Kolumne von Ingrid Heinritzi

Bauholz schlägt Gold

2012 ist zu Ende, 2013 beginnt. Welche Rohstoffe im abgelaufenen Jahr überraschten und welche Rohstoffe 2013 überraschen könnten.

2012 wartete tatsächlich mit einigen Überraschungen im Rohstoffbereich auf. Denn die zwei Rohstoffe, die 2012 am meisten zulegen konnten, finden sich in jedem Haushalt: Holz und Mehl. Mehl ist ein Verbrauchsgut, muss also leider immer wieder nachgekauft werden. Der Preisanstieg um 36 Prozent 2012 belastet daher den Goldbeutel des Bürgers. Auch Bauholz, das mit 53 Prozent deutlich auf dem ersten Platz der Rohstoffe steht, dürfte Häuslebauer – insbesondere in Nordamerika – nicht erfreuen, Investoren dagegen um so mehr. Wer sich das Mitte Oktober an dieser Stelle vorgestellte Bauholz-Zertifikat (ISIN: DE000AA0M624) ins Depot gelegt hat, war zum Jahresende um 19 Prozent im Plus. Unter den Metallen sticht zudem Zinn mit einem Jahreskursgewinn von 19 Prozent hervor. Gold (3%), Silber (5%) und Kupfer (2%) zeigen auch ein Plus, blieben gegenüber Zinn jedoch weit zurück.

Und so sieht die gesamte Rangliste der Rohstoff-Preisentwicklungen 2012 aus. (Angaben in Euro, da sich für Anleger in Euroland die Umrechnung in Euro anbietet. Es sind nur die wichtigsten Rohstoffe aufgeführt.)

1. Bauholz +53%
2. Mehl +36%
3. Zinn +19%
4. Weizen +17%
5. Sojabohnen +16%
6. Blei +12%
7. Zink +12%
8. Erdgas (USA) +10%
9. Platin +7%
10. Palladium +6%
11. Lebendes Rind +6%
12. Mais +5%
13. Silber +5%
14. Kakao +5%
15. Gold +4%
16. Heizöl +3%
17. Gummi +2%
18. Kupfer +2%
19. Reis +1%
20. Mastrind +1%
21. Schwein +1%
22. Rohöl (Brent) +1%
23. Aluminium +1%
24. Sojaöl -8%
25. Nickel -9%
26. Rohöl (WTI) -10%
27. Stahl (China) -14%
28. Zucker -18%
29. Baumwolle -19%
30. Palmöl -25%
31. Orangensaft -25%
32. Kaffee -36%

Doch wie geht es 2013 weiter? Überraschen könnte durchaus Palladium. Denn mit einer etwas gefestigten Konjunktur in den USA und China dürfte auch der Automarkt weiter steigende Absatzzahlen zeigen. Die Branche ist ein großer Nachfrager dieses Katalysator-Metalls. Es wird insbesondere bei Benzin-Motoren gebraucht und diese werden wiederum vor allem in den USA gefahren.

Rind- und Schweinefleisch könnten ebenfalls positiv überraschen. Denn die Futtermittel sind teurer geworden und die Herden dürften abgenommen haben. Auch Baumwolle ist ein Kandidat. Denn die Überproduktion 2012 und voraussichtlich Anfang 2013 könnte über den gedruckten Preis zu geringeren Anbauflächen führen. Kommen dann noch schlechte Wetterbedingungen hinzu, könnte dies den Preis durchaus bewegen.

Edelmetall könnten 2013 wie schon 2012 eine Verschnaufpause einlegen. Denn positive Konjunkturdaten dürften die Krisenszenarien etwas in den Hintergrund drängen. Doch sollten wieder Inflationsängste aufkommen, würde vor allem Gold profitieren. Auch könnte ein Abschied der internationalen Investoren vom Kauf US-amerikanischer Anleihen riesige Geldmittel frei werden lassen. Fließt davon nur ein geringer Teil in Gold und Silber, könnten deren Preise schier explodieren. Wenn weniger US-Bonds gekauft werden, dürfte der US-Dollar eine deutliche Talfahrt zeigen, was schon immer für Goldkäufe gesorgt hat.

Viel Platz für Überraschungen gibt es, wenn man sich die durchschnittlichen Analystenschätzungen für die Rohstoffpreise 2013 ansieht (es gibt unterschiedliche Umfragen, daher können die angegebenen Preise durchaus etwas variieren). So liegt die Kurserwartung für Gold bei 1845 US-Dollar je Unze als Jahresdurchschnittspreis. Solch ein Anstieg um fast 200 Dollar dürfte vor allem auch den Produzenten-Aktien gut tun. Silber erwarten die Analysten bei 34,63 Dollar, Platin bei 1695 Dollar und Palladium bei 710 Dollar. Im Bereich der Industriemetalle wird Nickel (18.342 Dollar je Tonne) und Molybdän (14,50 Dollar je Pound) am meisten zugetraut. Wogegen das Metall-Gewinner-Metall 2012, Zink, zirka 120 Dollar auf 23.281 Dollar je Tonne verlieren soll. Bei den Soft-Commodities trauen die Analysten Mais (694 $ je Scheffel), Kaffee (1,83 Dollar je Pound) und Kakao (2625$ je Tonne) am meisten zu. Baumwolle (0,73$ je Pound) wird dagegen ein weiteres Jahr mit sinkenden ursen vorhergesagt.

Spannend dürfte es auch bei den Energieträgern werden. Brent- und WTI-Öl sollen je gut 3 Dollar über das Jahr zulegen können. Für US-Erdgas und Kraftwerkskohle wird jeweils eine kleine Aufwärtsbewegung erwartet. Sollten die Analysten-Erwartungen zum Jahresende zutreffen, ginge von den Energieträgern keine Gefahr für die weltweite Konjunktur aus. Um so mehr, falls der US-Dollar abwerten würde. Das würde wiederum ein exzellentes Umfeld für Industriemetalle schaffen. Der Jahresfavorit könnte daher durchaus Kupfer werden, auch wenn die Analysten für das rötliche Metall nur einen Preis von 8000 Dollar je Tonne erwarten.

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