen, wie tief der Goldpreis fällt. Unter dem alten Tief vom 4. Januar (1625 Dollar) scheint ein Sturz auf 1550 Dollar nicht mehr abzuwenden zu sein. Dann könnte ein zwischenzeitlicher Verkauf sogar lukrativ sein. Im Bereich 1550 Dollar sollte auf jeden Fall wieder zugegriffen werden. Auch Bonus-Zertifikate mit Renditen von 4 bis 10 Prozent sind derzeit am Markt zu finden – mit und ohne Währungssicherung.

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