Einiges wurde zuletzt berichtet über die schwache Performance vieler Goldaktien. Während der Goldpreis sich nicht allzu weit vom Allzeithoch entfernt befindet, sehen viele Anteilsscheine von Goldförderern ihre Höchststände vergleichsweise aus einer wesentlich deutlicheren Entfernung. Die Entwicklung der Aktienkurse in der Branche ist im Zusammenhang mit dem Preisanstieg der Feinunze Gold sogar so schlecht, dass in der letzten Zeit verstärkt Großanleger fast schon auf die Barrikaden gingen. Mit deutlichen Worten ließen sie Kritik an den Managern hören, unter anderem wurden fehlende Kostentransparenz und die schwachen Renditen aufs Korn genommen.

Es sind Worte, die in der Branche durchaus auf Gehör gestoßen sind. Das merkt man vor allem im Projektbereich, wo Goldförderer genauer auf Faktoren wie Rentabilität und Cashflow achten wollen und bereits achten. So will man eine Reihe von Problemen angehen. Neben den beiden oben genannten sind schwache Finanzen, eine hohe Verschuldung und ausufernde Kosten bei der Förderung und bei der Entwicklung von Projekten weitere Belastungsfaktoren.

Doch die Medaille hat eine zweite Seite – wie immer, wenn es an der Börse schlecht läuft, badet sich der Markt förmlich in Pessimismus, womit die Chancen einer solchen Situation oftmals nicht genügend beachtet werden. Wo diese liegen, zeigt ein Vergleich aus dem renommierten Wall Street Journal. Man bekomme heute, so heißt es in der Zeitung, je Unze Gold so viele Goldaktien wie nie zuvor in den letzten 25 Jahren. Das muss zumindest antizyklische Investoren aufmerksam werden lassen, denn hier bietet sich eine Chance, zuzugreifen.

Zweifels ohne bleiben Investments im Rohstoffsektor risikoreich und die oben erwähnten Probleme sind von der Branche längst nicht ad acta gelegt worden. Bei den tatsächlichen Produktionskosten fehlt Transparenz, hier setzen Goldförderer in ihrer Öffentlichkeitsarbeit zu sehr auf die Cashkosten. Doch diese sind nicht aussagekräftig genug, wesentliche Kostenfaktoren werden außer Acht gelassen. Das ließe sich schnell ändern, andere Hausaufgaben müssen nach und nach abgearbeitet werden.

Doch darüber existieren Chancen für Goldaktien, die derzeit durch den Markt viel zu wenig beachtet werden. Experten gehen davon aus, dass sowohl die Nachfrage nach Gold als auch die Förderung des Edelmetalls steigen werden – und das bei steigenden Unzenpreisen. Das schlechte Sentiment für Goldaktien könnte sich bereits durch einige wenige gute Nachrichten deutlich verbessern, was die Aktienkurse nach oben katapultieren würde. Nicht zuletzt bleibt Gold interessant, weil weltweit unverändert große Unsicherheiten existieren, diese zuletzt nur etwas aus dem Fokus gerieten. So ist zum Beispiel die Euro-Krise weiterhin virulent, man darf sich nicht täuschen lassen, dass das Thema etwas aus dem Blickpunkt der Medien verschwunden ist. Und die US-Notenbankpolitik bleibt expansiv, was eine stetige Inflationsbedrohung bedeutet.

Wenn man genau hinschaut, offenbaren sich also gute Gründe für ein Investment in Goldaktien, auch wenn einem dies derzeit am Markt wenige Menschen glauben dürften. Doch das ist der Vorteil eines antizyklischen Ansatzes: Die Skeptiker von heute können morgen bereits Käufer sein – zu höheren Kursen.