Kolumne von Ingrid Heinritzi

Öl aus der Türkei

In 2012 war die Fahrt zur Tankstelle teuer wie nie zuvor. Nachdem aus Norwegen weniger Öl kommt, wird in einem anderen europäischen Land vermehrt Öl gefördert – nämlich in der Türkei

In keinem anderen Land in Europa wird soviel Öl- und Gasexploration betrieben als in der Türkei. Neue Bestimmungen sollen in 2013 dies noch weiter vorantreiben.

Ende Dezember legte daher die Regierung in Ankara dem Parlament den Entwurf eines neuen Ölgesetzes vor, wonach die Ölgesellschaften verpflichtet sind 2 Prozent von ihren Projekten als Sicherheit beim Staat zu hinterlegen. Denn nach China ist die Türkei eines der langfristig am schnellsten wachsende Länder mit einem Wirtschaftswachstum von derzeit 3,5 Prozent. Wie Energieminister Yildiz verlauten ließ, will er sein Land bis 2023 als eines der 10 größten Wirtschaftsländer in der Welt sehen.

Die Türkei besitzt nachgewiesene Reserven in Höhe von rund 307 Millionen Barrel Öl und Gas, davon sind 88 Prozent Öl. Laut Bloomberg gab es in der Türkei zum 31. Dezember 26 aktive Bohrtürme. Aktuell sind es schon 34 Bohrtürme, damit hat das Land am südöstlichen Rand Europas das am nordwestlichen Rand gelegene Norwegen als Nummer 1 als aktiver Ölbohrer abgelöst. Damit will die Türkei natürlich in erster Linie seine Ölabhängigkeit von Ländern wie dem Iran, Irak und Russland vermindern.

Die staatliche Turkish Petroleum (TPAO) arbeitet mit Royal Dutch Shell und Exxon Mobil zusammen. Die TPAO hat sich nach eigenen Aussagen bis 2023 das Ziel gesetzt, den gesamten Energiebedarf der Türkei durch eigene Produktion zu decken. Das Staatsunternehmen betreibt Ölförderung auch noch in Libyen, dem Irak, Aserbeidschan und anderen Ländern. Derzeit planen TPAO und Shell für 2015 eine Ölförderung vor der Küste von Antalya. Ebenso plant TPAO im Schwarzen Meer ab 2014 Öl zu fördern.

In 2012 produzierte die Türkei 2,3 Millionen Tonnen Öl. Das waren etwa 44.000 Barrel täglich, was etwa 8 Prozent des türkischen Verbrauchs entspricht. Eine Selbsversorgung ist also ein heeres Ziel. Als Vergleich: Norwegen kam in 2011 auf rund 2 Millionen Barrel pro Tag und Russland auf etwa 10 Millionen Barrel täglich.

Auch was den Transport von Öl und Gas betrifft, so ist die Türkei einer der größten Durchleitungsländer und Umschlagsplätze weltweit. Denn derzeit beliefern vier große Pipelines Europa mit Gas und zwei neue sind in Planung.

Kann die Türkei seine Versorgung mit Öl und Gas drastisch steigern, wird die gesamte Wirtschaft davon profitieren. Die Wachstumsraten dürften dann noch höher ausfallen. Anleger, die darauf setzen wollen, sollten zu breit streuenden Türkei-Fonds greifen, die nahezu alle größeren Fondsgesellschaften in ihrem Repertoire haben.

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