Kolumne von Björn Junker

Angeschlagen, aber nicht am Ende: Kanadische Eisenerzfirmen trotz schwacher Preise mit Chancen

Eine ganze Reihe von Eisenerzfirmen im kanadischen Labrador Trough wollte von den hohen Eisenerzpreisen der jüngeren Vergangenheit profitieren, doch mittlerweile ist die Euphorie größtenteils verflogen. Dennoch bestehen nach Ansicht von Analysten auch attraktive Kaufchancen. Der Preis für den Hauptstahlbestandteil ist von fast 150 USD pro Tonne im April dieses Jahres auf knapp 87 USD pro Tonne im September abgestürzt, bevor er sich zuletzt wieder auf rund 116 USD erholte. Das hat die Rentabilität vieler Eisenerzprojekte im kanadischen Labrador Trough erheblich geschmälert – gerade als die ersten neuen Minen seit Jahrzehnten die Produktion aufnahmen. Beziehungsweise aufnehmen sollten – einige Projekte nämlich wurden auf Eis gelegt.

Das alles führte dazu, dass die Aktien vieler im Labrador Trough tätiger Firmen wie Alderon Iron Ore (WKN A1JL1G), Champion Iron Mines (WKN A1J3LZ) oder Century Iron Mines (WKN A1JL1P) deutlich an Wert verloren, da Projekte, die bei 150 USD pro Tonne Eisenerz hervorragend da standen, auf einmal nicht mehr so sehr glänzten.

Und dennoch ist das Potenzial der Region auf der Grenze zwischen den kanadischen Provinzen Quebec und Newfoundland and Labrador nach Ansicht von Analysten immer noch erheblich. Sie warnen interessierte Anleger aber, genau hinzuschauen, welche Gesellschaften in der besten Position sind, um den Sturm zu überstehen und langfristig zu profitieren.

Auch die Analysten von RBC Capital Markets sind der Ansicht, dass die Region Chancen bietet, aber auch Herausforderungen und Unsicherheiten bestehen. Zwar dürften viele Unternehmen nicht erfolgreich sein, so die Experten, doch gleichzeitig würden einige Unternehmen es eben doch schaffen.

Der Labrador Trough hat in den vergangenen Jahren eine wahre Welle an Auslandsinvestitionen auf sich gezogen, da sich indische und chinesische Stahlhersteller beeilten, sich eine Position im nächsten wichtigen Eisenerzdistrikt weltweit zu sichern. Der Trough produziert derzeit nur 3% des weltweit verschifften Eisenerzangebots, rund 40 Mio. Tonnen pro Jahr. Doch dieser Wert dürfte schnell steigen, sollte nur ein Bruchteil der geplanten Projekte in Produktion gehen.

Derzeit verhindert der schwache Stahlmarkt einen Boom. Vergangene Woche fielen die chinesischen Stahl-Futures auf das niedrigste Niveau seit mehr als zwei Monaten und spiegelten damit die verlangsamte Nachfrage aus der Volksrepublik wieder. Und auch die europäische Schuldenkriese sowie die in den USA drohende Fiskalklippe, die Sorgen um eine globale Rezession wecken, dämpfen die Erwartungen.

Im Labrador Trough stellen sich die Gesellschaften darauf bereits ein. Einer der neuesten Produzenten der Region, Labrador Iron Mines (WKN A0M89R), strich das Investitionsbudget zusammen und verschob Projekte auf 2013. Das Unternehmen erklärte, man werde den Betrieb im Frühling nur wieder aufnehmen, wenn man das Gefühl habe, dass der Eisenerzpreis 2013 über der Marke von 110 USD pro Tonne liegen werde.

Cliffs Natural Resources (WKN A0RBD), ein größerer Produzent, der mit einem unerwarteten Kostenanstieg zu kämpfen hat, verschob die Erweiterung seines Projekts Bloom Lake und senkte die Absatzprognose für 2013.

Der Labrador Trough geriet erneut in den Fokus der großen Produzenten wie Rio Tinto (WKN 855018) oder ArcelorMittal (WKN A0M6U2) als die Urbanisierung in China und Indien Anfang des Jahrhunderts die Nachfrage ankurbelte. Für die Stahlhersteller, die seit Langem vom Angebot von Vale (WKN 897998), BHP Billiton (WKN 908101) und Rio Tinto abhängig sind, sollen neue Projekte in Kanada helfen, das Angebot zu diversifizieren.

Die chinesische Heibei Iron and Steel Group hat einen Deal mit Alderon abgeschlossen, während Wuhan Iron and Steel eine Vereinbarung mit Century und Adriana Resources (WKN A0F7EL) abschloss. New Millennium Iron (WKN A1JB2V) und die indische Tata Steel brachten ihr erstes gemeinsames Projekt im September ans Laufen.

Doch um den Ausstoß der Region zu erhöhen und die operativen Kosten im grünen Bereich zu halten, wird neue Infrastruktur benötigt. Einen Anfang hat schon die Canadian National Railway mit dem Pensionsfonds Caisse de Depot gemacht, die die Machbarkeit einer 800 Kilometer langen Bahnstrecke untersuchen, die bestehende und neue Minen in der Region bedienen soll. Zudem wird in Sept-Iles in Quebec ein neuer Hafen gebaut, der im März 2014 fertig gestellt sein soll.

Das bedeutet, dass der volatile Eisenerzpreis in der Region zwar als Herausforderung betrachtet wird, die Region aber nicht einfach aufgeben wird, glauben Experten. Die Analysten von RBC sind sogar der Ansicht, dass gerade jetzt, da viele Juniors auf Zweijahrestiefs angelangt sind, Kaufchancen bestehen.

RBCs Top-Pick ist Alderon Iron Ore, das vier "Strong Buy"-Ratings, 12 "Buy"-Ratings und eine Halteempfehlung auf sich vereint, wie Daten von Thomson Reuters I/B/E/S zeigen. Eine weitere populäre Wahl ist Champion Iron Mines, das fünf Analysten mit "Strong Buy", sieben mit "Buy" und nur einer mit "halten" bewerten.

Für RBC sind drei Faktoren entscheiden bei der Wahl der richtigen Gesellschaft: die Qualität der Projekts und der Produkte, der einfache Zugang zu Infrastruktur und die Finanzmittel, um das Projekt zur Produktion bringen zu können.
 

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