Kolumne von Ingrid Heinritzi

Kleine Goldkrise, große Chancen

Der Goldpreis sieht charttechnisch angeschlagen aus. Doch nach unten dürfte nicht mehr viel Platz sein. Längerfristig stehen die Chancen weiter gut, dafür sprechen die Weltbevölkerung und die Emerging Markets.

Wiederholt sich die Geschichte? Auch 2008 fiel der Goldpreis in wenigen Monaten von 1000 Dollar je Feinunze, die 31,1 Gramm schwer ist, auf deutlich unter 800 Dollar. Und im Gold-Boom der 70er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts halbierte sich der Goldpreis sogar einmal, bevor er zum Höhenflug über die 800 Dollar ansetzte. In den vergangenen Monaten seit Spätsommer 2011 fiel der Goldpreis von 1921 Dollar auf 1650 Dollar. Das sind auch immerhin schon 15 Prozent, im Vergleich jedoch noch gering. Im historischen Vergleich wäre also ein Einbruch bis 1500 Dollar auch kein Beinbruch.

Doch ist kurzfristig ein Rückgang bis 1500 Dollar zu erwarten? Sehen wir uns einmal ein paar charttechnische Indikatoren an. Der MACD hat sowohl auf Tagesbasis wie auch auf Wochenbasis vor längerem ein Verkaufssignal gegeben. Das lässt auf eine noch längere Schwächeperiode schließen. Dafür spricht auch, dass der RSI auf Wochenbasis gerade einmal neutral zu werten ist und nun eher in den negativen Bereich unter 50 tendiert. Kurzfristig erscheint aber gerade der RSI ein wenig überverkauft. Ein, zwei schwache Tage würden wohl genügen, um eine Gegenreaktion herauf zu beschwören. Doch dass diese das gesamte Umfeld drehen kann, ist nicht wahrscheinlich.

Nervös brauchen Goldanleger dagegen nicht werden. Denn wie in den zwei historischen Beispielen ist längerfristig immer noch mit neuen Höchstständen zu rechnen – über 2000 Dollar je Feinunze.

Wie kommt dieser Optimismus? Nun, wie so oft beschrieben, wurden die Geldmengen der größten Volkswirtschaften durch ihre Notenbanken, sei es in den USA, Europa, Japan oder vor allem China, stark ausgeweitet. Darauf hat der Goldpreis zwar schon reagiert. Doch wohl noch nicht genug. Als Absicherung gegen eine in 4 oder 5 oder vielleicht sogar erst 7 Jahren stark aufkeimende Inflation bleibt Gold daher erste Wahl.

Und auch noch langfristiger und sogar ohne das Inflations-Horrorszenario, kann für Gold eine rosige Zukunft errechnet werden. Ja sogar errechnet. Das ergibt sich allein aus der Menge des Goldes, die gefördert wird und der Zunahme der Weltbevölkerung. Und in einem noch gravierenderen Zusammenhang im Vergleich zum Wohlstand in den aufstrebenden Ländern.

Bei einer Goldproduktion von 2800 Tonnen im Jahr und einer Weltbevölkerung von 7 Milliarden Menschen, kommen auf jeden Menschen 0,4 Gramm neues Gold jedes Jahr. Der Durchschnitt der letzten 100 Jahre liegt ebenfalls in diesem Bereich. Doch die Goldproduktion dürfte längerfristig eher nach unten tendieren. Denn große Entdeckungen werden rar und der Abbau wird immer kostspieliger und unsicherer. Auch der Goldproduktionsboom in China dürfte bald seinen Zenit überschreiten. Und in Südafrika geht die Produktion ohnehin zurück. Im Gegensatz dazu wird erwartet, dass 2030 bereits mehr als 8 Milliarden Menschen auf dem blauen Planeten leben dürften. Das neu geförderte Gold dürfte daher unter die 0,4 Gramm pro Kopf fallen.

Kommen nun, wie derzeit in China, die Menschen, die mehr verdienen und sich etwas mehr Wohlstand, wenn auch noch nicht vergleichbar mit unserem, leisten können, wollen sie auch eine kleine Absicherung aufbauen. Gold ist dabei in Indien und China immer noch erste Wahl. Betrachtet man die Zunahme der Realeinkommen aufsummiert über alle Chinesen, dann zeigt diese Kurve ebenso nach oben wie der Goldpreis über die vergangenen 12 Jahre. Geht man dann davon aus, dass die Realeinkommenskurve Chinas in den kommenden Jahren weiter so ansteigen wird, ist klar, dass aus dem Reich der Mitte die Goldnachfrage sehr hoch bleiben wird.

Ob der Goldpreis bei 1000, 1500, 2000 oder 3000 Dollar je Feinunze steht, dürfte für diese übergeordnete Tendenz wohl kaum eine Rolle spielen. Das haben die chinesischen Politiker bereits lange erkannt und daher ihrer Bevölkerung angeraten Gold als Absicherung und Altersvorsorge zu kaufen. Der tiefere Sinn dahinter ist wohl auch, dass der Mehrwert des Goldes bei einem weiter stark steigenden Preis auch das Wohlgefühl der Bevölkerung steigern wird und damit auch der Konsum angeregt werden könnte. Und die Stärkung der Binnenwirtschaft ist eines der größten Anliegen der chinesischen Führung.

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