Kolumne von Ingrid Heinritzi

Die 200-Tage-Linie rettete den Tag. Bald dürfte der Widerstand bei 1700 Dollar fallen.

In den vergangenen Tagen konnte sich der Goldpreis stabilisieren. Dass dies nach einem Test der 200-Tage-Linie begann, ist für Gold-Fans ein sehr gutes Zeichen. Nach unten bedeutet die 200-Tage-Linie nun eine noch stärkere Unterstützung, als sie es bereits schon ohne Test im Dezember gewesen ist. Ein kurzes Abtauchen unter den Durchschnittspreis der vergangenen 200 Handelstage, der aktuelle liegt bei rund 1663 Dollar, kann dabei als leichte Übertreibung gewertet werden, wie die letzten zwei Tests zeigten, die bei knapp 1650 Dollar endeten. Ein Rutsch von mehr als zwei Prozent ist als signifikanter Bruch zu betrachten und würde ein Verkaufsignal darstellen.

Allein vom Kurvenverlauf her ziegt die aktuelle Entwicklung aber noch etwas Positives: Ein neuer Aufwärtstrend konnte sich etablieren. Verlängert man die aufwärts gerichteten Tiefpunkte, die der Goldpreis im Sommer kreierte, dann erkennt man, dass die Tiefs von Dezemner und Januar exakt darauf passen und diesen, wir wollen ihn nun sogar "neuen Trend" nennen, bestätigten.

Bei 1700 Dollar kommt die nächste Prüfung für den Goldpreis. Dort verläuft ein kurzfristiger Abwärtstrend. Diesen zu überspringen ist nun durchaus möglich, denn das von Indikatoren wie dem Relative-Stärke-Index nach Wilder (RSI) (nicht zu verwechseln mit dem RSI nach Levy) und dem Trend-Folge-Indikator Moving Average Convergence Divergence Indikator (MACD) gezeichnete Bild hat sich in den vergangenen Tagen aufgehellt.

Auf Tagesbasis hat der RSI klar nach oben auf die positive Seite gedreht. Zudem ist eine überkaufte Situation noch nicht absehbar. Der Tages-MACD konnte sein Anfang Januar generiertes Kaufsignal bestätigen. Da der MACD nun relativ steil nach oben zeigt und zudem noch unter 0 notiert, dürfte sich dies in den kommenden Tagen nicht ändern. Diese Situation von RSI und MACD deutet darauf hin, dass der positive Trend der vergangenen Tage zumindest kurzfristig halten kann.

Auf Wochenbasis sieht der RSI ebenfalls ok aus. Er tendiert nach oben und übersteigt gerade die Grenze von 50 Prozent zur positiven Marktzone. Der MACD verweilt dagegen noch weiter bei seinem Anfang Dezember gegebenen Verkaufsignal. Zuletzt konnte sich der MACD zwar in seiner Abwärtsbewegung abflachen, was das bedeuten kann, bleibt noch abzuwarten. Nur wenn tatsächlich die kommenden Tage einen zumindest leicht aufwärts gerichteten Goldpreis ergeben, dann wird sich auch die Situation beim Wochen MACD sichtlich verbessern. Auch ein Kaufsignal wäre dann möglich, würde jedoch wohl erst zustande kommen, wenn tatsächlich auch die 1700-Dollar-Marke übersprungen wird.

Von der fundamantalen Seite könnten die Zinsen in den USA einen Strich durch die Rechnung, sprich ein negatives Element für den Goldpreis bringen. Denn der Realzins, also Marktzins minus Inflationsrate, ist in den vergangenen Tagen ganz leicht positiv geworden. Damit wird real kein Geld mehr auf Tagesgeldkonten vernichtet, was eigentlich Gold als Anlage unattraktiver macht. Da jedoch noch sehr viele Unsicherheiten – politisch, geopolitisch und wirtschaftlich – vorhanden sind, düfte kurzfristig auf die Zinsen nicht so sehr gesehen werden.

Der Weg des Goldes über die 1700 Dollar könnte daher geebnet sein. Wie besprochen ist nur ein klarer Rutsch unter die 200-Tage-Linie zu beachten.

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