Kolumne von Björn Junker

Auf dem Kriegspfad: First Quantum legt feindliches Übernahmegebot von 5,1 Mrd. Dollar für Inmet vor

Zwei Mal hat es First Quantum Minerals (WKN 904604) bereits freundlich versucht, nun legt der Kupferproduzent ein feindliches Übernahmeangebot für den Wettbewerber Inmet Mining (WKN 873251) auf den Tisch. First Quantum bietet 72 Dollar pro Inmet-Aktie in bar und Aktien, sodass sich die neue Offerte auf insgesamt 5,1 Mrd. Dollar beläuft.

First Quantum geht es dabei um das Cobre Panama-Projekt von Inmet, eines der größten, nicht entwickelten Kupferprojekte weltweit. Inmet hatte in der Vergangenheit geschätzt, dass die Entwicklung und der Bau von Cobre Panama rund 6,2 Mrd. USD kosten werden – First Quantum aber ist zuversichtlich, das auch kostengünstiger hinzubekommen.

Jeder Dollar, den man bei diesem Projekt einsparen könne, sei im Interesse aller Aktionäre, erklärte denn auch First Quantums President Clive Newall in einem Interview. Man habe in dieser Hinsicht einen Vorteil, da man Minen fast ausschließlich mit Personal aus dem eigenen Unternehmen entwickle, statt sich auf externe Dienstleistungsfirmen verlassen zu müssen. Und in der Tat konnte der Konzern in der Vergangenheit seine Projekte oft im Zeit- und im Budgetplan abliefern – und das häufig auch zu geringeren Kosten als die Konkurrenz.

Newall wies darauf hin, dass First Quantum zudem bereits eine Mine namens Sentinel entwickle, die von ähnlicher Größe sei wie Cobre Panama. Die geschätzten Investitionsaufwendungen für Sentinel allerdings liegen bei 3 Mrd. USD und damit um mehr als die Hälfte niedriger als das Cobre Panama-Budget.

Die Zeit jedenfalls drängt, da die Bauarbeiten auf Cobre Panama bereits begonnen haben. Sollte First Quantum noch substanzielle Veränderungen am Entwicklungsplan vornehmen wollen, muss man Inmet sehr bald übernehmen.

First Quantum hatte Inmet das erste Mal Ende Oktober ein informelles Angebot von 62,50 Dollar pro Aktie vorgelegt und dieses im November auf 70 Dollar erhöht. Dabei stellte man eine wichtige Bedingung, wollte unbedingt eine eigene Überprüfung (Due Diligence) von Cobre Panama durchführen. Doch genau das wies Inmet zurück. Newall erklärte, sein Unternehmen wolle die Verträge sehen, die für den Bau von Cobre Panama bereits abgeschlossen worden seien, um genauer abschätzen zu können, um wie viel günstiger man den Bau realisieren könnte.

Analysten haben allerdings angemerkt, dass es schwierig werden könnte, Inmet zu übernehmen, da das Unternehmen über eine enge Aktienstruktur verfüge. Allein rund 27% der Aktien liegen bei nur zwei Investoren, Leucadia National Corp. und Temasek Holdings Ltd., der staatlichen Investmentfirma Singapurs. First Quantum erklärte, man sei bereits von einer Reihe von wichtigen Inmet-Aktionären angesprochen worden, denen das Gebot gefalle und die sich einen "konstruktiven Dialog" zwischen den Unternehmen wünschen würden.

Inmet arbeitet seit mehr als zwei Jahrzehnten auf die eine oder andere Weise an Cobre Panama und ist nicht sonderlich erpicht darauf, das Projekt abzugeben, nachdem es endlich die Bauphase erreicht hat und 2016 in Produktion gehen soll. Das Unternehmen hält 80% an dem Projekt und erhöht beständig dessen Wert. Erst Anfang dieses Monats hatte Inmet erklärt, dass die Kupferreserven auf Cobre Panama um 27% auf 26 Mrd. Pfund gestiegen seien. Das Projekt verfügt zudem über 7,3 Mio. Unzen an Goldreserven und ein geschätztes Minenleben von 40 Jahren.

Die First Quantum-Offerte könnte dazu führen, dass auch andere große Bergbaukonzerne wie Rio Tinto (WKN 852147) und Freeport-McMoRan Copper & Gold (WKN 896476) sich Cobre Panama genauer anschauen. Nach Ansicht von Newall aber ist ein Konkurrenzgebot unwahrscheinlich, da keines dieser Unternehmen die Mine so günstig bauen könne wie First Quantum. Details zum Kursverlauf der Aktie und weitere Informationen finden Sie bei unserem Partner finanzen100.de: Aktien-Dossier First Quantum

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